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Julian Grupp (links) kam als hoffnungsvoller Neuzugang von der TuS Koblenz. Der defensive Mittelfeldspieler konnte im CfR-Trikot aber bisher nicht überzeugen. Co-Trainer Gökhan Gökce und Cheftrainer Adis Herceg (rechts) waren vor allem beim jüngsten 2:7- Debakel gegen Balingen ratlos.  PZ-Archiv, Hennrich
Julian Grupp (links) kam als hoffnungsvoller Neuzugang von der TuS Koblenz. Der defensive Mittelfeldspieler konnte im CfR-Trikot aber bisher nicht überzeugen. Co-Trainer Gökhan Gökce und Cheftrainer Adis Herceg (rechts) waren vor allem beim jüngsten 2:7- Debakel gegen Balingen ratlos. PZ-Archiv, Hennrich
28.08.2017

1. CfR Pforzheim behält trotz 2:7-Schlappe die Ruhe

Eigentlich müsste das 2:7-Debakel gegen die TSG Balingen den CfR-Verantwortlichen zu denken geben. Tut es auch. Doch man analysiert die Niederlage in Ruhe, statt in Panik zu geraten. Klar ist, es läuft vieles noch nicht rund beim Fußball-Oberligisten, der vor der Runde einen kompletten Umbruch vollzogen hat. Es gibt noch einiges zu tun.

Wie hat Adis Herceg nach dem 2:7-Debakel geschlafen?

„Eigentlich ganz gut. Erst am Montagmorgen im Geschäft musste ich mich intensiver mit der Niederlage auseinandersetzen. Das schmerzt natürlich“, so Adis Herceg.

Mit etwas Abstand – wie erklärt der Trainer die Niederlage gegen Balingen?

Herceg: „Wir sind mal wieder durch komische Gegentore ins Hintertreffen geraten. In Villingen war es ein Pingpong-Tor, in Freiberg waren es zwei abgefälschte Schüsse. Gegen Balingen nun eine unglückliche Situation von Manuel Salz und ein Ausrutscher von Joao Tardelli. Beim Stand von 2:3 sind wir dran, treffen aber nur den Pfosten. Nach dem 2:4 war dann die Luft raus.“

Wie bekommt der CfR diese Schwächen in der Abwehr (15 Gegentore in vier Spielen) in den Griff?

Adis Herceg will die Gegentore nicht allein an seiner Abwehr festmachen. „Wir müssen an der gesamten Defensivarbeit arbeiten.“ Eine feste Abwehrformation gibt es beim CfR noch nicht. Gegen Balingen spielte Robert Stark (eigentlich Innenverteidiger) für den am Knie verletzten Akiyoshi Saito außen.

Julian Grupp von TuS Koblenz wurde vor der Saison als große Verstärkung angekündigt. Bislang ist der regionalligaerfahrene Spieler auf der Sechserposition aber noch nicht in Erscheinung getreten. Was ist los mit dem 26-Jährigen?

Eine Sprunggelenkverletzung bremste den defensiven Mittelfeldspieler in der Vorbereitung rund vier Wochen aus. Er ist also noch nicht bei hundert Prozent. „Die wird er aber abliefern, wenn er topfit ist“, ist sich CfR-Sportvorstand Torsten Heinemann sicher und fügt hinzu: „Ein Talisso bei den Bayern wurde nach dem Audi-Cup auch nicht in Frage gestellt.“

Was auffällt: Auf dem Platz ist es zu ruhig. Dem CfR fehlt ein Leader. Wer soll/wird diese Rolle übernehmen?

Julian Grupp ist dafür vorgesehen, aber auch Joao Tardelli oder Dominik Salz. Durch den bislang ausbleibenden Erfolg, ist die Verunsicherung aber groß. „Wenn die Erfolge kommen, wird das besser“, verspricht Herceg.

Wann wird es besser?

Herceg glaubt, bis „Mitte, Ende September“ seine Startformation gefunden zu haben, dann „wird die Mannschaft ihr wahres Gesicht zeigen“.

Trotz des 2:7-Debakels behält Torsten Heinemann die Ruhe: „Ich verfalle jetzt nicht in Panik. Nicht nach dem vierten Spieltag. Wir werden unsere Fehler abstellen. Von Spiel zu Spiel. Daran arbeiten wird.“

Auf Facebook äußern sich die Kritiker, der CfR hätte „falsch eingekauft“.

Auch hier verweist Adis Herceg auf den Faktor Zeit. „Meist ist ein Neuanfang mit Schwierigkeiten verbunden. Das war bei meiner Station in Durlach so und auch beim TSV Grunbach. Am Ende waren wir erfolgreich.“ Und „dass ein Neuanfang Zeit braucht, ist doch völlig normal. Außerdem spielen da noch einige andere Faktoren eine Rolle: zusätzliche Belastung durch Studium oder Arbeit, Wohnungssuche für die Familie, neue Stadt, neues Umfeld, neue Menschen.“

Bis zum Donnerstag ist das Transferfenster noch offen. Verstärkt sich der CfR? Und wenn ja, mit wem?

Der CfR hat noch einen „guten Mann“ (Herceg) für die Abwehr im Visier. Für seine Verpflichtung müssen aber noch einige Dinge (Arbeitsplatz/Studium) geklärt werden.

Am Samstag geht’s auswärts gegen den derzeitigen Tabellenachten Göppinger SV, am Freitag darauf steigt das Derby gegen den momentanen Tabellenführer FC Nöttingen. Muss man sich auf weitere Niederlagen gefasst machen?

„Wir werden so ein Debakel wie gegen Balingen nicht mehr erleben“, verspricht Herceg. Und: „In den kommenden Spielen können wir nur gewinnen. Wir freuen uns auf eine spielfreie Woche und werden intensiv arbeiten.“