nach oben
Der entscheidende Konter: Freiburgs Rico Wehrle (rechts) trifft ins leere Tor zum 0:2. Marc Mägerle kommt zu spät. Becker
14.05.2017

Abschied mit Hindernissen: 1. CfR Pforzheim beim 0:2 gegen Spitzenreiter SC Freiburg II chancenlos

Aller Abschied ist schwer, besagt eine vielzitierte Redewendung. Besonders, wenn der Abgang nicht wie gewünscht glückt. Diese Erfahrung müssen dieser Tage einige Akteure des 1. CfR Pforzheim machen.

Die Oberliga-Fußballer können nach der 0:2 (0:1)-Heimniederlage gegen den SC Freiburg II ihren Trainer Teo Rus und namhafte Abgänge nicht so verabschieden, wie es die Protagonisten aufgrund ihrer Leistungen verdient hätten.

„Zeit für einen Neuanfang“

Bildergalerie: 1. CfR Pforzheim - SC Freiburg II

Neben dem CfR-Trainer verlassen die 2014 mit dem Ex-Profi vom TSV Grunbach gekommenen Platzhirsche Sebastian Rutz, Fatih Ceylan und Dirk Prediger den Verein. Ebenso wechseln werden Matthias Fixel, Marc Mägerle, Janick Schramm, Daniel Schiek, Salvatore Tommasi und Filip Milisic. Bis auf den an der Leiste verletzten Ceylan wurden alle Spieler mit Rus vor dem Anpfiff verabschiedet. „Wir haben uns als Team in den letzten drei Jahren super entwickelt. Dass jetzt neun Spieler und der Trainer gehen, passt nicht zusammen. Es ist Zeit für einen Neuanfang“, blickt Rus voraus.

Sein Team fing sich vor 165 Zuschauern gegen den Tabellenführer die vierte Niederlage aus den vergangenen fünf Partien ein. Durch den Auswärtserfolg geht die Freiburger Bundesliga-Reserve mit zwei Punkten Vorsprung als Aufstiegsfavorit ins Fernduell mit dem FSV Bissingen am letzten Spieltag. „Was mein Team leistet, ist atemberaubend. Wir haben verdient gewonnen“, so SC-Coach Christian Preußer.

Seine Mannschaft zeigte von Beginn an, wer noch um die Meisterschaft spielt. Mit temporeichem Fußball ließ Freiburg um den Ex-Nöttinger Tobias Müller dem CfR kaum Luft zum Atmen. Chancen gab es nur für die Breisgauer. In der 31. Minute war Manuel Salz im CfR-Gehäuse gegen seinen Ex-Verein machtlos: Nach einem Freistoß traf Matti Langer per Direktabnahme zum überfälligen 0:1 (31.). Weiterhin drückte nur die SC-Zweite, während Pforzheim mit Innenverteidiger Ruben Reisig im Mittelfeld zwar kompakter stand, offensiv trotz des zurückgekehrten Dominik Salz jedoch wirkungslos blieb. Nach einem Flankenlauf von Schramm sorgte Salz per Kopf einmal für Aufruhr im Freiburger Strafraum (43.).

Die Partie wurde nach dem Wechsel hitziger, ehe Gästestürmer Kai Brünker frei aufs CfR-Tor zulief – und vorbeizielte (65.). Der mit 17 Toren beste SC-Goalgetter scheiterte aus ungünstigem Winkel kurz darauf erneut. Als die Begegnung zu verflachen drohte, wechselte Rus frische Offensivkräfte ein und kurbelte damit das Vertikalspiel an. Mehr als ein ungenauer Fallrückzieher von Mägerle sprang aber nicht heraus (90.). Da die Goldstädter nun alles nach vorne warfen und Keeper Salz in den Angriff eilte, fuhr Freiburg den entscheidenden Konter: Rico Wehrle schoss ins leere Tor zum 0:2 ein (90.+2).

„Freiburg ist mit Abstand das stärkste Team der Liga“, sagte CfR-Kapitän Rutz, während Prediger von „Amateuren gegen Profis“ sprach. Der scheidende Spielführer blickte indes mit Stolz auf seine Zeit im Holzhof, stellte jedoch nachdenklich fest, dass „der neue Trainer andere Vorstellungen“ von seiner Zukunft habe als er selbst. Dies sei ein Grund für die Trennung. Der Nachfolger von Rus steht demnach schon fest, obwohl sich der CfR bisher noch bedeckt hält. Nach dem letzten Saisonspiel kommende Woche in Reutlingen will sich der Verein äußern.

Hier klicken und Sie landen direkt bei den >>> Fußballtabellen national und lokal <<<