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VfB Stuttgart-Borussia Dortmund 1:1 - Die Stuttgarter Spieler William Kwist (links) und Tamas Hajnal (rechts) nehmen den Dortmunder Ivan Perisic in die Zange.
VfB Stuttgart-Borussia Dortmund 1:1 - Die Stuttgarter Spieler William Kwist (links) und Tamas Hajnal (rechts) nehmen den Dortmunder Ivan Perisic in die Zange. © dpa
29.10.2011

1:1 - VfB Stuttgart bremst Dortmunder Aufholjagd

STUTTGART. Der VfB Stuttgart hat die Aufholjagd von Borussia Dortmund leicht gebremst. In einem zeitweise hochklassigen Verfolgerduell kam es zu einem 1:1 (1:1). Lukas Piszczek (45.+1) glich die Stuttgarter Führung durch Serdar Tasci (22.) zwar noch aus. Trotzdem liegt der BVB in der Tabelle nun wieder fünf Punkte hinter Spitzenreiter Bayern München.

Drei Tage vor ihrer vermeintlich letzten Chance in der Champions League gegen Olympiakos Piräus zeigten die Dortmunder in der ersten Halbzeit noch ihr «internationales Gesicht»: Sie ließen sich von einem eher schwächer besetzten Gegner den Schneid abkaufen. Am Ende aber verhinderte nur noch VfB-Torwart Sven Ulreich mit mehreren Glanzparaden einen Dortmunder Sieg.

Vor 60 000 Zuschauern in der ausverkauften Mercedes-Benz Arena sah es schon zu Beginn so aus, als wolle der BVB den VfB überrollen: Die Gäste schossen in den ersten sechs Minuten gleich viermal aufs Tor. Der Versuch von Robert Lewandowski flog an den Pfosten (3.), der von Mario Götze (3.) nur knapp vorbei, die Stuttgarter dagegen brauchten etwas, um in dieses Topspiel zu finden.

Nach Molinaros energischem Vorstoß über die linke Seite (8.) steigerte sich der VfB zu seiner phasenweise besten Saisonleistung. Er hielt den Dortmundern viel Leidenschaft entgegen und überzeugte dabei auch spielerisch. Mal ging es schnell in die Spitze, mal variabel über die Flügel, wobei die Mannschaft von Bruno Labbadia für ihr zu diesem Zeitpunkt verdientes Führungstor eine Standardsituation benötigte: Martin Harnik schoss den Ball nach einem Freistoß des Ex-Dortmunders Tamas Hajnal an den Pfosten, Tasci drückte den Abpraller über die Linie. BVB-Torwart Roman Weidenfeller war zum ersten Mal nach 348 Bundesliga-Minuten wieder geschlagen.

Tascis Mitwirken war wegen einer Knieverletzung lange Zeit fraglich gewesen. Der 24 Jahre alte Verteidiger gab aber genauso grünes Licht für seinen Einsatz wie der mit Gesäßmuskelproblemen kämpfende Cacau. Beim BVB erhielt Neuzugang Ivan Perisic auf der linken Seite überraschend den Vorzug vor Kevin Großkreutz.

Nach dem Rückstand schaffte es der deutsche Meister immerhin, das Spiel etwas zu beruhigen. Abgesehen von einem Sololauf von Götze (37.), der nach dem Eingreifen von Tasci vehement einen Elfmeter forderte, machte die Borussia dabei aber nicht allzu viel nach vorn. Der Ausgleich von Piszczeck fiel demzufolge überraschend - die gesamte Stuttgarter Abwehr hatte bei diesem Angriff geschlafen.

Nach dem Wechsel spielten beiden Mannschaften mit hohem Tempo auf Sieg. Nun war aber Dortmund deutlich besser im Spiel, was vor allem für den leichtfüßigen Shinji Kagawa galt. Das Tor von Piszczeck hatte er bereits vorbereitet, jetzt versuchte es der Japaner mehrfach selbst: In der 50. Minute zwang er Sven Ulreich zu einer Parade, zehn Minuten später tauchte er völlig allein vor dem VfB-Keeper auf und schoss unbedrängt über das Tor.

Stuttgart hatte Probleme, Kagawa und Götze unter Kontrolle zu halten und seine Angriffe zu Ende zu spielen. Abgesehen von zwei Fernschüssen von Zdravko Kuzmanovic (56.) und Ibrahima Traoré (81.) war vom VfB vorne nicht mehr viel zu sehen. Anders Dortmund: Nach den Einwechselungen von Großkreutz und Lucas Barrios musste Ulreich in der Schlussphase noch mehrfach gegen Marcel Schmelzer (85.), Götze (88.) und einen Kopfball von Neven Subotic (89.) klären. dpa/rfr