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Hoffnungsträger: Beim hart erkämpften 2:2 gegen den VfL Osnabrück rettete Anton Fink dem KSC einen Punkt.  Foto: dpa
Hoffnungsträger: Beim hart erkämpften 2:2 gegen den VfL Osnabrück rettete Anton Fink dem KSC einen Punkt. Foto: dpa
27.07.2017

3. Liga: KSC will in Unterhaching keine Kompromisse machen

Anton Fink führte noch ein kurzes Telefonat, ehe er um 14 Uhr als Letzter den Mannschaftsbus bestieg, der den KSC-Tross am Donnerstag nach München brachte. Zuvor hatte sich der amtierende Drittliga-Rekordtorschütze zum Freitag-Gegner geäußert. Bei der Spielvereinigung Unterhaching hat der 29-Jährige 2008/2009 gespielt, ehe er es beim VfR Aalen, beim Chemnitzer FC und beim KSC auf über 300 Dritt- und Zweitligaspiele brachte. „Dort ist auf den Rängen nicht so viel geboten, deswegen wollen wir das zu einem Heimspiel machen“, sagte Fink zu Unterhaching.

Tatsächlich werden heute Abend (19 Uhr/telekomsport) wohl nur 2500 Zuschauer in den 15 000 Plätze fassenden Sportpark kommen. Die Reisefreude im KSC-Umfeld hat unter dem Abstieg scheinbar nicht gelitten: Bis zu 1000 Fans werden den Gästeblock bevölkern, darunter auch einige Dutzend Mitglieder des aus in Bayern wohnenden Badenern bestehenden Fanclubs „ZSKA München (Zugroaste Supporters Karlsruhe)“.

KSC-Trainer Marc-Patrick Meister rechnet derweil damit, dass der Aufsteiger zu Hause so mutig agieren wird wie in der zurückliegenden Regionalliga-Saison. Da qualifizierte sich Haching mit 20 Punkten Vorsprung und der fantastischen Tordifferenz von plus 72 Treffern für die Relegationsspiele, in denen man sich gegen die SV Elversberg durchsetzte. „Es wird uns jede Menge Kampf und Gegenwehr auf dem Platz erwarten“, ahnt Meister: „Das ist eine spielerisch starke Mannschaft, die versucht, selbst das Spiel zu machen. Gerade zu Hause treten sie dominant und selbstsicher auf.“ Meister schob aber nach, dass die Ausrichtung der Hachinger für die Herangehensweise seiner Elf eigentlich egal ist: „Wir wollen uns nicht nach dem Gegner orientieren, sondern müssen bei uns bleiben.“

Nun kann man die Wahl einer Spielweise, die ganz auf die Durchsetzbarkeit der eigenen Stärken setzt, ja als erstaunlich selbstbewusst bezeichnen – zumal die Saisonpremiere beim 2:2 gegen den VfL Osnabrück ja eher durchwachsen ausgefallen war. Doch Meister meint, dass der starke zweite Durchgang den bedenklichen ersten in der Summe mehr als wettmachte. „Wir müssen uns vor dem Spiel ganz doll daran erinnern, was uns in der zweiten Halbzeit stark gemacht hat.“ Da habe man aggressiver um die Bälle gerungen, dicht gemacht hat, und keiner habe sich mehr versteckt.

Oskar Zawada, der im KSC-Sturm eine Alternative zu Dominik Stroh-Engel wäre, leidet immer noch unter den Nachwirkungen einer Virusinfektion und musste als einziger Spieler mit Einsatzchancen in Karlsruhe bleiben. „Wir hätten ihn total gerne eingebaut“, sagte Trainer Meister. über den Polen.