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Deutscher Vizemeister über die 400 Meter in der Halle wurde Constantin Preis.  Foto: PZ-Archiv/Meyer 

400 Meter: Pforzheimer Constantin Preis am Hallentitel hauchdünn vorbei

Dortmund/Pforzheim. So richtig freuen kann sich Constantin Preis über seine Silbermedaille von den deutschen Hallenmeisterschaften wohl erst am Montag, wenn er eine Nacht darüber geschlafen hat. Am Sonntag nach den Titelkämpfen in der Dortmunder Helmut-König-Halle war er eher noch frustriert über den verpassten Titelgewinn. Nur drei Hunderstelsekunden fehlten dem Pforzheimer im Rennen über 400 Meter zu Gold. Den Titel sicherte sich Henrik Krause (LG Olympia Dortmund), der nach 47,02 Sekunden über die Ziellinie lief. Dicht dahinter folgte der für den VfL Sindelfingen startende Preis, der wiederum nur eine Zehntel vor Marvin Schlegel (LAC Chemnitz) lag.

Trösten durfte sich der Pforzheimer, der eigentlich Spezialist über die 400 Meter Hürden ist, mit der Qualifikation für die Hallen-EM. Im Halbfinale am Samstag hatte er nach 46,81 Sekunden als Zeitschnellster der Meisterschaften bereits die Norm geschafft. Außer Preis hat die Quali-Norm von 46,9 Sekunden bislang nur der Chemnitzer Schlegel gelaufen. Damit sollten beide am Montag vom Deutschen Leichtathletik-Verband für die kontinentalen Titelkämpfe vom 4. bis 7. März in Torun/Polen nominieret werden.

„Es war mein Plan, im Halbfinale Gas zu geben und die Norm abzuhaken“, sagt der zweifache deutsche Freiluftmeister über die 400 Meter Hürden, die in der Halle ja nicht gelaufen werden. Dass er auch ohne Hürden schnell sein kann, hat er nun gezeigt. Auch „die Kraft und die Fähigkeiten“ für den Titelgewinn hatte der Pforzheimer bei sich auf der Flachstrecke in der Halle gesehen, „aber ich habe taktische Fehler gemacht“. Das galt speziell für die Endphase, wo es in der Halle darum geht, die Innenbahn zu erwischen. Auf der war Schlegel, machte dann aber die Tür auf und ließ den späteren Sieger Krause innen durch. Constantin Preis wurde dadurch auf die Außenbahn gedrängt. „Und dass ich dann die anderen beiden vor mir hatte, hat mich geblockt“, ärgert sich der Pforzheimer. Der Ärger aber sollte am Montag verflogen sein. Die Vorbereitung für die EM ruft.

Zweifel an Olympia

Ein starker Sprint von Kevin Kranz, ein 6,70-Meter-Satz von Malaika Mihambo und Seriensiege der Kugelstoß-Routiniers Christina Schwanitz und David Storl, aber auch eine trostlose Kulisse und Angst vor dem ungewissen Olympia-Sommer – die deutschen Leichtathleten erlebten in Dortmund auch bleierne Hallen-Meisterschaften. Als erste Spitzensportlerin der olympischen Kernsportart äußerte Ex-Weltmeisterin Schwanitz große Zweifel und Bedenken an einer Austragung der Spiele in Japan. „Ich glaube nicht, dass Tokio stattfindet“, sagte die 35-Jährige.

Bisher schieben viele ihrer Kollegen dieses Szenario beiseite, um ihre Motivation in der Corona-Pandemie zu wahren. Je näher das Spektakel in Tokio rückt, desto nachdenklicher werden viele.

Ungeachtet der schwierigen Lage lieferten viele Asse – dankbar für die Startmöglichkeit – in der Helmut-Körnig-Halle ihre Leistungen ab. Der DLV hatte die Titelkämpfe mit einem Hygienekonzept und ohne Zuschauer organisiert. 250 Sportler waren dabei.