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31.10.2009

1. FC Pforzheim trotz Unterzahl stark gegen FV Lauda

PFORZHEIM. Dass ein Spiel 90 Minuten dauert, hat Nationaltrainer-Legende Sepp Herberger als ewige Wahrheit in der Fußballgeschichte festgeschrieben. Das ist viel Zeit, um ein Tor zu schießen. Das heißt aber auch nicht, dass es verboten wäre, schon ganz früh Tore zu schießen und ein Spiel vorzeitig zu entscheiden. Das hätte sich der 1. FC Pforzheim und insbesondere Simon Mößner zu Herzen nehmen sollen, denn allein in der ersten Viertelstunde hatte der FCP zwei, drei hochkarätige Torchancen.

Diese blieben ungenutzt. Nur gut, dass sich das Team aus dem Brötzinger Tal auf eine bärenstarke Abwehr verlassen zu konnte, die einmal mehr kein Gegentor des FV Lauda zuließ.

Die FCP-Fans hatten sich schon ans Siegen gewöhnt. Und ein weiteres 1:0, bislang so etwas wie das Standard-Ergebnis der Pforzheimer, wäre wohl ein Grund zum Feiern gewesen. Doch dieses Mal wurde das Warten auf den Siegtreffer nach 90. Minuten nicht belohnt. Trotzdem: Das 0:0 gegen das ohne vier verletzte Stammspieler aus dem Taubertal angereiste Team kann fast wie ein halber Sieg gewertet werden, denn der FCP spielte von der 42. Minute an nach einer Ampelkarte gegen Jurij Bock (er schlug in der 41. Minute den Ball weg und foulte dann eine Minute danach wieder) in Unterzahl. Das Beste daran: Die restlichen Zehn aus dem Brötzinger Tal boten eine kämpferisch und läuferisch starke Leistung. Der Auftritt des FCP war so beeindruckend, dass sich die gegnerische Elf überhaupt keine zwingenden Torchancen erarbeiten konnte. Im Gegenteil: Selbst mit einem Mann weniger war der FCP immer einen Tick gefährlicher. Es gab sogar Torchancen durch Bruno Martins, Michael Schrammel und Francesco Grifo, die allerdings nicht so glasklar waren wie in der ersten Halbzeit.

Lauda hätte sich nicht beklagen dürfen, wenn der FCP schon nach 15 Minuten mit 2:0 in Führung gegangen wäre. Doch Mößner konnte sein Torekonto einfach nicht aufstocken, unter anderem auch weil Lauda-Keeper Julian Bach etwas dagegen hatte. Auf der anderen Seite war Oliver Nell im FCP-Tor wieder ein Garant für Sicherheit, wie überhaupt die Abwehr nichts anbrennen ließ. Nicht umsonst hat der FCP in zehn Spielen erst sieben Gegentreffer kassiert.

Was wäre gewesen, wenn der FCP 90 Minuten lang mit elf Spielern auf dem Platz im Brötzinger Tal gekickt hätte? Vielleicht wäre Lauda doch noch in die Knie gezwungen worden, so aber gab die Gelb-Rote Karte für Bock dem Spiel eine Wende. Zumindest bei den FCP-Fans war diese Schiedsrichter-Entscheidung umstritten. Vielleicht lernt Bock aber auch seine Lektion, denn den Ball wegschlagen und kurz darauf foulen zeugt nicht gerade von Cleverness.

Gelbe Karten gab es reichlich, beim 1. FC Pforzheim außer Bock noch für Samet Tuzluca und Tobias Wacker. Vier gelbe Karten erhielten die Spieler vom FV Lauda. Die mussten zuweilen zu etwas unkonventionellen Mitteln greifen, denn der FCP war trotz Unterzahl die bessere Mannschaft mit den besseren Chancen. Ausgewechselt wurden beim FCP Michael Schrammel für Ignazio Scozzari (55. Minute), Francesco Grifo für Mario Heimberger (58. Minute) und Thorsten Kraski für Martin Maier (89. Minute). Am Ende reichte es für die Schützlinge von Trainer Rudi Herzog trotz Torlosigkeit zu einem letztlich doch recht guten Spiel, mit dessen Ergebnis der FV Lauda mehr als nur gut bedient worden ist. Immerhin: Platz zwei ist dem FCP auch nach der letzten Begegnung dieser Spielwoche nicht zu nehmen.