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CfR-Abwehrspieler Robert Stark (rechts) droht gegen Reutlingen auszufallen. Foto: PZ-Archiv
CfR-Abwehrspieler Robert Stark (rechts) droht gegen Reutlingen auszufallen. Foto: PZ-Archiv
21.09.2017

1. CfR Pforzheim muss gegen SSV Reutlingen auf Dominik Salz verzichten

Nicht jedes Wiedersehen macht Freude! Dirk Prediger, Janick Schramm und Filip Milisic werden am Samstag mit gemischten Gefühlen das Holzhofstadion betreten. Zum einen werden sich die drei Spieler des SSV Reutlingen freuen, wieder ihre Jungs vom 1. CfR Pforzheim zu sehen, zum anderen werden sie sich aber auch daran erinnern, dass der Verein sie nach der vergangenen Saison quasi vor die Tür setzte.

Der Mann, der ihnen damals verklickerte, dass der CfR nicht mehr mit ihnen plane, war Adis Herceg. Damals Sportchef, heute Cheftrainer. „Ich war quasi der Depp. Nach so einer Geschichte bleibt immer etwas hängen“, sagt Herceg. Er kann das aber ab. „Ich habe kein Problem mit den Jungs, sie aber vielleicht mit mir“, vermutet er. Herceg will ihnen trotzdem offen begegnen und die Hand reichen. Schließlich läuft es nun mal so im Fußballgeschäft.

Der CfR-Coach weiß aber auch, dass es Prediger, Schramm und Milisic bei ihrer Rückkehr auf den Holzhof ihrem Ex-Club zeigen wollen. „Die werden hochmotiviert sein“, so Herceg.

Während Mittelfeldspieler Filip Milisic bisher alle sieben Saisonspiele für den SSV bestritten hat, durfte Abwehrspieler Janick Schramm nicht immer über die vollen 90 Minuten ran. Auch Dirk Prediger kommt bisher in fünf Spielen nur auf 330 Spielminuten. Wegen muskulärer Probleme musste der Mittelfeldrenner zwei Wochen pausieren, zuletzt beim 0:0 gegen Neckarsulm durfte er in der Schlussphase noch ein bisschen wirbeln. Vermutlich darf er am Samstag gegen seinen Ex-Verein von Beginn an ran.

Wer dagegen auf Pforzheimer Seite aufläuft, ist noch fraglich. Adis Herceg hat große personelle Probleme. Extrem schwer wiegt dabei der Ausfall von Dominik Salz. Der Stürmer musste schon nach seinem Siegtreffer beim 1:0 gegen den KSC II vom Platz und kann wegen Problemen am Hüftbeuger morgen zu „99,9 Prozent“ (Herceg) nicht spielen. Ein großes Fragezeichen steht auch hinter den Einsätzen von Allrounder Joao Tardelli (Oberschenkel zwickt), Innenverteidiger Robert Stark (Adduktorenprobleme) und Angreifer Nico Charrier (Fersenprobleme). Zudem war Abwehrmann Toni Suddoth die ganze Woche krank. Herceg muss also seine zuletzt erfolgreiche Mannschaft wieder umbauen. Eine Alternative für Salz im Sturm könnte der 19-jährige Can Torun sein oder Neuzugang Sven Bode (23).

Nach seiner starken Leistung in Karlsruhe dürfte Benjamin Sturm in der Innenverteidigung gesetzt sein. „Er bringt viel Sicherheit in unser Spiel“, lobt ihn Herceg.

Angetrieben von vermutlich rund 150 Reutlinger Fans, wird der SSV als Tabellenneunter versuchen auch in Pforzheim dreifach zu punkten. Bisher hat die Mannschaft von Jochen Claas von ihren neun Punkten, sieben auswärts geholt. Herceg erwartet demnach eine „kompakte Mannschaft“, die mit Pierre Eiberger (3 Saisontore) und Onesi Kuengienda (2) zwei gefährliche Offensivspieler in ihren Reihen hat.

Sein Team sei dagegen „erleichtert“ nach dem zweiten Saisonsieg im Wildpark, nun gehe es darum, die gezeigte Leistung erneut abzurufen. „Wir wollen zu Hause gewinnen, dafür werden wir den Platz auch nochmal in Schuss bringen“, blickt Herceg voraus und hofft auf ein gutes Geläuf auf dem seine Jungs besser kombinieren können als zuletzt im Derby gegen Nöttingen. Die Fans würden sich freuen. Sie sind auf alle Fälle bereit für den zweiten Heimsieg.