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Der junge Nationalspieler Carlos Soteras Merz (links) hatte als Kapitän die 7er-Mannschaft des TV Pforzheim aufs Feld und bis ins Finale gegen den Heidelberger RK geführt. © Keßler Sportfotografie
In letzter Sekunde erhielt der Heidelberger RK im Finale der 7er-Rugby-DM Oberwasser. Manasah Sita (am Ball) und Carlos Soteras Merz (links) mussten sich mit dem TV Pforzheim am Ende knapp geschlagen geben. © Keßler Sportfotografie
20.07.2014

7er-Rugby-DM: Starker TV Pforzheim wird Vizemeister

Heusenstamm/Pforzheim. Die Vorzeichen sahen nicht so aus, als könnte der TV Pforzheim souverän durch die Vorrunde der Deutschen Meisterschaft im 7er-Rugby marschieren. Vier Topspieler fehlten für das zweitägige DM-Turnier beim RK Heusenstamm. Dann schlug auch noch auf dem Platz das Verletzungspech zu. Am Ende jedoch stand der erstaunliche starke TVP ungeschlagen im Finale dem Serienmeister Heidelberger RK gegenüber - und verlor nach einer fragwürdigen Schiedsrichterentscheidung in letzter Sekunde mit 19:24.

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Überraschend führte der TVP sogar mit 19:5 in der Halbzeit, um dann am Ende mit der Zeit und dem Schiedsrichter zu hadern. Mit der letzten Aktion des Spiels legten die Heidelberger den Versuch, der die 19:24-Niederlage der Pforzheimer besiegelte. Zuvor jedoch war die offizielle Spielzeit schon abgelaufen. Beim letzten Gedränge wurde der nach einer Kapselverletzung im Knöchel fit gespritzte Mustafa Güngör ohne Ball getackelt, weshalb das Lederei entgegen der Spielregel an den HRK verloren ging.

Kopfschütteln beim Teammanager Jens Poff: „Durch diese falsche Entscheidung wurden wir in letzter Sekunde um den Lohn unserer Arbeit gebracht.“ Doch im nächsten Augenblick schon legte er nach: „Wir haben mehr erreicht, als man erwarten durfte.“ Auch Güngör, ehemaliger Kapitän der 7er-Rugbynationalmannschaft und im Finale mit einer Gelben Karte (zweiminütige Zeitstrafe) bedacht, wertete trotz der ärgerlichen Fehlentscheidung das 7er-Turnier als großen Erfolg: „Keiner hatte sich vorher etwas ausgerechnet, aber jetzt können wir stolz sein auf unsere Leistung und unseren bärenstarken Teamgeist.“

Am Ende des ersten Turniertages hatte sich der TVP nach drei Siegen gegen die Bundesligisten SC Neuenheim (45:0) und Berliner RC (36:12) sowie den Zweitligisten StuSta München (50:7) das Viertelfinale gegen DSV Hannover 78 verdient. Poff hatte das als „realistisches Ziel“ angegeben. Doch die Pforzheimer Rhinos, einmal ins Rennen gestartet, stürmten im Heusenstammer Sportzentrum Martinsee einfach weiter. Mit einem ungefährdeten 29:0-Sieg ließen sie Hannover keine Chance.

Im Halbfinale wartete der favorisierte Bundesligist SC Frankfurt 1880. Obwohl Güngör und der an der Schulter verletzte Kicker Jeremy te Huia verletzt pausierten, gelang dem TVP unter Führung des jungen Nationalspielers Carlos Soteras Merz ein 28:7-Sieg. Und fast hätte es ja auch noch im Finale gegen den HRK gereicht, die bis zur letzten Spielminute bestehende 19:17-Führung wie schon 2012 in einen Meisterpokal zu verwandeln. 

Vorrunde am Samstag

TV Pforzheim

50:7

StuSta München

TV Pforzheim

36:12

Berliner RC

TV Pforzheim

45:0

SC Neuenheim

Viertelfinale am Sonntag

TV Pforzheim

29:0

DSV Hannover 78

Halbfinale

TV Pforzheim

28:7

SC Frankfurt 1880

Finale

TV Pforzheim

19:24

Heidelberger RK

 


 

INFO

7er-Rugby ist eine Rugby-Union-Variante, bei der mit sieben statt 15 Spielern auf dem gleich großen Spielfeld gekämpft wird. Da die Spiele nur zweimal sieben Minuten (Endspiele zweimal zehn Minuten) dauern, können große 7er-Rugby-Turniere an zwei Tagen ausgespielt werden. Das war mit ein Grund, warum das 7er-Rugby 2016 in Rio de Janeiro wieder zur olympischen Disziplin wird. Hier dominieren schnelle, laufstarke Spieler, da sich mit weniger Gegnern auf dem Feld größere Freiräume für Sololäufe auftun.

Seit dem Aufstieg in die Rugby-Bundesliga vor drei Jahren konnten die Pforzheimer einmal 2012 den 7er-Meistertitel holen und zweimal Vizemeister (2013 und 2014) werden.