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So gut wie aufgestiegen: Stuttgarts Spieler feiern ausgelassen den 6:0-Erfolg über den 1. FC Nürnberg.  Foto: dpa 
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Mit dem Abgang des ehemaligen Präsidenten Wolfgang Dietrich begann die Saison beim VfB Stuttgart schon sehr unruhig.  Foto: dpa 
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Extrovertiert und beim VfB Stuttgart schnell wieder aussortiert: Trainer Tim Walter.  Foto: dpa 
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Am Ende hat es mit Pellegrino Matarazzo doch zum Aufstieg gelangt.  Foto: dpa 
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Der neue starke Mann beim VfB Stuttgart ist Thomas Hitzlsperger.  Foto: dpa 
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Haderte mal mit dem Videoschiedsrichter und mal mit der eigenen Leistung: Mario Gomez.  Foto: dpa 

Achterbahnfahrt mit Happy-End: VfB Stuttgart steht trotz vieler Pannen vor dem Aufstieg

Wenn etwas die Saison des VfB Stuttgart in der 2. Fußball-Bundesliga gekennzeichnet hat, dann war es die fast ständige Unruhe. Der Rücktritt des Präsidenten und der Wechsel des Trainers sind nur zwei Beispiele dafür. Doch im Heimspiel gegen den SV Darmstadt 98 am nächsten Sonntag (15.30 Uhr/Sky) kann sich der VfB belohnen: mit der sofortigen Rückkehr in die Bundesliga, die den Schwaben so gut wie sicher ist. Hier lesen Sie einen Überblick über die Spielzeit, die einer Achterbahnfahrt glich.

14. Juli: Während der Saisonvorbereitung widerfährt dem VfB eine peinliche Panne: Er bricht seine Mitgliederversammlung wegen Problemen mit dem WLAN ab. Daher gab es auch keine Abstimmung über eine Abwahl des umstrittenen Präsidenten Wolfgang Dietrich.

15. Juli: Einen Tag nach der missglückten Mitgliederversammlung tritt Dietrich als Präsident zurück.

26. Juli: Die Mannschaft startet unter dem neuen Trainer Tim Walter mit einem 2:1 gegen den Mitabsteiger Hannover 96 in die Saison, es ist der Beginn einer wochenlangen Erfolgsserie. Der VfB bleibt zunächst achtmal ungeschlagen und holt dabei sechs Siege.

4. Oktober: Durch die 1:2-Heimniederlage gegen den Neuling SV Wehen Wiesbaden verliert der VfB die Tabellenführung – und seine Souveränität. Es folgt eine weitere Heimpleite gegen Walters Ex-Club Holstein Kiel (0:1) und danach ein 2:6 beim Hamburger SV.

8. Oktober: Thomas Hitzlsperger wird Vorstandsvorsitzender des VfB. Der 37-Jährige wird vom Aufsichtsrat der VfB Stuttgart 1893 AG dazu berufen. Parallel dazu bleibt Hitzlsperger auch Sportvorstand.

1. Dezember: Ex-Nationalspieler Mario Gomez kann es nicht fassen: Beim 1:2 in Sandhausen werden dem Stürmer gleich drei Tore nach Videobeweis aberkannt. Danach kritisiert er die Technik scharf: „Das System, wie es ist, ist einfach scheiße.“

9. Dezember: Beim 3:1 gegen den 1. FC Nürnberg verweigert der „Video Assistant Referee“ (VAR) Gomez einen weiteren Treffer wegen Abseits, allerdings steuert er nun auch einen regulären Treffer zum Sieg bei. Die VfB-Pressestelle twittert: „Gestatten, VARio Gomez.“

15. Dezember: Claus Vogt wird neuer Präsident des VfB. Der 50 Jahre alte Unternehmer erhält bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung mehr Ja-Stimmen als sein Konkurrent Christian Riethmüller, Chef des Buchhändlers Osiander.

23. Dezember: Das Experiment mit dem extrovertierten Trainer Walter und seinem oft wilden Fußball ist beendet. Aufgrund des sportlichen Negativtrends der zurückliegenden Wochen wird er einen Tag vor Heiligabend beurlaubt. Zuvor hatte sich sein Team mit einem 2:2 in Hannover als Tabellendritter in die Winterpause verabschiedet.

30. Dezember: Die VfB-Führung verpflichtet den in der breiten Öffentlichkeit bisher fast unbekannten Pellegrino Matarazzo als Nachfolger von Walter. Der bisherige Co-Trainer des Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim erhält einen Vertrag bis Sommer 2021.

29. Januar: Matarazzo startet mit einem 3:0 gegen den schwäbischen Konkurrenten 1. FC Heidenheim in die restliche Rückrunde. Zunächst läuft es ähnlich gut wie zu Beginn unter Walter: Die Elf legt eine Serie mit vier Siegen und einem Unentschieden hin.

29. Februar: Mit dem 0:2 bei der SpVgg Greuther Fürth ist die Erfolgsserie unter Matarazzo erst einmal beendet.

17. Mai: Nach der Corona-Pause startet der VfB mit einem 1:2 beim Abstiegskandidaten SV Wehen Wiesbaden und steht hinter dem Hamburger SV nur noch auf dem Relegationsplatz drei. Eine Woche später folgt ein 2:3 bei Holstein Kiel.

27. Mai: Trotz der Negativerlebnisse verlängert der VfB den Vertrag mit Matarazzo vorzeitig bis 2022.

28. Mai: Mit dem 3:2 nach 0:2-Rückstand gegen den HSV scheint der VfB auch mental wieder auf Kurs. Doch der Schein trügt.

14. Juni: Nach einem 0:0 gegen Osnabrück leistet sich der VfB ein 1:2 im Derby beim Karlsruher SC. Hinter Spitzenreiter Bielefeld entwickelt sich mit dem ebenfalls wankelmütigen HSV ein Schneckenrennen um den zweiten direkten Aufstiegsplatz.

21. Juni: Mit 6:0 fertigt der VfB auswärts den 1. FC Nürnberg ab, der HSV verliert zeitgleich im letzten Moment mit 1:2 beim 1. FC Heidenheim. Mit drei Punkten Vorsprung und dem deutlich besseren Torverhältnis als Heidenheim auf dem Relegationsrang ist den Schwaben die Bundesliga-Rückkehr schon vor dem letzten Heimspiel gegen Darmstadt kaum noch zu nehmen.