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Für den VfB Stuttgart läuft es derzeit rund.
Für den VfB Stuttgart läuft es derzeit rund.
14.02.2016

Abstiegssorgen adé: VfB Stuttgart mit fünftem Sieg in Serie - Platz 6 in Reichweite

Stuttgart. Mit einem 2:0 gegen Hertha BSC setzt der VfB Stuttgart seinen Aufwärtstrend fort. Nach fünf Siegen in Serie sind die Stuttgarter die Abstiegssorgen fast los.

Auch von den letzten Gegenspielern auf dem Weg hinaus aus dem Stuttgarter Stadion lässt sich dieser Sereso Geoffroy Gonzaroua Die, besser bekannt als Serey Die, nicht aufhalten. Der VfB-Spieler des Tages ist auch nach dem Stuttgarter 2:0-Sieg gegen Hertha BSC nicht zu stoppen, da fungiert er als guter Repräsentant einer Mannschaft, die angesichts von fünf Bundesliga-Siegen in Serie gerade auch nicht aufzuhalten scheint.

Dié fuchtelte mit erhobenem Zeigefinger, er signalisierte den wartenden Journalisten am Samstag: Nein, ich sage nichts. VfB-Stadionsprecher Holger Laser hatte den Mann von der Elfenbeinküste nach Spielschluss noch auf dem Spielfeld am Arm gepackt, ihn festgehalten, um ihn zu interviewen. Es blieb beim Versuch. Mehr als ein „Vielen Dank“ schenkte Dié den 45465 Zuschauern, die ihn zuvor mit Sprechchören lautstark gefeiert hatten, nicht.

Fleißig und schweigsam

Dié ist auf dem Platz fleißig wie ein Brunnenputzer und abseits davon so gesprächig wie ein Mönch mit auferlegtem Schweigegelübde. Beim 2:0 gegen den bisherigen Tabellendritten der Fußball-Bundesliga überzeugte der Publikumsliebling nicht nur als Grätscher und Wusler, sondern auch als Torschütze zum 1:0 in der 51. Minute. Gegen die Berliner traf Dié per sehenswertem Volleyschuss von der Strafraumkante. „Da konnte man ja nicht unbedingt damit rechnen, dass er mal ein Tor schießt“, sagte VfB-Kapitän Christian Gentner über die Tor-Premiere des 31 Jahre alten Kollegen, der intern als Gute-Laune-Beauftragter gilt. Fürs entscheidende 2:0 sorgte dann Filip Kostic (84.).

Wenn es läuft, dann läuft es eben. Dann reicht auch mal eine Willensleistung ohne spielerische Glanzpunkte, um ein Top-Team wie die Berliner Hertha verdient niederzukämpfen.

Fünf Stuttgarter Bundesligasiege am Stück sind es nun. Wo bloß, soll das noch enden? „Muss es doch gar nicht“, sagte Trainer Jürgen Kramny im Spaß, aber durchaus ernst gemeint: „Wir werden weiter fleißig dranbleiben.“

Binnen weniger Wochen sind die Schwaben von Rang 18 bis auf den zehnten Platz geklettert. Der VfB ist jetzt mittendrin statt unten dabei.

Fünf Siege in fünf Ligaspielen nacheinander gab es zuletzt vor genau sechs Jahren unter Christian Gross. Das war noch zu Zeiten, in denen Mittelmaß beim Wasenclub als Beleidigung galt, weil man große Ambitionen hatte. Nach zweieinhalb Jahren im Tabellenkeller sieht das nun anders aus. „Das Jahr hat gut begonnen, aber es soll auch gut enden“, sagt der Sportvorstand Robin Dutt.

Ist der Abstiegskampf für den VfB schon vorbei? „Wir sollten nicht über anderes nachdenken“, sagte Kramny. Dann folgte etwas leiser, aber doch gut vernehmbar der Nachsatz: „noch nicht.“ Dutt findet: „Nur weil es gut läuft, müssen wir keine Sprüche machen.“

Platz sechs rückt in Reichweite

Die Erleichterung beim VfB ist groß. Es sei so wohltuend, mal nicht mit dem Druck des Gewinnenmüssens auf den Platz zu gehen, um an den anderen dranzubleiben, sagte Kapitän Gentner. „So ein Lauf bringt einfach Selbstvertrauen“, hat Innenverteidiger Daniel Schwaab festgestellt. Es bedarf keines Abschlusses in höherer Mathematik, um zu sehen: Der Rückstand auf Europapokalrang sechs beträgt aktuell sechs Punkte, der Vorsprung auf Rang 16 hingegen sieben Zähler, auf den 17. 1899 Hoffenheim mittlerweile gar satte zwölf. „Das war jetzt Wiedergutmachung für den Fehlstart“, sagte Gentner und verwies darauf, wie schnelllebig doch alles ist. Der VfB hat jetzt in nur fünf Spielen 15 Bundesligazähler gesammelt, und damit mehr als in den 16 Spielen zuvor. Da waren es nur zwölf.