760_0900_98171_Schwartz.jpg
Trainer Alois Schwartz war nach dem Sieg trotzdem sauer: „Haben schlampig gespielt.“  Foto: dpa 

2:0 in München: KSC macht großen Schritt Richtung 2. Liga

München/Karlsruhe. Einen großen Schritt in Richtung Zweite Liga machte der Karlsruher SC am 35. Spieltag der Dritten Liga als Gast des Aufsteigers TSV 1860 München. Mit einem 2:0-Erfolg (Halbzeit 1:0) im Stadion an der Gründwalderstraße festigten die Wildparkprofis einerseits Platz zwei auf dem Sprungbrett ins Unterhaus des Deutschen Fußballs.

Ein frühes Tor von David Pisot (3.) und ein später Treffer von Marvin Wanitzek (90.+4) besiegelte andererseits die vierte Niederlage der „Löwen“ hintereinander, die sich jetzt wieder Sorgen um den Klassenerhalt machen müssen.

Natürlich war nach der Auseinandersetzung zwischen den beiden Traditionsvereinen auf Karlsruher Seite die Rede von einem „sehr wichtigen Sieg“, so Ingo Wellenreuther. Der KSC-Präsident aber warnte auch: „Wir haben noch nichts erreicht. Vor uns liegen noch drei schwere Spiele.“ Und Marvin Wanitzek, der mit seinem fünften Saisontor in der Nachspielzeit endlich sozusagen den Deckel drauf machte, pflichtete dem Clubchef bei: „Wir sind noch nicht durch.“

Der KSC-Matchplan führte schon nach nicht einmal 180 Sekunden zum Erfolg. Der bei Standardsituationen immer mit nach vorne gehende KSC-Kapitän und -Innenverteidiger David Pisot traf nach einer Ecke aus halblinker Position mit einem von Marvin Pourie mit dem Gesäß abgefälschten Schuss zum 1:0.

Der KSC setzte anschließend sofort nach, brachte aber keine Chancen für ein zweites Tor zustande.„Wir haben dann einfach schlampig gespielt“, ärgerte sich Trainer Alois Schwartz. Das änderte sich nach dem Seitenwechsel nicht wesentlich. Die bis dahin schwachen Hausherren hingegen kamen „offensiver, druckvoller“, wie ihr Trainer Daniel Bierofka nach dem Spiel sagt, aus der Pause. „Wir haben dem KSC das Leben schwer gemacht“, und zweimal lag der Ausgleich in der Luft. Zunächst verhinderte Benjamin Uphoff gegen Efkan Bekiroglu das mögliche 1:1 (73.), und in der 82. Minute lenkte der Karlsruher Schlussmann einen Schuss von Philipp Steinhart aus spitzem Winkel von links zur Ecke.

Erst Schwalbe, dann böses Foul

Kurz darauf schwächte sich der TSV selbst. Herbert Paul, der wegen einer Schwalbe schon verwarnt war (66.), sah wegen eines bösen Fouls gegen Daniel Gordon die Ampelkarte (84.). Seine Überzahl nutzte der KSC nach einem Konter über Burak Camoglu durch Marvin Wanitzek noch zum 2:0.

Marco Thiede, der sich in der dritten Minute eine leichte Gehirnerschütterung zugezogen hatte, hielt zwar bis zur Pause durch, wurde dann aber ausgewechselt. Außerdem handelte sich der Rechtsverteidiger seine fünfte Gelbe Karte ein und ist fürs Heimspiel gegen Großaspach am Samstag (14 Uhr) gesperrt.