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27.03.2010

23:23 gegen Kickers: SG Pforzheim bleibt Tabellenerster

PFORZHEIM. Es hätte ein Alptraum für die Handballspieler der SG Pforzheim werden können. Oder ein großer Triumph. Am Ende haben 1000 Zuschauer des Oberliga-Schlagerspiels in der Konrad-Adenauer-Sporthalle die Begegnung von SG Pforzheim und Stuttgarter Kickers als wahren Handball-Krimi erleben dürfen. Mit 23:23 gab es ein Unentschieden, das dem Tabellenersten aus Pforzheim wohl mehr nützt als dem Verfolger aus der Landeshauptstadt.  

Bildergalerie: SG Pforzheim: Ein Handball-Krimi in Bildern - Teil 1

Über weite Strecken des Spiels vor einer SG-Rekordkulisse sah es so aus, als würden die Kickers beide Punkte aus der Goldstadt entführen können. Die Stuttgarter spielten fast die gesamte Spieldauer einen Tick besser, konnten ständig in Führung gehen und zeigten sich bereit, die schmerzliche Hinspiel-Scharte auszuwetzen. Das erste Aufeinandertreffen der Saison konnte die Pforzheimer Truppe von Trainer Marc Nagel nach einem grandiosen Schlussspurt in Stuttgart mit 33:32 gewinnen.

Bildergalerie: SG Pforzheim: Ein Handball-Krimi in Bildern - Teil 2

„Wir müssen punkten, das ist klar. Wenn wir verlieren, sind wir auf fremde Hilfe angewiesen“, hatte Kickers-Trainer Gerhard Warstat als Devise vor dem Spiel ausgegeben. Und seine mit reichlich Geld des Sponsors und Immobilien-Unternehmers Jürgen Hollenbach erkaufte Startruppe schien alles umsetzen zu wollen. Aber es bewahrheitete sich auch, was Warstat über die SG Pforzheim gesagt hat: „Die Mannschaft hat sich stetig verbessert und spielt heute schon sehr clever und abgezockt.“

Vor allem kann das junge Team aus Pforzheim kämpfen. Immer wieder kämpfte sich der Spitzenreiter an die Stuttgarter heran. Den Alptraum einer Niederlage und den möglichen Verzicht auf die Ernte der Früchte einer langen, harten Arbeit wollte keiner hinnehmen. Schon gar nicht Simon Karpstein, der mit sieben Treffern bester SG-Werfer war.

Am Ende stand die unermüdlich kämpfende Pforzheimer Mannschaft sogar vor einem großen Triumph. Quasi einen Herzschlag vor dem Schlusspfiff setzte Rückraumschütze Marko Langjahr zum Torwurf an. Zappelt der Ball im Netz, hat die SG Pforzheim einen komfortablen Vorsprung an der Tabellenspitze der Handball-Oberliga. Doch der Ball geht daneben. Wieder ein Sieg mit einem Ein-Punkte-Vorsprung gegen die Stuttgarter Kickers wäre zwar nach dem Geschmack der großen Mehrheit der 1000 Zuschauer gewesen, aber so spiegelt das Unentschieden das Verhältnis der Spielanteile doch eher korrekt wider.

SG-Coach Marc Nagel sieht es ähnlich. Er zeigte sich nach dem Spiel zufrieden mit der Leistung und dem Ergebnis. Die Pforzheimer hätten verlieren können, gibt Nagel zu. Aber natürlich wurmt es den Trainer trotzdem, dass nur ein kleines Bisschen Glück zum Sieg gefehlt hat. So oder so, das 23:23 war an Spannung kaum zu überbieten. Die Zuschauer durften mitfiebern, wie die SG Pforzheim auf der Zielgeraden noch einmal aufdrehte. Und wenn die junge Mannschaft in den nächsten fünf Spielen weiterhin so souverän auftritt wie bisher und so kämpferisch wie gegen die Stuttgarter Kickers, dann dürften die Heimspiele in der nächsten Saison noch mehr Fans locken.

Vor dem Spiel übergab die SG Pforzheim der Hilfsaktion "Hand in Hand - wir helfen unserer Stadt" der "Pforzheimer Zeitung" noch eine Spende in Höhe von 1000 Euro.