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CfR Pforzheim

CfR-Stürmer Dominik Salz fehlt gegen SSV Reutlingen.
CfR-Stürmer Dominik Salz fehlt gegen SSV Reutlingen.
23.09.2017

1. CfR Pforzheim erkämpft 0:0 gegen SSV Reutlingen - Bierwurf aus SSV-Block

Die Wetterlage war am Samstagnachmittag über dem Holzhofstadion war angenehm. Ein Spätsommertag. Zumindest teilweise war der Himmel heiter. Das mag dem einen oder anderen Zuschauer, der das Oberligaspiel zwischen dem 1. CfR Pforzheim und dem SSV Reutlingen verfolgte, etwas Hoffnung gemacht haben. Denn schon Mitte der Halbzeit zeichnete sich ab: Dieses Spiel kann nur durch ein Tor aus heiterem Himmel entschieden werden.

„Gott sei Dank“, entfuhrt es einem Zuschauer auf der Haupttribüne nach dem Schlusspfiff. Damit meinte er nicht das Ergebnis, sondern die Tatsache, dass der fade Kick vorüber war. Gästetrainer Jochen Claas redete nicht um den heißen Brei herum: „Für dieses Spiel muss man sich eigentlich bei den Zuschauern entschuldigen.“

Am Ende wurden dann auch die enttäuscht, die ihre Hoffnung auf den besagten heiteren Himmel gesetzt hatten. Es fiel kein Tor. Eigentlich gab es auf beiden Seiten noch nicht einmal eine nennenswerte Torchance. Das 0:0 nach 90 Minuten war am Ende leistungsgerecht, auch wenn der Begriff Leistung an diesem Tag mit den Offensivbemühungen beider Mannschaft nicht kompatibel war.

Mit dem verletzten Dominik Salz (4 Tore) und dem angeschlagenen Nico Charrier (2) fehlten die beiden bislang erfolgreichsten Pforzheimer Angreifer. So begannen die Gastgeber mit Sven Bode als einziger Spitze. Der junge Stürmer bekam allerdings selten einen Ball zu sehen. Flüssige Kombinationen blieben Mangelware, die zahlreichen langen Pässe wurden fast durchweg eine Beute der sattelfesten Reutlinger Abwehr. „Das war heute sehr schwer. Vorne waren wir eigentlich immer in Unterzahl“, gestand Bode nach der Partie ein.

Ein bisschen war das aber auch so gewollt. „Die Vorgabe war, dass wir zu Null spielen“, sagte Co-Trainer Markus Zörrer, der in der Pressekonfenz den privat verhinderten Cheftrainer Adis Herceg vertrat. Benjamin Sturm bestätigte diese taktische Marschroute: „Wir wollten die Reutlinger mit ihren eigenen Mitteln schlagen“, so der CfR-Abwehrspieler. Und die Mittel der Reutlinger auswärts sind eine kompakte Abwehr zusammen mit erfolgreichen Kontern.

Am Ende belauerten sich beide Mannschaften über 90 Minuten, standen sicher und ließen keine Konter zu. Schon gar keine erfolgreichen.

Die gute Nachricht aus Pforzheimer Sicht ist, dass jetzt die Abwehr steht. Der CfR hatte in den ersten sechs Saisonspielen satte 18 Gegentreffer kassiert. Jetzt blieben die Pforzheimer nach dem 1:0-Erfolg beim Karlsruher SC II zum zweiten Mal ohne Gegentor. Das könnte auch an Benjamin Sturm liegen, der in Karlsruhe erstmals von Beginn an gespielt hatte und auch gegen Reutlingen ein Anker in der zunehmend stabiler wirkenden Abwehr war.

Vorne aber wurde ein Spieler vermisst, der mit den vielen langen Bällen etwas hätte anfangen können. „Dominik Salz hat heute brutal gefehlt“, drückte Sebastian Rutz das aus, was viele dachten. Der letztjährige CfR-Kapitän, der die Partie als Zuschauer verfolgt hatte, sah einen Teil der Schuld aber auch beim unebenen Rasen auf dem Holzhof. „Der Blick von außen täuscht. Es ist eine echte Herausforderung, hier einen Flachpass zu spielen“, so Rutz.