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Dreh- und Angelpunkt im Pforzheimer Spiel ist Julian Broschwitz. Foto: Gössele/PZ-Archiv
Dreh- und Angelpunkt im Pforzheimer Spiel ist Julian Broschwitz. Foto: Gössele/PZ-Archiv
Ansprache in einer Auszeit: Die Trainer Alexander Lipps (Mitte) und Markus Rauch (links dahinten) sind mit der A-Jugend der SG Pforzheim in der Bundesliga wieder gut unterwegs. Foto: PZ-Archiv/Ripberger
Ansprache in einer Auszeit: Die Trainer Alexander Lipps (Mitte) und Markus Rauch (links dahinten) sind mit der A-Jugend der SG Pforzheim in der Bundesliga wieder gut unterwegs. Foto: PZ-Archiv/Ripberger
22.12.2015

A-Jugend-Bundesliga: SG Pforzheim/Eutingen trotz Verletzungspech oben dabei

Es ist eine Erfolgsgeschichte, die die Nachwuchshandballer der SG Pforzheim/Eutingen geschrieben haben, seit 2011 die A-Jugend Bundesliga eingeführt wurde. Einmal stand der Verein seither im Halbfinale, zweimal zudem im Viertelfinale. Das haben außer Seriensieger Füchse Berlin nur drei Vereine geschafft. Doch während das Männerteam des Pforzheimer Vereins nur in der Oberliga spielt, kommt der Großteil der A-›Jugend-Konkurrenten aus den Nachwuchszentren von Bundesligisten.

Derzeit belegt das Team des Trainerduos Alexander Lipps und Markus Rauch in der Bundesliga Süd Platz fünf. Platz zwei, der erneut zur Teilnahme an der Endrunde um die deutsche Meisterschaft berechtigen würde, ist aber gar nicht weit weg. Während der Staffelsieg bereits an die JSG Balingen-Weilstetten (21:1 Punkte) vergeben scheint, kämpfen die SG Ottenheim/Altenheim (17:7), der SV Zweibrücken (16:5), sowie die SG Kronau/Östringen und Pforzheim (je 15:7) um Rang zwei.

Doch Alexander Lipps versucht, allzu hohe Erwartungen zu dämpfen: „Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass im Mai in Pforzheim um die deutsche Meisterschaft gespielt wird“, sagt er. Doch seine Einschätzung über den bisherigen Saisonverlauf („Im Großen und Ganzen müssen, können und dürfen wir zufrieden sein“) zeigt, dass auch der Coach gerne den einen oder anderen Punkt mehr geholt hätte.

Was den Pforzheimer zu schaffen machte, war das Verletzungspech. Mit Kreisläufer Chris Wark und Allrounder Fabian Hurst fielen zwei zentrale Spieler lange aus. Wark pausierte die komplette Vorrunde nach einer Ellbogenverletzung, Hurst fehlte zu Saisonbeginn nach einer Schulterverletzung, später kam ein Kreuzbandriss hinzu, der ihn bis zum Saisonende außer Gefecht setzen wird. Angesichts dieser Handicaps hat ein Platz unter den ersten sechs, der die direkte Qualifikation für die kommende Bundesliga-Saison bedeuten würde, oberste Priorität.

Und so sieht es im SG-Team auf den verschiedenen Positionen in dieser Saison aus:

Tor: Felix Schucker und Konstantin Regelmann bilden ein sehr solides Duo zwischen den Pforzheim, das sich gut ergänzt. Dass die Torhüter bei den Niederlagen gegen die Spitzenteams wie Balingen-Weilstetten, Zweibrücken und Kronau-Östringen nicht glänzen konnten, lag auch an der insgesamt schwachen Teamleistung in diesen Partien.

Rückraum: Mittelmann Fabian Broschwitz ist der Dreh- und Angelpunkt im Pforzheimer Spiel. „Er hat noch einmal einen Satz nach vorne gemacht und dominiert das Angriffsspiel“, sagt Alexander Lipps. Arne Ruf (rechts) hat ebenfalls eine längere Pause zu verkraften, gewinnt aber zunehmend an Stabilität. Tom Schlögl (linke Seite) spielt in einigen Partien eine dominante Rolle, hat aber in anderen Begegnungen „noch Luft nach oben“, wie der Trainer berichtet. Weil Allrounder Fabian Hurst fehlt, lastet schon viel Verantwortung auf den Schultern junger Spieler wie Paul Lupus und Janik Deutscher, wobei gerade auch Deutscher viele Fehlzeiten hatte. Ein Handicap könnte auch die Doppelrolle von Julian Brochwitz werden, der zunehmend in der Herrenmannschaft der SG, die in der Oberliga um den Aufstieg kämpft, gefordert ist.

Kreisläufer: Hier wurde die SG von den Verletzungen besonders hart getroffen. Das Fehlen von Chris Wark sollte vor allem Fabian Hurst kompensieren, der dann aber auch ausfiel. Mit Moritz Seifried, Leon Gerstner und Dominik Brath ist deshalb eine ganz junge Garde gefordert, die sich gegen oft ältere und damit auch größere und schwerere Gegenspieler behaupten muss. Nur gut, dass Chris Wark wohl bald zurückkehrt.

Außenpositionen: Diese beiden Plätze im Team mussten zu Saisonbeginn mit ganz jungen Akteuren völlig neu bestückt werden. Links sind David Heinrich und Phil Burkard unterwegs, rechts Simon Schimpfle, Sebastian Melcher und Nick Kusch.

Abwehr: „Damit steht und fällt alles“, sagt Alexander Lipps über die Defensivarbeit. 25 Gegentreffer pro Spiel – weniger Tore kassiert kein Team in der Bundesliga Süd. Das ist umso erstaunlich, weil sich auch hier das Fehlen von Wark, Hurst und Deutscher stark bemerkbar macht. „Wir können deshalb nicht so rotieren, wie wir wollen“, sagt der Trainer.