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Letztmals im Jahr 2018 läuft der FC Nöttingen am morgigen Samstag in der Kleiner Arena auf. Gegen die Stuttgarter Kickers soll zum Jahresausklang ein Sieg her.  Foto: PZ-Archiv/Ripberger 

Absolutes Schlagerspiel: FC Nöttingen empfängt den Tabellenzweiten Stuttgarter Kickers

Remchingen-Nöttingen. Bevor die Fußball-Oberliga in die Winterpause geht, geht es in den Stadien noch einmal richtig rund. Zwischen Tabellenführer SGV Freiberg (34 Punkte) und dem Tabellen-Neunten TSV Ilshofen (28) bestehen nur sechs Zähler Differenz.

Sechs dieser Teams stehen sich am Samstag in direkten Duellen gegenüber. Das absolute Schlagerspiel steigt dabei in der Kleiner Arena, wenn der Tabellendritte FC Nöttingen (32) den punktgleichen SV Kickers Stuttgart (Platz zwei) empfängt. Der ehemalige Erstligist aus der Landeshauptstadt war als Topfavorit gestartet, hat aber noch ein hartes Programm zum Jahresausklang, denn in einer Woche steht noch das Nachholspiel gegen Reutlingen (32) an.

Für Nöttingen und Stuttgart geht es darum, mit einer guten Ausgangsposition zu überwintern. Die PZ beantwortet vor dem Spitzenspiel die wichtigsten Fragen.

Wie unterscheiden sich die beiden Clubs?

Da treffen zwei Fußball-Kulturen aufeinander. Nöttingen ist ein Dorfverein, der Jahresetat für die Oberligamannschaft liegt im mittleren sechsstelligen Bereich. Die Kickers aus der Landeshauptstadt sind als ehemaliger Erstligist mehr als ambitioniert, der Etat für die Mannschaft liegt im siebenstelligen Bereich. Michael Wittwer schätzt den Gegner als sehr stark ein. „Eine Mischung aus erfahrenen und jungen Kickern. Die haben große, kopfballstarke Spieler, ebenso aber technisch starke Akteure. Für diese Liga ist die Mannschaft hochklassig besetzt, mit viel Qualität auf der Bank.“ Das Hinspiel der Nöttinger bei den Kickers zum Saisonauftakt endete 0:0.

Wie sieht es bei beiden Teams personell aus?

Bei Nöttingen waren zuletzt alle Mann an Bord, jetzt drohen einige Ausfälle. Torhüter Andreas Dups hat sich beim 2:1 gegen Neckarsulm einen Muskelbündelabriss im Bauchbereich zugezogen und fällt länger aus, aber es war sowieso ausgemacht, dass Robin Kraski ins Tor würde zurückkehren. Niklas Kolbe (Knie/krank), Riccardo di Piazza (krank) und Ernesto de Santis (Knie) sind fraglich. Bei den Stuttgarter Kickers fehlt der gelb-rot-gesperrte Innenverteidiger und Kapitän Tobias Feisthammel.

Wer hat das Momentum auf seiner Seite?

Eigentlich der FC Nöttingen, der nun bereits seit zehn Spielen ungeschlagen ist und daheim aus neun Spielen 19 Punkte geholt hat. Für die Kickers gab es sieben Punkte aus den letzten drei Begegnungen, davor gab es allerdings zwei Niederlagen. Aber die Stuttgarter sind auswärts (15 Punkte aus acht Begegnungen) nicht viel schwächer als daheim (17).

Wer hat in Sachen Torjäger die Nase vorne?

Auf den ersten Blick eindeutig die Stuttgarter Kickers, die mit Mijo Tunjic (11) einen der Topangreifer der Liga stellen. Der großgewachsene Stürmer überzeugt vor allem durch seine Strafraumpräsenz. „Dort ist er brandgefährlich. Er hält aber auch die Bälle gut“, sagt FCN-Coach Michael Wittwer über den Kickers-Torjäger. Bei Nöttingen ist Michael Schürg mit sechs Treffern bislang am erfolgreichsten, ebenso viele Tore hat aber auch Kickers-Spieler Abdenour Amadiaibou geschossen. Der zweite Blick auf die Statistik zeigt aber auch: Insgesamt ist Nöttingen mit 33 Treffern aus 17 Spielen das Team mit der zweitbesten Quote der Liga und torgefährlicher als die Kickers (30 Tore in 16 Spiele).

Wie werden sich die Teams taktisch präsentieren?

Michael Wittwer wechselt ja bisweilen, oft abhängig vom Personal. Vorzugsweise spielte er 4-4-2 oder 4-2-3-1. „Ich muss abwarten, ob Kolbe, Di Piazza und De Santis spielen können oder nicht“, sagt er. Entscheiden wird er wohl sehr kurzfristig. Bei den Kickers bevorzugt Trainer Tobias Flitsch, der als bodenständig und direkt gilt, ein 4-4-2. Zuletzt war Flitsch mit dem Auftritt seiner Mannschaft beim 1:1 gegen Bissingen nicht zufrieden und kündigte personelle Wechsel an.