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28.10.2009

Ärger am laufenden Band mit dem CityLauf

PFORZHEIM. Hinter den Kulissen rumort es gewaltig. Der Pforzheimer CityLauf, der im vergangenen Jahr nach etlichen Querelen in den Enzauenpark auswanderte, ist erneut zum Streitobjekt geworden. Wie es 2010 weitergehen soll, steht derzeit in den Sternen.

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Wo soll der CityLauf 2010 stattfinden?

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Die von vielen Beobachtern als nicht optimal angesehene Organisation des Laufes am 26. Juni 2009 im Enzauenpark hatte die Kritiker schnell wieder auf den Plan gerufen. Zurück in die City, heißt die Devise. Eine Forderung, die auch Pforzheims Oberbürgermeister Gert Hager unterstützt. Für eine Rückkehr in die Stadt hat sich vor wenigen Tagen auch der Sportkreis Pforzheim-Enzkreis in einer Abstimmung mit großer Mehrheit ausgesprochen.

Dieser Sitzung vorausgegangen war eine Versammlung der Macher des EnzauenLaufes. Das ist als Veranstalter der städtische Eigenbetrieb Wirtschaft- und Stadtmarketing Pforzheim (WSP) und als sportliche Ausrichter der TV Tiefenbronn, unterstützt vom Leichtathletikkreis Pforzheim. Auf der Tagesordnung standen die Rahmenbedingungen für den Lauf im kommenden Jahr. Dabei wurden Eckdaten festgelegt, über die aber noch nicht abschließend entschieden ist.

Viele Änderungen geplant

Der Lauf soll künftig nicht mehr freitags, sondern samstags stattfinden. Für 2010 wurde schon einmal der 26. Juni ins Auge gefasst. Es soll keine Staffelläufe der Schulen am Tag des CityLaufes mehr geben. Der Hauptlauf über zehn Kilometer soll gesplittet werden in einen Elitelauf (für Läufer die schneller als 43 Minuten laufen) und einen Lauf für Freizeitsportler. Auch den FunRun soll es weiter geben. Im Nachwuchsbereich ist künftig ein Bambinilauf (für 5- bis 7-Jährige) und ein zusätzlicher, dritter Schülerlauf geplant. Geprüft wurde auch auf vielfachen Wunsch, ob der Lauf wieder in die City zurückkehren kann, was allerdings mit erheblichen Mehrkosten für die Organisation verbunden wäre.

Rundkurs in der City?

Auf Vorschlag des WSP steht derzeit ein Rundkurs von der City aus in Richtung Westen zur Debatte. Start und Ziel wäre am Leopoldplatz. Die Läufer würden dann über die Durlacher-, Maximilian- und Antoniusstraße laufen. Wendepunkt wäre bei der Fritz-Erler-Schule. Von da aus ginge es über die Westliche zurück zum Leopoldplatz. Die Runde hätte etwa 3,3 Kilometer und wäre dreimal zu durchlaufen.

Gegen diese Variante gibt es allerdings Bedenken des Amtes für öffentliche Ordnung. „Es müssen noch Gespräche mit Anliegern geführt werden“, sagt auch Citymanager Rüdiger Fricke, der bei der WSP federführend für die Organisation des CityLaufes verantwortlich ist. Von der geplanten Ausbootung der Schülerstaffeln hat Gudrun Augenstein vor einer Woche bei der Sitzung mit der WSP erfahren. „Ich habe mich sehr darüber geärgert“, sagt die Pädagogin aus Niefern, die beim Staatlichen Schulamt für den Schulsport zuständig ist und Jahr für Jahr die Schülerstaffeln beim CityLauf organisiert hat.

Sportkreis unterstützt Schulen

In diesem Jahr waren 92 Staffeln mit insgesamt 736 Schülerinnen und Schülern am Start – eine neue Rekordmarke. Das Angebot des WSP, die Schülerstaffeln an einem andern Tag im Enzauenpark laufen zu lassen, findet Augenstein nicht akzeptabel. „Für die Kinder hat es einen großen Reiz, im Rahmen einer großen Veranstaltung zu laufen. Allein macht es keinen Spaß“, sagt die Lehrerin, die in den vergangenen Jahren sehr viel Herzblut in die Veranstaltung gesteckt hat, viel Aufbauarbeit geleistet hat und sich nun mit ihren Schulen abgeschoben fühlt.

In seiner Abstimmung pro Innenstadt hat der Sportkreis in der vergangenen Woche auch für eine Beibehaltung des Freitags und gegen eine Auslagerung der Schüler-Staffeln gestimmt. „Der OB muss jetzt ein Machtwort sprechen“, fordert Gudrun Augenstein.

Alles deutet darauf hin, dass der Gemeinderat das letzte Wort haben wird. Eventuell wird im Dezember über die Zukunft des Laufes beraten. Im Gemeinderat und im Sportkreis sitzt auch Klaus Gutscher. Der CDU-Stadtrat und stellvertretende Sportkreis-Vorsitzende hat sich in einem Brief am OB Hager über Citymanager Fricke beschwert. Fricke würde seine Pläne in arroganter Art und Weise durchsetzen, beschwert sich Gutscher und fragt sich „ob und wie lange Herr Fricke für die WSP und die Stadt Pforzheim tragbar ist?“