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Glücklich im Ziel: Michael Henrich (links) und Alfred Ulshöfer.   Privat
Glücklich im Ziel: Michael Henrich (links) und Alfred Ulshöfer. Privat
15.09.2015

Adrenalin pur: Enzkreis-Läufer meistern den Jungfrau-Marathon

Interlaken/Schweiz. Wer einmal seine Grenzen ausloten möchte, dem ist der schönste Marathon der Welt zu empfehlen. Zum 23. Mal stand heuer der Jungfrau-Marathon in Interlaken (Schweiz) hoch zur Kleinen Scheidegg in knapp 2200 Metern Höhe auf dem Programm.

Gemeinsam mit 4600 Athleten aus 60 Nationen nahmen mit Michael Henrich (LTG Kämpfelbach) und Alfred Ulshöfer (TV Nöttingen) zwei Läufer aus dem Enzkreis die Herausforderung an. Von Henrich, der den Lauf bereits zum achten Mal absolvierte, erhielt Ulshöfer wertvolle Tipps.

1829 Höhenmeter

Bei Alphornklängen und der Schweizer Nationalhymne starteten die Läufer auf 568 Metern Höhe in Interlaken. Das Ziel sollten sie 42,2 Kilometer weiter nach 1829 Höhenmetern unterhalb des Dreigestirns aus Eiger, Mönch und Jungfrau erreichen. Bis Wilderswill bei Kilometer zehn ging es zunächst komplett flach, bevor es über Zweilütschinen nach Lauterbrunnen (Kilomeer 21) noch moderate 300 Höhenmeter zu überwinden galt.

Nach einer 4,6 Kilometer langen Schleife zurück nach Lauterbrunnen kam sie: die berüchtigte Wand, zwei Kilometer lang, aber mit über 400 Höhenmetern und 26 Serpentinen die reinste Tortur für alle Teilnehmer. Hier stellten sich die ersten mehr oder weniger starken Krämpfe ein. Nach einem kurzen Flachstück die nächsten Steigungen hoch nach Wengen, wo – wie in den anderen Ortschaften auch – eine tolle Stimmung bei den zahlreichen Zuschauern herrschte.

Musikalisch begleitet durch mehrere Bands liefen die beiden Flachländer bei sommerlichen Temperaturen zunächst über Allmend zum durch die Lauberhorn-Abfahrt bekannten Hanegg-Schuss und schließlich zum Knotenpunkt Wixi bei Kilometer 38 hoch. Von hier aus mussten die Bergläufer auf Trampelpfaden an Alphornbläsern vorbei hoch zur Moräne bei Kilometer 40. Das traumhafte Panorama am Jungfrau-Gletscher sorgte dafür, dass die immer wieder auftretenden Krämpfe einigermaßen verkraftet werden konnten.

Einige Tausend Zuschauer

Schließlich bei Kilometer 40,7: der Dudelsackbläser im Kilt lässt Amazing Grace erschallen. Das Zeichen, dass das Ziel naht. Auf dem letzten Kilometer bis zum Ziel Adrenalin pur, zumal einige Tausend Zuschauer die Läufer förmlich ins Ziel peitschten. Fazit: tolle Erfahrung, super Stimmung, großartige Organisation des Veranstalters, Atmosphäre und Natur einfach genossen. Die Laufzeiten (Henrich in der M50 in 5:14 Stunden, Ulshöfer, M55 in 6:02 Stunden.) und Platzierungen im Mittelfeld ihrer Altersklassen waren am Ende eher zweitrangig. pm