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Boubacar Barry konnte gegen Frankfurt und Duisburg nicht überzeugen.  Foto: dpa
Boubacar Barry konnte gegen Frankfurt und Duisburg nicht überzeugen. Foto: dpa
14.09.2015

Acht Antworten auf die Krise des Karlsruher SC

0:6 gegen Braunschweig, 0:3 gegen Union Berlin: Der Karlsruher SC ist von der Rolle. PZ-news zeigt, wo die Badener schwächeln – und wo Hoffnung besteht.

Vor vier Monaten schwärmte noch ganz Fußball-Deutschland vom Karlsruher SC, die eigenen Anhänger waren trotz des verpassten Aufstiegs stolz wie zu besten Bundesligazeiten. Und jetzt, am Samstag: Nach 38 Minuten ein Pfeifkonzert und „Kauczinski raus“-Rufe, am Ende ein 0:3 (0:1) gegen Union Berlin. Der Zweitligastart mit sechs Zählern und 5:13 Toren aus sechs Spielen macht Angst vor dem Absturz.

Verteidigung: 13 Gegentore! Schon jetzt hat der KSC so viele kassiert, wie 2014/15 in der gesamten Hinserie. Aus dem Prunkstück wurde die Schwachstelle – besonders, seitdem sich Daniel Gordon gegen Duisburg verletzte. Immerhin: Torwart Dirk Orlishausen hat die Unsicherheiten der ersten Spiele abgelegt.

Defensives Mittelfeld: Jonas Meffert war die Entdeckung der Vorsaison. Doch seit sein Arm die Niederlage in der Relegation einleitete, wirkt er verunsichert. Bei seinem Nebenmann Dominic Peitz folgten auf sehr gute Spiele gegen Frankfurt und Duisburg zwei katastrophale Partien, in denen er zwei Tore verschuldete. Technisch ist „Peitzer“ begrenzt, doch dank seiner Zweikampfstärke ist der Abräumer wertvoll wie kein Zweiter. Gaetan Krebs hat in dieser Hinsicht oft enttäuscht.

Zentrales Mittelfeld: Es ist fraglich, ob es mit den abgewanderten Rouwen Hennings vorne und Philipp Max hinten besser laufen würde. Wirklich spürbar ist aber das Fehlen von Reinhold Yabo. Schnelles Umschaltspiel? Ohne Yabo ist das kaum mehr vorhanden. Im Zentrum versuchten sich mal Boubacar Barry (19 Jahre), mal Marvin Mehlem (18) – mit wenig Fortune.

Angriff: (Zu) oft dribbelt sich Erwin Hoffer als einzige Spitze fest, (zu) oft ist er aber auch auf sich alleine gestellt. Eine gute Ergänzung könnte Dimitris Diamantakos sein. Dem wurden erst die Mandeln entfernt, dann fiel er mit Oberschenkelproblemen aus.

Taktik: „Ha der Kerle isch halt zu allein da vorne“, schimpfte ein Zuschauer im Block A 4. Hoffer hatte da gerade eine Flanke in den verwaisten Strafraum geschlagen. Doch: Zum Saisonstart (0:1 gegen Fürth, 1:2 gegen Pauli) hatte Trainer Markus Kauczinski im 4-4-2 statt im 4-2-3-1 spielen lassen. Die Folge: Noch weniger Chancen.

Mentalität: Nur eine Gelbe Karte in den vergangenen drei Spielen. Gegenwehr? Fehlanzeige.

Fans: Auf ein realistisches Maß sollten auch Fans ihre Ansprüche zurückschrauben. Inzwischen sollte klar sein, dass vorerst nur der Klassenerhalt zählt.

Trainer: Drei Kritikpunkte vieler Fans: Von Kauczinski kommen nur selten lautstarke Impulse. Vier Stürmer (Hoffer, Diamantakos, Köpke, Manzon) hat er geholt, spielen darf nur einer. Und trotz Länderspielpause war kaum eine spielerische Verbesserung zu erkennen. Zur Wahrheit gehört aber auch: Kauczinski hat gezeigt, dass er Krisen meistern und Spieler besser machen kann

Den ganzen Text, ergänzt um interaktive Elemente („Die Gegentore - KSC-Abwehrduos unter der Lupe“), lesen Sie als PZ-news-Plus-Abonnent auf der Plus-Artikel-Übersichtsseite.