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Philipp Hofmann (links) soll für den KSC auch in der nächsten Saison noch viele Tore schießen.  Foto: dpa 

Aggressiv, aber kontrolliert: Abstiegsbedrohter KSC will-Aufsteiger Bielefeld nicht ins offene Messer laufen

Karlsruhe. Natürlich möchte der stark vom Abstieg bedrohte Fußball-Zweitligist Karlsruher SC am Sonntag (15.30 Uhr/Sky) sein Heimspiel gegen den schon als Meister und Aufsteiger feststehenden DSC Arminia Bielefeld gewinnen. Denn erstens geht es für die Wildparkprofis am zweitletzten Spieltag darum, zumindest Relegationsplatz 16 zu verteidigen. Zweitens ist aber – wenn auch nur in Abhängigkeit von der Ergebnissen der Konkurrenten Nürnberg, Osnabrück und St. Pauli – perspektivisch auch der direkte Klassenerhalt durchaus noch möglich. „Eine Neubewertung der Tabellensituation nehmen wir am Sonntagabend vor“, sagte Christian Eichner am Freitag.

Der KSC-Coach und seine Mannschaft (16./33 Punkte) müssen also erst einmal gegen den Überraschungs-Champion den Spagat hinbekommen zwischen den zum Sieg nötigen Angriffsbemühungen und der zur Vermeidung einer Niederlage erforderlichen Abwehrleistung, und sich unter Umständen auch mit einem Remis zufriedengeben. Um personell und taktisch eventuell auch auf die Spielverläufe in Darmstadt (gegen Wehen Wiesbaden/17./31 Punkte), in Nürnberg (15./36 Punkte) gegen Stuttgart und Osnabrück (14./36 Punkte) gegen Kiel reagieren zu können, lässt sich die KSC-Bank über die dortigen Ereignisse auf dem Laufenden halten.

Der KSC selbst wird gegen Bielefeld zunächst aber nicht auf „Teufel komm raus“ angreifen, im Poker-Jargon also „all in“ gehen, wie Christian Eichner sagt. „Ich weiß nicht, ob wir gut beraten wären, mit acht Stürmern aufzulaufen.“ Denn die Gastgeber wollen ja nicht „ins offene Messer von Arminia Bielefeld laufen.“

Unabhängig von Taktik und Personal erwartet „Eiche“, dass sein Team sich voll reinhängt, Bielefeld „ständig stresst, presst und zusetzt“, und bestenfalls an den Punkt bringt, an dem sich die Gästespieler fragen: „Muss ich mich noch so quälen?“ Immerhin ist Arminia schon als Erster im Ziel und das Spiel auf der Baustelle Wildparkstadion (siehe auch Seite 16) ist das vierte der Ostwestfalen innerhalb von zehn Tagen.  

Mögliche KSC-Aufstellung: Uphoff – Thiede (Stiefler), Gordon, Pisot, Roßbach (Carlson) – Fröde (Kobald) – Kother, Gondorf, Wanitzek, Lorenz – Hofmann.