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Turbulente Schlussphase in Nöttingen: Erst bekam Leutrim Neziraj Gelb statt Elfmeter nach dem Zweikampf mit dem Neckarremser Torhüter (oben), dann bereitete er eine Minute später das 3:1 durch Matteo Monetta (unten Mitte) vor. © Gössele
25.04.2011

3:1-Heimsieg gegen Neckarrems: Nöttingen tut sich schwer

NÖTTINGEN. Das hätte auch ins Auge gehen können: Beim 3:1 (1:1)-Heimsieg gegen Abstiegskandidat VfB Neckarrems hat Oberliga-Tabellenführer FC Nöttingen gerade noch einmal den Kopf aus der Schlinge gezogen.

Bildergalerie: FC Nöttingen siegt 3:1 gegen Neckarrems.

Es war eine ereignisreiche Partie, die die Gäste über weite Strecken – auch in Unterzahl – offen hielten. Die endgültige Entscheidung fiel erst in der Nachspielzeit, als dem eingewechselten Matteo Monetta auf Zuspiel von Leutrim Neziraj das 3:1 (90.+3) gelang. Eine Minute zuvor war Neziraj alleine aufs Tor zugegangen, doch nach seinem Zweikampf mit dem Torhüter gab es die Gelbe Karte statt eines Elfmeters.

Elfmeter gab es dennoch, gleich zwei, und umstritten waren sie zudem. Den ersten nutzte Dejan Svjetlanovic in der 6. Minute zur Nöttinger 1:0-Führung, mit dem zweiten scheiterte Gästespieler Stephan Fichter am prächtig reagierenden FCN-Schlussmann Daniel Jilg (56.). Zu diesem Zeitpunkt stand es dank des Treffers von Micha-Coin Läubin (33.) 1:1. Das 2:1 für Nöttingen erzielte Neziraj (62.), der dieser Tage seinen Vertrag bis 2013 verlängert hat.

Der gehaltene Elfmeter war für Michael Wittwer eine der Schlüsselszenen. „Wenn wir da in Rückstand geraten, wird es schwer. Und ein 2:2 wäre für uns am Ende ja zu wenig gewesen“, sagt der Nöttinger Trainer mit Blick auf das enge Titelrennen, in dem die Lila-Weißen weiter vor dem SV Waldhof Mannheim liegen.

Warum sich sein Team derzeit so schwer tut, das kann auch Wittwer nicht erklären. „Uns fehlt die Leichtigkeit der Vorrunde“, sagt er und schiebt nach: „Ich hoffe, die Jungs schenken mir bald mal wieder ein Spiel, in dem ich nicht bis zur letzten Minute zittern muss.“

Dabei sah es in der Anfangsphase gegen Neckarrems phasenweise nach der alten Nöttingen Leichtigkeit aus. Nach nur drei Minuten köpfte Telle den Ball ins Tor, der Schiedsrichter pfiff Abseits, eine Entscheidung, die Nöttinger Vertreter nach dem Videostudium zur klaren Fehlentscheidung erklärten. Nur zwei Minuten später wurde dann Timo Brenner von Neziraj auf die Reise geschickt. Brenner kam nach einem Zweikampf im Strafraum zu Fall, der Unparteiische entschied auf Strafstoß, den Svjetlanovic sicher verwandelte (6.).

Der Elfmeter sorgte noch lange für Zündstoff. Ein Vertreter von Neckarrems bezichtigte Brenner nach dem Schlusspfiff einer Schwalbe, der Nöttinger Spieler widersprach vehement: „Mag sein, dass ich den Ball nicht mehr bekomme, aber der Torhüter rennt mich voll über den Haufen.“

Zwei Minuten später hätte Telle, frei vor dem Gäste-Torhüter, das 2:0 nachlegen können, scheiterte aber. „Ein Stürmer seine Klasse muss das Tor machen“, ärgerte sich Wittwer später. Und in der Folge begann das Spiel zu kippen. Die unglaublich lauf- und einsatzfreudigen Schwaben bestimmten mehr und mehr das Spiel, der Ausgleich durch Micha-Colin Läubin nach Vorarbeit von Michel Schäfer war verdient.

Doch die Gäste schwächten sich selbst. Eugenio del Genio, wegen Meckerns schon verwarnt, holte den enteilenden Brenner dumm von den Beinen – Gelb-Rot (37.). Der vergebene Elfmeter nach der Pause (Holger Fuchs soll Mario Marinic umgerissen haben) war der nächste Nackenschlag für die Gäste, bei hohen Temperaturen machte sich die Unterzahl irgendwann bemerkbar. In der Folge hatten die Nöttinger wieder das Sagen. Neziraj vollendete einen Schussversuch von Brenner zum 2:1 (62.). Das erlösende 3:1 ließ dann aber lange auf sich warten.