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19.09.2009

1. FC Pforzheim erkämpft sich Last-Minute-Sieg

PFORZHEIM. Es gibt Fußballspiele, da wirkt ein Team besser, da riecht die Elf nach zwei Dritteln der Spielzeit schon den Sieg, und dann kommt urplötzlich in den letzten Minuten die Wende. Die Fans von SV Waldhof Mannheim 2 werden sich fragen, warum es gerade sie am Samstag im Brötzinger Tal auf diese Art erwischt hat. Mit solchen Gedanken dürften sich die Fans des 1. FC Pforzheim wohl nicht belasten. Sie freuen sich über einen kurz vor Schluss herausgespielten Sieg.

Mit dem 3:2 in der 88. Minute durch Bruno Martins haben die Pforzheimer den Mannheimern gerade noch rechtzeitig ein Bein gestellt. Die sahen nämlich über weite Phasen des Spiels einfach besser aus als das Team aus dem Brötzinger Tal. Aber weil auch in der Verbandsliga ein Spiel mindestens 90 Minuten dauert, der Ball dort ebenfalls rund ist und der FCP manchmal sogar das Glück des Tüchtigen hat, haben die Pforzheimer nun drei Punkte mehr auf dem Konto. Das war dann auch der Lohn dafür, dass sich die Elf aus der Goldstadt nie aufgegeben hat.

Die Mannheimer werden sich ärgern, denn allein Memet Yalzin hätte den SV vorzeitig auf die Siegerstraße schießen müssen. Ein hoher Mannheimer Sieg wäre nach Anzahl der Riesenchancen drin gewesen, so aber blieb es bei zwei Waldhof-Toren durch Zan Xu (35. Minute zum 1:1) und Oliver Malchow (57. Minute zum 1:2).

In der 25. Minute war der FCP durch Michael Schrammel in Führung gegangen. Der konnte sich beim Spielmacher und Kapitän Bruno Martins für dessen Freistoßflanke, der ein Kopfballtor folgte, bedanken. Doch Martins hatte an diesem Samstag noch mehr vor, als nur Vorlagen für Tore zu geben. In der 80. Minute glich er selbst zum 2:2 aus, in der 88. Minute schoss er den 3:2-Siegtreffer. Mit nun schon fünf Toren beweist Martins, wie wertvoll er für den FCP ist.

Über 90 Minuten hinweg bot das Spiel sehr viel Unterhaltungswert. Es war so richtig bunt. Wenn auch FCP-Trainer Rudi Herzog wohl lieber etwas weniger Farbe im Spiel gesehen hätte. Es ist nämlich erst eine Woche her, da mussten Martin Maier und Dennis Garcia-Franco in Neckarelz wegen einer Gelb-Roten Karte frühzeitig vom Platz. Jetzt hat es Simon Mößner erwischt. In der 52. Minute für Michael Schrammel ins Spiel gekommen, durfte Mößner nur ein kurzes Gastspiel geben. Nach einer Rangelei sah er in der 77. Minute die Rote Karte. Cleverness sieht anders aus, und Trainer Rudi Herzog wird sich überlegen müssen, wie er die jüngsten Disziplinlosigkeiten ausmerzt.

Nur gut, dass es dem FCP in Unterzahl trotzdem gelang, ein Tor zu schießen. Drei Minuten nach dem Abschied von Mößner fiel der 2:2-Ausgleich. Und der brachte dann auch wieder den Ausgleich bei der Spieleranzahl auf dem Feld, denn Waldhof-Torhüter Levent Cetin schien mit dem Torpfiff des Schiedsrichtern Thomas Bauer aus Kuppenheim so gar nicht einverstanden zu sein. Das brachte ihm wegen wiederholten Meckerns die Gelb-Rote Karte ein.

Und wer hatte außer den FCP-Fans noch seinen Spaß an dem unterhaltsamen Spiel? Die Polizei. Die musste nämlich nur auf eine Hand voll mitgereister Waldhof-Fans achten. Wer Ausschreitungen der für ihre Liebe zur Randale bekannten Waldhof-Fans erwartet hatte, wurde enttäuscht.

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