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SG Pforzheim/Eutingen

19.07.2018

1.500 Zuschauer beim Spiel der Füchse Berlin gegen die SG Pforzheim/Eutingen

Es sind Niederlagen, die leicht zu verschmerzen sind. Im Testspiel. Gegen einen ganz großen Gegner. Vor einer großen Kulisse. Mit fast 50 Toren. Da strahlten am Ende die Oberliga-Handballer der SG Pforzheim/Eutingen, obwohl sie gerade mit 15:34 (7:15) verloren hatten.

Aber gegen diesen Gegner darf man das ja. Gegen die Füchse Berlin, ein Team aus der Bundesliga-Spitze, amtierender EHF-Pokalsieger. Die Hauptstädter brachten ein Team auf den Platz, in dem fast nur Nationalspieler stehen. Darunter mit Torhüter Silvio Heinevetter sowie den Rückraumspielern Paul Drux und Fabian Wiede drei aktuelle Mitglieder des DHB-Kaders.

„Es ist einfach cool“

„Natürlich merkt man den Unterschied. Aber trotzdem hat es Spaß gemacht. Es ist einfach cool, gegen so eine Mannschaft zu spielen“, sagte nach dem Schlusspfiff Julian Broschwitz. Der Pforzheimer Spielmacher war mit drei Treffern bester Werfer seiner Mannschaft.

Bildergalerie: Füchse Berlin gegen SG Pforzheim/Eutingen

Bildergalerie: Füchse Berlin gegen SG Pforzheim/Eutingen Teil 2

Dass insgesamt zehn SG-Spieler sich den Traum erfüllten, auf den Bundesligisten zu treffen, freute ihren Trainer. Der trauerte aber einigen vergebenen Möglichkeiten nach. „Wir hätten schon 20 statt 15 Tore machen können. Aber es war halt die beste Mannschaft, die ich je in Pforzheim habe spielen sehen“, lobte SG-Trainer Alexander Lipps den Gegner, „der einfach gut war, schnörkellos gespielt hat und ein mega Umschaltspiel hatte“.

Tatsächlich bestraften die Berliner jeden Pforzheimer Fehler und Ballverlust gnadenlos. „Auf unsere Abwehr können wir uns verlassen. Und das bringt uns leichte Tore“, stellte Füchse-Spieler Fabian Wiede klar. Der hünenhafte Innenblock ließ kaum etwas anbrennen, die beiden Rechtsaußen Hans Lindberg und Matthias Zachrisson liefen Gegenstoß um Gegenstoß und kamen zusammen auf 13 Feldtore. Und hätte vor allem Mile Matijevic im SG-Tor vor der Pause nicht einen Glanztag erwischt, wären es noch deutlich mehr Treffer geworden.

Dabei hatten die Füchse zu Beginn mit Problemen zu kämpfen. Weil ihr Bus auf der Autobahn im Stau stand, kam das Team mit zwei Stunden Verspätung in Pforzheim an, das Spiel begann mit einstündiger Verspätung. Zudem hatten die Berliner bislang in der Vorbereitung nur Kondition gebolzt. „Wir saßen zehneinhalb Stunden im Bus. Und wir haben erstmals mit dem Ball gearbeitet. Dafür war es ganz ordentlich“, sagte Nationalspieler Paul Drux, der wie seine Mitspieler von Autogrammjägern umringt war und geduldig jeden Selfie-Wunsch erfüllte.

Wie ernst die Gäste selbst so ein Testspiel nehmen, zeigte sich, als sich Silvia Heinevetter mächtig echauffierte, weil er von Tom Schlögl mit einem Ball getroffen wurde, als bereits abgepfiffen war. Der Nationaltorhüter konnte aber bald wieder lachen. Und als die Füchse dann wieder abgereist waren, ließen sie zufriedene Gastgeber zurück. „Es war ein Handballfest. Alles hat geklappt: die Bewirtung, die Organisation, das Wetter“, freute sich Wolfgang Lipps, Sportlicher Leiter der SG.

Statistik:
SG Pforzheim-Eutingen – Füchse Berlin 15:34
SG Pforzheim/Eutingen: Matijevic, Eitel, Studentkowski – Lobedank, Hohnerlein 2, Wohlfarth 1, Seifried, Mönch 1, Hufnagel 1, Broschwitz 3, Strehlau 1, Schlögl 1, Schmid, M. Lupus 1/1, Catak, Gerstner 1, Wittke, P. Lupus, T. Kusch 1

Füchse Berlin: Heinevetter, Semisch – Wiede 2/1, Elisson 2, Holm 2, Struck 1, Gojun, Lindberg 7/2, Zachrisson 8, Schmidt 5, Jallouz 4, Reißky, Koch, Drux 3

Zuschauer: 1500