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KSC-Trainer Alois Schwartz wirkte nach dem Abpfiff ein bisschen angefressen.  Foto: dpa-Archiv 

0:1 bei Hansa Rostock: KSC geht an der Ostsee baden

Karlsruhe/Rostock. Mit einer enttäuschenden Leistung hat sich Fußball-Drittligist Karlsruher SC im Rostocker Ostseestadion die erste Auswärtsniederlage dieser Saison eingehandelt. Der kriselnde FC Hansa feierte dagegen ein 1:0 (0:0).

Nach zuvor vier Siegen hintereinander wirkte KSC-Trainer Alois Schwartz nach dem Abpfiff ein bisschen angefressen. „Hier waren heute für uns drei Punkte mehr als drin. Die glücklichere Mannschaft hat gewonnen“, sagt er.

Marco Königs hingegen, der das Tor des Tages einleitete, sprach von einem „verdienten Sieg.“ Der lange verletzte Hansa-Kapitän Oliver Hüsing befand: „Wir haben uns diesen Sieg kämpferisch verdient. Defensiv haben wir fast nicht zugelassen.“

Als „Arbeitssieg“ bezeichnete Rostocks Trainer Pavel Dotchev den Erfolg. „Ich habe vor dem Spiel gesagt, wir müssen das Glück zwingen. Das haben wir getan.“

Wie erwartet schickte KSC-Trainer Schwartz seine zuletzt erfolgreiche Startelf aufs Feld. Die verbuchte schon in der zweiten Minute eine Chance, als Marc Lorenz einen Freistoß von rechts auf den Rostocker Querbalken schlenzte. Auch die zweite interessante Torraumszene ging aufs Konto der Gäste. Nach einem Ballgewinn von Marvin Pourié konnte Anton Fink aus spitzem Winkel von rechts aber Ioannis Gelios im Tor der Platzherren nicht überwinden (19.). Ansonsten hatten die Hanseaten die Gästeangreifer im Griff. Umgekehrt hatte vor allem der Karlsruher Rechtsverteidiger Marco Thiede große Probleme. Das lag an Rostocks Linksaußen Merveille Biankadi.

Mehr vom Spiel hatten in der ersten Hälfte trotzdem die Badener. Doch selbst drei Freistöße und zwei Ecken des KSC verpufften. „Wir kontrollieren das Spiel“, fasste Dimitrios Moutas, der Co-Trainer des Tabellenzweiten die ersten 45 Minuten zusammen. „Zu einem Tor fehlen nur Nuancen“, setzte der ehemalige Oberligaspieler des 1. FC Pforzheim nach.

Kurz nach der Pause unterlief den Wildparkprofis jedoch ein Eigentor. Biankadi setzte Königs in Szene und dessen Flachschuss von rechts spitzelte Damian Roßbach unhaltbar für Benjamin Uphoff ins Netz (51.).

Der KSC wirkte geschockt und gewährte Biankadi einen Freischuss aus 17 Metern, der eigentlich hätte sitzen müssen – aber über das Tor flog (53.). Auch in der 58. Minute lag das 2:0 in der Luft, aber die Hanseaten verballerten innerhalb von drei Sekunden drei Möglichkeiten.

Kurz darauf vergab Fink nach Vorarbeit von Marvin Wanitzek die Möglichkeit zum 1:1 (60.). Doch Rostock ließ nicht locker. Als Nico Rieble nach einer Hansa-Ecke von rechts mit dem Kopf traf, erkannte Schiedsrichter Franz Bokop das Tor wegen eines vorangegangenen Foulspiels nicht an (67.). In der Schlussphase der Partei entwickelte der KSC dann zwar ein Übergewicht – zwingend aber wurde die Schwartz-Truppe nicht mehr. Einen Freistoß von der Strafraumgrenze setzte Lorenz über das Tor (90.).