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Machtlos ist TGS-Keeper Jonathan Binder hier gegen Frederik Hartz, der zwölf Tore für Fürstenfeldbruck erzielte. Foto: Becker

3. Handball-Liga: Panther zeigen TGS Pforzheim die Krallen

Pforzheim. Ein rasantes und sehr emotionales Handballspiel sahen die Fans am Samstagabend in der Bertha-Benz-Sporthalle. Dabei verlor die TGS Pforzheim ihr zweites Heimspiel in Folge gegen ein Spitzenteam der 3. Liga Süd. Nach dem 22:33 gegen Spitzenreiter TSB Heilbronn vor zwei Wochen musste man nun gegen den TuS Fürstenfeldbruck mit 28:35 (14:17) die Segel streichen.

Dabei täuscht das klare Resultat über den wahren Spielverlauf hinweg. Denn die TGS spielte in den letzten fünf Minuten in dem Bemühen, den Vorsprung der Gäste noch einzuholen, Harakiri, und wurde dabei von den Panthern, wie sich das TuS-Handballteam kämpferisch nennt, mehrfach eiskalt erwischt.

„Die alten Fehler“

„Das Ergebnis ist deutlich zu hoch, aber der Sieg der Gäste ist verdient. Wir haben die alten Fehler gemacht: Wir haben uns zu viel mit den Schiedsrichtern beschäftigt, zu viele Chancen ausgelassen und wir haben unser Potenzial auf der Bank nicht ausreichend genutzt. Das tut weh“, sagte TGS-Handball-Abteilungsleiter Wolfgang Taafel. Mit dem letzten Punkt kritisierte Taafel auch seinen Trainer Andrej Klimovets. Denn der wechselte vor allem in der ersten Hälfte sein Personal auf dem Feld wieder einmal nur sehr sparsam aus. Erst im zweiten Abschnitt kamen beispielsweise die Neuzugänge Yanez Kirschner und Roy James, die sich sogleich als belebende Elemente erwiesen.

Die TGS startete stark, führte nach 20 Minuten 11:9, lag auch nach 24 Minuten noch 13:11 vorne. Immer wieder wurde die offensive 3-2-1-Abwehr der Gäste auch über den Kreis ausgespielt.

Nach einer Auszeit bekam Fürstenfeldbruck mehr Zugriff auf das Spiel. Die TGS verlor den Faden, auch, weil man sich immer wieder auf Diskussionen mit dem Schiedsrichter-Gespann einließ. Dieses hatte auch keinen guten Tag, „und pfiff eigentlich alle 50:50-Entscheidungen gegen uns“, bemerkte Patrick Zweigner. Der TGS-Neuzugang sah in der 29. Minute die Rote Karte, nachdem er Sebastian Meinzer bei einem schnellen Gegenstoß mit der Hand im Gesicht getroffen hatte. „Ich wollte das nicht, aber das darf natürlich nicht passieren“, entschuldigte sich Zweigner nach dem Spiel, dessen zweite Hälfte er von außen betrachten musste.

Nach dem Wechsel setzte zunächst Yanez Kirschner Akzente, doch die TuS-Deckung hatte sich bald auf den schnellen und beweglichen TGS-Rückraumspieler eingestellt. In dem Bemühen, den Rückstand, der immer drei, vier Tore betrug, schnell aufholen zu müssen, unterliefen den TGS-Spielern in der Endphase viele Fehler. Auch im Torabschluss klappte nichts mehr. Hinzu kam, dass TuS-Keeper Michael Luderschmid in den letzten zehn Minuten herausragend hielt.