nach oben
Schau, da stehen wir! Trainer Teo Rus (rechts) und Sportvorstand Torsten Heinemann checken die Lage in der Oberliga. Durch die Pleite in Ulm büßte der CfR wichtige Punkte ein. Foto: Ripberger
Schau, da stehen wir! Trainer Teo Rus (rechts) und Sportvorstand Torsten Heinemann checken die Lage in der Oberliga. Durch die Pleite in Ulm büßte der CfR wichtige Punkte ein. Foto: Ripberger
Nicht nur gegen Ulm, auch schon gegen Hollenbach (Foto) hatte ein Fehlpass von CfR-Spieler Marco Bornhauser (links) fatale Folgen.  Foto: Becker
Nicht nur gegen Ulm, auch schon gegen Hollenbach (Foto) hatte ein Fehlpass von CfR-Spieler Marco Bornhauser (links) fatale Folgen. Foto: Becker
09.11.2015

1. CfR Pforzheim verpasst in Ulm den Fahrstuhl nach oben

Der 1. CfR Pforzheim konnte am Wochenende den Abstand zur Tabellenspitze durch die Niederlage beim SSV Ulm nicht verringern. Sportchef Torsten Heinemann spricht davon, dass die Pforzheimer auf dem Platz zu viele Geschenke verteilen.

Man könnte ihn ein schlampiges Genie nennen: Marco Bornhauser. Der Mittelfeldspieler des 1. CfR Pforzheim ist eine wichtige Stütze beim Fußball-Oberligisten, ein Arbeiter auf der rechten Außenbahn. Mal glänzt der 24-Jährige als Vorbereiter, mal vollstreckt der Rechtsfuß (2 Saisontore) selber. Ab und zu leistet sich Bornhauser aber auch mal einen Bock. Am sechsten Spieltag daheim gegen Hollenbach spielte er einen fatalen Fehlpass, der zum 0:1-Siegtreffer für den FSV führte, und auch am vergangenen Samstag beim Spiel in Ulm fand ein Pass von ihm den falschen Abnehmer, woraus das 0:1 (9.) für die Spatzen durch einen Elfmeter resultierte.

Die Schuld aber allein bei Bornhauser zu suchen, wäre falsch. „Dem 0:1 ging eine lange Fehlerkette voraus“, so CfR-Coach Teo Rus nach der ärgerlichen 1:2-Pleite. Damit meinte er den Schuhwechsel von Serach von Nordheim an der Seitenauslinie, wodurch Bornhauser kurzfristig die Verteidigerposition einnehmen musste, der CfR in Unterzahl spielte und dann im Strafraum völlig den Überblick verlor, am Ende gab es Elfmeter für Ulm.

„Wir verteilen schon das ganze Jahr über Weihnachtsgeschenke“, ärgert sich diesbezüglich Torsten Heinemann. „Vorne vergeigen wir viele gute Chancen und hinten leisten wir uns gravierende Fehlpässe“, sagt der Sportvorstand des CfR. Hinzu käme, dass in Ulm der Schiedsrichter auch noch als Knecht Ruprecht aufgetreten wäre, so Heinemann. Er spricht damit einige fragwürdige Entscheidungen gegen die Pforzheimer an.

Durch die Niederlage konnte der CfR den Abstand zur Tabellenspitze nicht verringern. Statt nur sechs Punkte auf Platz eins (Nöttingen) und zwei (Hollenbach), sind es nun neun Zähler. „Es wäre wichtig gewesen, in Ulm was mitzunehmen“, trauert Heinemann der verpassten Chance seiner stark spielenden Mannschaft hinterher. Etwas entspannter sieht es Teo Rus. „Es ist nichts passiert“, sagt er, „jetzt müssen wir eben in den kommenden drei Heimspielen punkten“.

Es warten die schweren Aufgaben gegen Oberachern (9. Platz), KSC II (6.) und Bissingen (8.). „Und daheim haben wir uns auf dem holprigen Rasen bisher immer schwergetan“, erinnert Heinemann. Teo Rus fügt aber selbstbewusst hinzu: „Heimspiele sind Drei-Punkte-Spiele.“

Fakt ist, der CfR spielt – obwohl man schon viele Punkte hat liegenlassen – vorne mit. Und der Sportchef glaubt auch, dass man sich bis zum Ende der Saison mit vier anderen Teams um die Meisterschaft und Platz zwei streiten werde. „Die Mannschaft hat die Qualität dazu“, sagt Heinemann. Ob die Qualität in der Winterpause noch durch Neuverpflichtungen verbessert werde, konnte er noch nicht sagen. „Wir werden schauen, was der Markt hergibt. Im Moment sind wir aber mit dem Kader sehr zufrieden.“