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Dynamischer Auftritt: Felix Mantilla musste mehrfach über drei Sätze, profitierte im Finale dafür aber von der Aufgabe seines Gegners.  Hennrich
Dynamischer Auftritt: Felix Mantilla musste mehrfach über drei Sätze, profitierte im Finale dafür aber von der Aufgabe seines Gegners. Hennrich
Strahlende Gesichter bei der Siegerehrung: Von links Sponsor Michael Stepper, die Finalisten Felipe Mantilla, Boris Conkic, Julia Thiem und Alyona Sotnikova, Sponsor Frank Nauheimer und Turnierdirektor Thomas Hell. Foto:Hepfer
Strahlende Gesichter bei der Siegerehrung: Von links Sponsor Michael Stepper, die Finalisten Felipe Mantilla, Boris Conkic, Julia Thiem und Alyona Sotnikova, Sponsor Frank Nauheimer und Turnierdirektor Thomas Hell. Foto:Hepfer
Gut gestreckt ist halb gewonnen: Turniersiegerin Alyona Sotnikova beim Aufschlag.
Gut gestreckt ist halb gewonnen: Turniersiegerin Alyona Sotnikova beim Aufschlag.
12.07.2015

33. Goldstadtpokalturnier: Im Finale streikte die Muskulatur

Sein Vater Milan hat in den 80er-Jahren als Team-Trainer des TC Wolfsberg Pforzheim so manche erfolgreiche Schlacht geschlagen. Doch Boris Conkic blieb der große Wurf beim 33. Goldstadtpokalturnier um den Cup der Firma G. Rau versagt. Eigentlich war der 28-jährige Publikumsliebling als leichter Favorit in das Finale gegen den Kolumbianer Felipe Mantilla eingezogen. Das mit Spannung erwartete Duell dauerte allerdings nur eine knappe halbe Stunde. Denn beim Stand von 4:3 musste der für den TC Lauffen aufschlagende Linkshänder wegen einer Oberschenkelverletzung aufgeben.

„Ich bin untröstlich“, sagte Conkic. „Ich habe mich so gut es ging durch die Schmerzen gequält. Aber irgendwann war Schluss.“ Schon nach dem Halbfinale gegen David Pultr vom TC Blau-Gold Rastatt (7:6, 6:3) hatte der Serbe nach einem Physiotherapeuten verlangt, bekam sein muskuläres Zipperlein aber nicht in den Griff. Weit weniger spektakulär ging das Frauen-Endspiel um die 25. internationalen badischen Meisterschaften über die Bühne. Hier setzte sich die topgesetzte Ukrainerin Alyona Sotnikova nach leichten Anlaufproblemen in zwei Sätzen gegen Julia Thiem (GW Luitpoldpark München) durch und gewann den Cup der Firma Stepper.

Was Boris Conkic auf dem Kasten hat, konnte das Pforzheimer Publikum immerhin drei Tage lang genießen. Vor allem die gewaltige Vorhand des Serben machte seinem Namensvetter „Bumm-Bumm Boris“ Becker alle Ehre. Beinahe wäre es sogar zum Traumfinale gegen Vorjahressieger und Lokalmatador Marko Lenz gekommen. Aber der TCW-Spieler musste sich in der Vorschlussrunde nach harter Gegenwehr Felipe Mantilla beugen. Den ersten Satz (3:6) gab Lenz ab, kämpfte sich mit 6:3 im zweiten aber zurück ins Match, ehe er den eigenen Aufschlag verlor und letztlich mit 4:6 die Segel streichen musste. „Im Endspurt hat mein Gegner die Oberhand behalten, weil er einen Tick offensiver gespielt hat und ich es nicht geschafft habe, ihn zum Laufen zu bringen“, so Lenz. „Ich habe aber gegen einen starken Mann verloren und muss mich deshalb nicht schämen.“

Viel Lob für seine Gegner und das Wolfsberger Turnier hatte derweil der spätere Sieger übrig. „Bis auf das Finale habe ich in jedem Match über drei Sätze gehen und mir jeden Punkt hart erkämpfen müssen. Das sagt eigentlich alles über das hohe Niveau hier aus“, meinte der 22-jährige Mantilla, der aus der kolumbianischen Hauptstadt Bogota stammt und beim TCW seine Turnierpremiere in Deutschland gefeiert hat.

Sotnikova ohne Satzverlust

Zum ersten Mal schlug auch Alyona Sotnikova in Pforzheim auf, hatte im Gegensatz zum Sieger bei den Männern, aber wesentlich weniger Mühe. Im Achtel- bis zum Halbfinale gab die 23-jährige Ukrainerin nicht mehr als zwei Punkte pro Satz ab. Beim Finale gegen die Münchnerin Julia Thiem verpatzte sie allerdings den Start und lief einem 1:2- und 2:3-Rückstand hinterher.

Die Wut darüber ließ die Spielerin des Marienburger SC mehrfach an ihrem Schläger aus. „Ich musste meinen mentalen Druck abbauen, der viel größer war als der physische“, gestand Sotnikova und kam immer besser in die Gänge. Dabei zermürbte sie ihre Gegner förmlich durch ihr variables Spiel. „Moonballs“, die im hohen Bogen über das Netz segelten, wechselten sich mit Stopps oder flachspringenden Slice-Bällen ab. „Damit hat sie mich total aus dem Rhythmus gebracht und ich hatte nicht die Geduld, was dagegen zu unternehmen“, analysierte Julia Thiem (24), die im Halbfinale die Brasilianerin Nathalia Rossi (6:4, 6:3), immerhin TCW-Turniersiegerin von 2013, ausgeschaltet hatte. Nach dem 6:3 für Sotnikova im ersten Satz zeigte ihre Münchner Kontrahentin kaum noch Gegenwehr und wurde von einer Ecke des Platzes in die andere gehetzt, bis die Ukrainerin schließlich mit 6:2 triumphierte. „Ich habe zwar nicht mein bestes Tennis gespielt, aber gereicht hat es irgendwie trotzdem“, freute sich Sotnikova über einen Blumenstrauß und 1100 Euro Preisgeld.