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Ein Foulspiel an Pforzheims Valentin Hörer (weißes Trikot) in der Schlussminute erhitzte die Gemüter in der Bertha-Benz-Halle. Foto: Hennrich
Ein Foulspiel an Pforzheims Valentin Hörer (weißes Trikot) in der Schlussminute erhitzte die Gemüter in der Bertha-Benz-Halle. Foto: Hennrich
20.12.2015

27:28 gegen Kornwestheim: TGS Pforzheim hadert mit Schiedsrichtern

Alles hätte so friedlich, fröhlich, freundlich kurz vor Weihnachten enden können. Doch nach dem Abpfiff des mit 27:28 (10:13) verlorenen Drittliga-Handballspiels der TGS Pforzheim gegen Salamander Kornwestheim kochten die Emotionen hoch. „Was heute passiert ist, das ist für mich eine Unverschämtheit. Da foulen zwei Kornwestheimer Valentin Hörer und dann geben die Schiedsrichter keinen Siebenmeter“, empörte sich TGS-Handballchef Wolfgang Taafel über Waldemar und Vitali Ohm.

In der letzten Sekunde – die 60 Minuten waren bereits abgelaufen – wurde so den Pforzheimern die Chance genommen, noch ein Remis zu retten. Der Freiwurf seines Sohnes Florian Taafel prallte ab. Auch „Schauspielerei“ der Kornwestheimer und einige Zeitstreifen (sechs gegen Pforzheim, fünf gegen Salamander) ärgerten Taafel senior.

Vier Tore in stark zwei Minuten

Die letzten Minuten und Sekunden waren an Dramatik vor rund 600 Zuschauern in der Pforzheimer Bertha-Benz-Halle nicht zu überbieten. 200 Sekunden vor Ende der Partie lag die TGS fast hoffnungslos mit 23:28 zurück. Doch dann rafften sich die Mannen um den sowohl hinten als auch vorne starken Spielertrainer Andrej Klimovets zu einer Energieleistung auf. Filip Prsa, Florian Taafel, Andrej Kilomovets und noch einmal Prsa schossen die Gastgeber bis 41 Sekunden vor dem Schluss auf 27:28 heran. Dann hatten die Pforzheimer noch einmal den Ball, Hörer wurde unsaft gebremst. Fast alle Besucher erwarten den Sieben-Meter-Pfiff – vergeblich.

Florian Taafel: „Unfassbar“

„Das ist einfach unfassbar“, meinte auch Kapitän Florian Taafel. „Bei den beiden Schiedsrichtern war keine Linie erkennbar.“ Allerdings übte der Torjäger (sieben Treffer) auch Selbstkritik: „Unsere Chancenauswertung war zu gering.“ Moderater drückte sich Spielertrainer Andrej Klimovets aus: „Ein Punkt wäre verdient gewesen.“ Für Kornwestheim erwiesen sich Denis Gabriel (7/4), Christopher Tinti (6) und Peter Jungwirth (5/1) als treffsicher.

In der Anfangsphase konnte sich kein Team klar absetzen. Die TGS führte letztmals in der 18. Minute mit 8:7. Auch der 15:19-Rückstand (40. Minute) warf die Gastgeber gegen das Team ihres Ex-Trainers Hans Christensen nicht aus der Bahn. Taafel & Co. waren vier Minuten später mit 19:20 wieder dran, ehe sich erneut Unkonzentriertheiten einschlichen.

Dennoch nehmen Wolfgang Taafel und Klimovets auch positive Erkenntnisse mit. „Wir haben bis zum Ende gekämpft“, erkannte Klimovets. Und auch der Handball-Chef befand: „Wir haben Moral und Kampfgeist gezeigt.“ Einigkeit herrschte hüben wie drüben lediglich darüber, dass alle froh sind, dass es jetzt eine vierwöchige Winterpause gibt.

TGS Pforzheim: Sdunek. Binder – Taafel 7/2, Kikillus 4, Sruk 2, Klimovets 3, Prsa 4, Heuberger 2, Dykta, Hörer 4, Brandt, Körner 1.