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Wie sich die Bilder gleichen: Der FC Nöttingen (oben) und der 1. CfR Pforzheim hatten zuletzt öfters Grund zum Jubeln.  Fotos: PZ-Archiv/Hennrich 

1. CfR Pforzheim und FC Nöttingen greifen in der Fußball-Oberliga an

Pforzheim/Remchingen-Nöttingen. Jetzt, wo der Winter naht und sich das Jahr dem Ende zuneigt, blühen bei den Fußballern des FC Nöttingen und des 1. CfR Pforzheim Träume. Träume vom guten Abschluss einer bislang starken Saison in der Oberliga.

Träume von der Teilnahme im Titelrennen bis zum Schluss. In Spitzenspielen am kommenden Samstag können beide Teams nachlegen. Die Nöttinger empfangen in der Kleiner Arena den Tabellenzweiten Stuttgarter Kickers. Der CfR ist im Holzhofstadion Gastgeber des Tabellennachbarn Bissingen. Zwei Spitzenspiele zum Jahresausklang.

Der nicht optimale Start

Rückblende: Anfang September sah es für beide Clubs aus der Region längst nicht so rosig aus. Sowohl die Nöttinger als auch die Pforzheim waren verhalten gestartet – wenn man es nett ausdrücken will. Nöttingen rangierte auf Rang neun, der CfR auf Rang 13. Dazwischen lag der SGV Freiberg auf Platz elf.

Die Serientäter

Seither haben diese drei Teams mit beeindruckenden Serien die Liga aufgemischt und sich in der Tabelle weit nach vorne geschoben. Besonders die Freiberger starteten mit zwölf Spielen ohne Niederlage, in denen sie beeindruckende 30 Punkte einsammelten und die Tabellenspitze eroberten, durch.

Begonnen hat die SGV-Serie übrigens mit einem etwas glücklichen 3:2-Sieg beim FC Nöttingen. Die Lila-Weißen haderten zu Saisonbeginn in einigen Spielen mit der Diskrepanz zwischen Aufwand und Ertrag. Das hat sich aber längst geändert. Seit zehn Begegnungen ist das Team von Michael Wittwer jetzt schon unbesiegt und hat dabei 22 Zähler geholt. Auf Platz drei lauert der FCN nun mit Tuchfühlung zur Tabellenspitze. Ganz so beeindruckend nimmt sich die Serie des 1. CfR Pforzheim nicht aus, ebenso wenig wie der aktuelle Platz acht in der Tabelle. Aber das Team von Holzhof liegt mit nur drei Zählern hinter Nöttingen in Lauerstellung.

Nöttinger Stärken

Es gibt aktuell einiges, was für die Teams aus dem Fußballkreis Pforzheim spricht. Bei Nöttingen ist es eine neue Sachlichkeit und ein Selbstbewusstsein, das es dem Team auch ermöglicht, schwierige Situationen zu meistern. So hat die Truppe von Michael Wittwer zuletzt einige Begegnungen nach Rückstand gedreht. „Toll, wie wir die Ruhe bewahren“, hat der Trainer zuletzt sein Team mehrfach gelobt.

Den größten Wandel haben die Lila-Weißen aber beim Abwehrverhalten gemacht. In den vergangenen Jahren war das oft die Achillesferse des Teams, jetzt steht man mit 18 Gegentoren in 17 Spielen ungewohnt sicher. Zugleich hat die Mannschaft mit 33 erzielten Toren die zweitbeste Offensive der Spielklasse.

Auch der CfR überzeugt

Ganz so beeindruckend sind die Pforzheimer Zahlen auf den ersten Blick nicht. Auf den zweiten aber schon. Wie Lokalrivale Nöttingen hat man nur 18 Gegentore kassiert, und das mit einer runderneuerten Viererkette. Der CfR sammelt zudem daheim im Schnitt 2,1 Punkte pro Spiel, auswärts sind es nur 1,4. Die gute Nachricht: Von den restlichen 17 CfR-Spielen steigen zehn daheim. Dabei beschweren sich nicht nur Gästespieler über den „Acker“ im Stadion an der Enz, auch die CfR-Kicker meutern immer öfters angesichts des holprigen Untergrunds.

Doch die Pforzheimer sind bislang gut mit dieser Widrigkeit klargekommen, ebenso wie mit der Situation, die sie tief in den sportlichen Abgrund hätte reißen können. Als es in der Halbzeit des Heimspiels gegen Ilshofen zu einer heftigen Konfrontation zwischen Trainer Gökhan Gökce und Mittelfeldspieler Kushtrim Lushtaku kam, schien es, als stehe die Saison für den Oberligisten auf der Kippe. Doch das Team zeigte Moral und verlor danach nur noch ein Spiel – beim SGV Freiberg.

Im Angriffsmodus

Jetzt wollen beide Mannschaften angreifen. Michael Wittwer hatte schon vor der Saison klargestellt, dass er nicht antrete, um Vierter oder Fünfter zu werden. Und beim CfR hat sich Torsten Heinemann zuletzt aus der Deckung gewagt. „Wir wollen es wissen, schon diese Saison“, hatte der Sportliche Leiter mit Blick auf die Tabelle bei der Mitgliederversammlung verkündet.