nach oben
Nicht mehr KSC-Trainer: Markus Schupp
Nicht mehr KSC-Trainer: Markus Schupp © dpa-Archiv
23.08.2010

Alarmglocken beim KSC läuten - Trainer Schupp in Gefahr?

KARSLRUHE. Zwei Pflichtspiele – zwei Niederlagen: nach dem Pokal-Aus in der ersten Runde (0:2 beim FC Ingolstadt) und dem am Sonntag 1:4 (Halbzeit 0:2) verlorenen Punktspielauftakt bei der Spielvereinigung Greuther Fürth läuten im Wildpark natürlich die Alarmglocken. Die Verunsicherung ist – auf allen Ebenen – groß und wird von außen verstärkt. Der Sportinformationsdienst (SID) verbreitete am Sonntag die Meldung, Cheftrainer Markus Schupp stünde kurz vor der Entlassung.

Als möglichen Nachfolger bringt der SID Rainer Scharinger (43) ins Gespräch, der mit dem VfR Aalen zwar in die Dritte Liga aufgestiegen ist, dort aber nach fünf Spieltagen das Tabellenende ziert. Bei verschiedenen Fans wird gerne auch Edmund Becker, der seit dem 1. Juli das Nachwuchszentrum leitet, als möglicher „Retter“ gesehen.

„An den Spekulationen über einen Trainerwechsel ist überhaupt nichts dran“, sagt Arnold Trentl, der sportliche Leiter des KSC, dazu. Es ist auch kaum vorzustellen, dass die Verantwortlichen schon so früh in der Saison die Nerven verlieren und sich weitere finanzielle Probleme aufhalsen. Denn mit Markus Schupp müsste konsequenterweise auch Co-Trainer Karl-Heinz Emig, der Mann seines Vertrauens, beurlaubt werden. Und einen neuen Cheftrainer samt Assistenten zu verpflichten, wäre sicher nicht billig. Eine interne Lösung, z.B. die Rückkehr von Edmund Becker auf den Chefsessel, ist deshalb undenkbar, weil ein Großteil der Spieler, die ihn im September 2009 abgesägt haben, noch das KSC-Trikot tragen. Und Markus Kauczinski, der erfolgreiche Trainer des KSC II, verfügt nicht über die nötige Fußballlehrer Lizenz, um bei einem Zweitligisten dauerhaft die Verantwortung zu übernehmen.

Im Wildpark muss also eine „Selbstheilung“ stattfinden. Markus Schupp hat es auch in der vergangenen Saison letztendlich geschafft, seine Mannschaft erfolgreich zu machen. Nach sechs Niederlagen und nur einem Sieg zu Beginn der Rückrunde, verbuchte der KSC in den letzten zehn Spielen fünf Siege, vier Unentschieden und eine Niederlage.

Allerdings hat der Kader in der Zwischenzeit durch den Abgang von Torhüter Markus Miller und Lars Stindl (beide zu Hannover 96), sowie Marvin Matip (zurück zum 1. FC Köln), Qualität eingebüßt. Kristian Nicht, die neue Nummer eins zwischen den Pfosten, konnte bisher jedenfalls noch nicht nachweisen, ein gleichwertiger Ersatz für „Killer“ Miller zu sein.

Auch Matthias Langkamp, der seit dem 8. November 2009 verletzungsbedingt (Achillessehnen / Schulter) nur zwei Kurzeinsätze (im April) in der Zweiten Liga verzeichnete, ist noch nicht wieder in Top-Form.

Trotzdem setzt Markus Schupp vor allem auf die Erfahrung und das Können der Rückkehrer. Michael Mutzel gab nach über sechs Monaten Spielpause in Fürth ab der 36. Minute ein gutes Comeback. Christian Timm hingegen wirkte bei seinem ersten Einsatz seit dem 25. Oktober 2010 noch ziemlich ängstlich. Und Massimilian Porcello, der sein letztes Punktspiel am 7. Februar 2009 bestritten hat, gehörte noch nicht zum Aufgebot.