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27.09.2015

1:1 gegen Heidenheim: Karlsruher SC atmet nach spätem Ausgleich auf

Heidenheim. Nach 92 Spielminuten mit viel Frust hat der Karlsruher SC am Sonntag beim Gastspiel in Heideheim ein spätes Erfolgserlebnis gefeiert. Der Freistoßtreffer von Enrico Valentini zum 1:1 bescherte den Badenern in der 93. Spielminute doch noch die sehnlich erhofften Glücksgefühle. Aus halblinker Position traf der Abwehrspieler aus 24 Metern genau in den Winkel und ließ dadurch frustrierte Gastgeber zurück, die durch Arne Feick seit der 9. Spielminute geführt hatten.

„Wir sind diesem 0:1 lange hinterher gelaufen“, fasste Markus Kauczinski die restliche Spielzeit der Zweitliga-Partie einer vielen Zweikämpfen zusammen. „Wir hatten sehr viel Ballbesitz. Die letzte Durchsetzungsfähigkeit aber hat uns gefehlt. Trotzdem: Die Mannschaft hat alles für diesen Ausgleich getan und wurde letztendlich für ihre Riesenmoral belohnt.“

„Punkt für Punkt sammeln“

Auch Sportdirektor Jens Todt bezeichnete den Punktgewinn der Wildparkprofis als „hoch, hoch verdient“ und machte den KSC-Spielern für ihre „kämpferisch großartige Leistung“ ein dickes Kompliment. An die spielerische Klasse der vergangenen Saison kommen die Badner derzeit nicht heran. Deshalb müsse man, so Todt, „einfach Punkt für Punkt sammeln.“

In der Voith-Arena war die Abtastphase noch nicht abgeschlossen, als die Gastgeber in Führung gingen. Marc Schnatterer brachte die erste Ecke der Schwaben von rechts vor das KSC-Tor, der aufgerückte Linksverteidiger Arne Feick kam im Fünfmeterraum der Wildparkprofis mit dem Kopf an den Ball und es stand 1:0 (9.).

Anschließend entwickelte sich der KSC zwar zur besseren Mannschaft, im letzten Drittel des Spielfeldes aber fehlte den Schützlingen von Trainer Markus Kauczinski die Genauigkeit und der Druck. Vor allem über rechts kamen die Gäste zwei-, dreimal erfolgversprechend nach vorne. Aber Erwin Hoffer war am ersten Pfosten jeweils eng bewacht und bedrängt und konnte nicht erfolgreich abschließen (14., 23.). Auch mit ruhenden Bällen brachte Karlsruhe die Heidenheimer Abwehr nicht in Verlegenheit. Von der 27. Bis zur 37. Minute verpufften vier Freistöße von rechts wirkungslos. Heidenheim hingegen hatte aus heiterem Himmel das 2:0 auf dem Fuß. Nach einem Pass von Robert Leipertz tauchte Daniel Frahn von rechts frei vor Dirk Orlishausen auf, doch der KSC-Keeper verkürzte geschickt den Winkel (29.).

Spiel auf ein Tor

Nach dem Seitenwechsel lief das Spiel fast nur noch in Richtung Heidenheimer Tor. FCH-Torhüter Jan Zimmermann musste jedoch kein einziges Mal ernsthaft eingreifen. Seine Vorderleute verstanden es sehr gut, den KSC vom Tor wegzuhalten – verursachten dabei jedoch etliche Freistöße. Siebenmal in den zweiten 45 Minuten hatten die Wildparkprofis den ruhenden Ball vor den Füßen, ohne damit wirklich gefährlich werden zu können. Bis die Nachspielzeit anbrach. Noch einmal entschied Schiedsrichter Peter Sippel auf Freistoß für den KSC – so nahe am Heidenheimer Tor wie nie zuvor in dieser hart aber nie unfair geführten Partie. „Als ich zur Ausführung hinlief wusste ich – den mache rein“, erzählte der Karlsruher „Held“ Enrico Valentini anschließend.

„Wir haben immer daran geglaubt“, erklärten Dennis Kempe und Dirk Orlishausen, „dass noch etwas geht. Dieser Punkt ist ganz klar verdient. Sogar ein Sieg für uns wäre okay gewesen.“