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Neu gebaut werden soll das Karlsruher Wildparkstadion am alten Standort. Foto: dpa
Neu gebaut werden soll das Karlsruher Wildparkstadion am alten Standort. Foto: dpa
15.12.2015

88-Millionen-Projekt: KSC-Stadion nimmt nächste Hürde im Gemeinderat

Karlsruhe. Für den geplanten Neubau des Wildparkstadions hat der Karlsruher Gemeinderat den nächsten Meilenstein gesetzt. Mit großer Mehrheit stimmte die Bürgervertretung am Dienstag der Auslegung eines Bebauungsplans zu, mit dem der Weg zur Neuordnung des Wildparkareals freigemacht werden soll. Gegenstimmen kamen allein von der Linken, die Grünen enthielten sich mehrheitlich. Geplant ist aktuell ein Stadionbau für 88 Millionen Euro, wovon die Stadt 77 Millionen, das Land Baden-Württemberg 11 Millionen Euro bezahlen würde.

Der KSC als Hauptnutzer soll anschließend gut zwei Jahrzehnte lang über die Miete zur Refinanzierung der städtischen Kosten beitragen. Ob das Stadion tatsächlich neu gebaut wird, wird sich allerdings erst im Sommer kommenden Jahres entscheiden. Erst dann sollen die Arbeiten ausgeschrieben und mit dem KSC ein Mietvertrag geschlossen werden. Genau in diesem Punkt gab es kritische Stimmen. Der KSC habe in den vergangenen Jahren die Stadionmiete nur teilweise oder gar nicht bezahlt, hieß es von mehreren Rednern. Und auch von neuen Forderungen war die Rede, mit denen der KSC den zwischen Stadt und Verein gefundenen Kompromiss gefährden könnte. „Der KSC sollte die gefundene Grundlage nicht zerreden“, so ein Vertreter der FDP wörtlich, „damit wir alle im Jahr 2019 mindestens einen Zweitligisten im neuen Stadion spielen sehen können.“

Insgesamt war die Stimmung im Gemeinderat optimistisch, denn wichtige Hemmnisse wurden aus dem Weg geräumt. Mit der Umweltverträglichkeitsprüfung wurde der Nachweis geführt, dass ein Stadionneubau im Hardtwald rechtlich möglich ist. Außerdem wurde mit dem Land ein Flächentausch vereinbart. Gelände, das bisher noch vom KIT genutzt wird, soll dem Stadionareal zugeschlagen werden. Das künftige Verkehrskonzept trägt den Sicherheitsbedenken der Polizei Rechnung. So sollen die Kurven von Heim- und Gästefans getauscht und ein Gästeparkplatz mit eigener Zufahrt geschaffen werden. Oberbürgermeister Frank Mentrup wies darauf hin, dass der Bebauungsplan auch dann nötig wäre, wenn das vorhandene Stadion nur modernisiert würde. Dies wäre für die Stadt und den Verein aber die ungünstigere Lösung, da dann der KSC weiterhin nicht wettbewerbsfähig wäre.

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