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CfR-Neuzugang Nico Charrier (links) trifft hier mit einem Volleyschuss zum 4:1 gegen Oberachern (Archivfoto). Ripberger
CfR-Neuzugang Nico Charrier (links) trifft hier mit einem Volleyschuss zum 4:1 gegen Oberachern (Archivfoto). Ripberger
21.08.2017

1. CfR Pforzheim hat noch Luft nach oben - Mittwoch in Freiberg

Licht und Schatten gab es bei der Heimpremiere des 1. CfR Pforzheim in der neun Fußball-Oberliga-Saison gegen den SV Oberachern. Trainer Adis Herceg hatte beim 4:3-Sieg viel Gutes gesehen, aber auch noch einige Dinge, die im neuen Team verbessert werden müssen.

Viel Zeit hat Herceg dafür nicht, denn schon am Mittwoch um 18.30 Uhr steht das dritte Saisonspiel bei der SGV Freiberg an. Vor der Auswärtspartie beleuchtet die PZ die Lage beim CfR.

1:3 zum Auftakt gegen Aufsteiger Villingen, jetzt ein 4:3-Zittersieg nach 4:1-Führung gegen einen Abstiegskandidaten Oberachern – muss man sich Sorgen um den CfR in dieser Saison machen?

Überhaupt nicht! Die neuformierte Mannschaft braucht eben noch Zeit, um sich einzuspielen. Gegen Oberachern standen sechs neue Spieler in der Startelf, da fehlt teilweise noch die Abstimmung in den einzelnen Mannschaftsteilen. In der Offensive ging schon mal die Post ab – vier Tore in 19 Minuten –, dafür haperte es noch im Abwehrverhalten.

Wo liegt hier das Problem?

Der CfR spielt mit einer völlig neuen Viererkette. Toni Suddoth agierte gegen Oberachern als Rechtsverteidiger, Saito Akiyoshi als Linksverteidiger, die Innenverteidigung bildeten Joao Tardelli und Robert Stark. Vor allem Tardelli – ein klassischer Achter – ist für die Abwehr eigentlich nicht vorgesehen. Der Brasilianer hilft aber aus, da Neuzugang Zvonimir Borac wegen Leistenbeschwerden noch rund fünf Wochen ausfällt. Gegen Oberachern spielte Tardelli stark und auch schon im Pokal gegen Spielberg. „Er muss halt jetzt die Birne hinhalten, solange wir noch keinen Ersatz auf dieser Position haben“, sagt CfR-Coach Adis Herceg und verweist auf das Transferende zum 31. August. Tardelli: „Für mich ist es natürlich ungewohnt in der Viererkette zu spielen, doch ich habe kein Problem damit.“ Die ganz große Sicherheit strahlte der Defensivverbund gegen Oberachern nicht aus, zweimal musste Manuel Salz in der ersten Halbzeit in höchster Not mit Glanzparaden klären. Beim 1:3 von Nico Huber war er machtlos. In der zweiten Halbzeit ließ der CfR aus dem Spiel heraus keine Chancen zu. Die beiden Gegentreffer resultierten aus zwei Standards. „Das waren zwei Aufmerksamkeitsfehler“, meinte Adis Herceg und fügte hinzu: „Die Spieler waren sich nach dem 4:1 schon zu sicher. In der Halbzeitpause hat man das gemerkt. Aber die Spieler hatten auch schwere Beine vom Pokalhit gegen Spielberg.“

Wie präsentierten sich sonst die Neuzugänge?

Toni Suddoth spielte als Linksverteidiger solide, Robert Stark (Innenverteidigung) und Julian Grupp (Sechser) merkte man den Trainingsrückstand etwas an. Vor allem der mit vielen Vorschusslorbeeren beim CfR empfangene Grupp von TuS Koblenz hat noch Luft nach oben. Seine Ballsicherheit stellte er schon unter Beweis, dafür vermisste man seine Ausstrahlung auf dem Platz.

Akiyoshi Saito hatte als Linksverteidiger vor allem in der zweiten Halbzeit einige unglücklichen Aktionen, wurde aber dennoch bei seiner Auswechslung von den CfR-Fans mit Applaus bedacht. Raphael App ließ seine Klasse mit dem Tor zum 3:0 aufblitzen, auf der rechten Außenbahn fehlte dem 19-Jährigen aber noch das Durchsetzungsvermögen.

Nico Charrier harmonierte dagegen mit Dominik Salz als hängende Spitze und scheint eine absolute Verstärkung für die CfR-Offensive zu sein. Vor allem sein Volleyschuss zum 4:1 war schon das Eintrittsgeld wert – und sein artistischer Salto-Jubel sowieso.

Was erwartet den CfR am Mittwoch auswärts bei der SGV Freiberg?

Aufsteiger Freiberg ist mit zwei Niederlagen in die Saison gestartet und belegt mit 3:6 Toren Tabellenplatz 15. Gegen Sandhausen II verspielte Freiberg eine 2:0-Führung (Endstand 2:3), gegen Neckarsulm ein 1:0 (1:3). Adis Herceg erwartet einen „spielstarken Gegner“, der den Klassenerhalt als Saisonziel ausgegeben hat. Da der Rasenplatz kein Flutlicht hat, könnte die Partie auf dem Kunstrasen ausgetragen werden.

Wird Adis Herceg an seiner Startelfformation etwas verändern?

Drei Spiele in neun Tagen gehen auch zu Saisonbeginn an die Substanz. Gut möglich, dass Herceg deshalb ein, zwei Veränderungen vornimmt. Zum Beispiel könnte Anthony Coppola auf Rechtsaußen von Beginn an auflaufen. Gegen seinen ehemaligen Verein wird der Niederländer auch bestimmt voll motiviert sein.