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„Hiergeblieben“ scheint Nicólas González (rechts) Anastasios Donis zu sagen. Der Grieche würde den VfB gern verlassen, doch anders als für seinen argentinischen Mitspieler gibt es offenbar keine Interessenten.  Foto: dpa/Balk 

Anastasios Donis spielt für den VfB Stuttgart zumindest vorerst wohl nicht mehr

Stuttgart. Auch die acht Millionen Euro, die der VfB für Silas Wamangituka gezahlt hat, ändern nichts an der Situation von Anastasios Donis. Zwar war kein Spieler in der 2. Fußball-Bundesliga je teurer als der Angreifer aus dem Kongo, dennoch sind die Stuttgarter auf Einnahmen aus einem Verkauf des Griechen nicht angewiesen. Der Erstliga-Absteiger ist trotz des teuersten Kaders aller Zweitligisten finanziell gut aufgestellt, muss daher keinen der 29 Profis ziehen lassen.

Das gilt auch für Nicólas González, der angeblich auf dem Einkaufszettel von Inter Mailand und dem PSV Eindhoven, dem neuen Club von Timo Baumgartl, steht. Doch während der Argentinier bei Erzgebirge Aue am Freitag (18.30 Uhr/Sky) womöglich in die Startelf rückt und Wamangituka zumindest im Kader steht, wird Donis nicht dabei sein. Der flinke Flügelspieler ist zwar nicht suspendiert, wie es nach seiner Nichtberücksichtigung beim 2:1 gegen den FC St. Pauli am vergangenen Samstag hieß – aber vor dem Ende der Transferperiode am Montag, 2. September, wird Donis wohl nicht mehr spielen. So zumindest war Trainer Tim Walter am Mittwoch zu verstehen.

Der Grieche zählte einst zu den Hoffnungsträgern des VfB, in der zurückliegenden Abstiegssaison sehnten sich die Fans nach Einsätzen des lange verletzten Angreifers – und nach seiner Geschwindigkeit. Doch Donis ist bei aller Wertschätzung der Anhänger nie richtig warm geworden mit dem Club, hat sich immer wieder Disziplinlosigkeiten erlaubt. Er würde den Verein gerne verlassen. Wohl als Vorsichtsmaßnahme spielt er deswegen erst mal nicht mehr – ein Szenario wie das von Leroy Sané, der sich kurz vor einem angestrebten Wechsel von Manchester City zum FC Bayern München am Kreuzband verletzte, will der VfB offensichtlich vermeiden.

Mangel an Interessenten

Anders als die Münchner bei Sané hat kein Club offensiv sein Interesse an Donis bekundet, Angebote liegen dem VfB nicht vor. Zwar würde der Grieche seinen 23. Geburtstag am Donnerstag der kommenden Woche gerne als Spieler eines Bundesligisten feiern, doch Gerüchte über Wechsel zu Eintracht Frankfurt oder Borussia Mönchengladbach waren bislang nur genau das: Gerüchte.

Immerhin: Donis, der vor zwei Wochen beim 2:2 gegen den 1. FC Heidenheim eingewechselt wurde und so sein 47. Spiel für die Schwaben absolvierte, verhält sich anständig und trainiert gut. Hatte er sich vergangene Saison auch schon einmal öffentlich über zu wenig Spielzeit beklagt, sind derlei Äußerungen seit dem Amtsantritt von Coach Walter nicht bekannt.

Atmosphärisch sollte eine Zusammenarbeit mit ihm also auch weiterhin möglich sein. Die Qualität, dem VfB auf dem Weg zurück in die Bundesliga zu helfen, hat Donis unbestritten. Zeigen können wird er sie vor September aber wohl nicht mehr.

Mögliche VfB-Aufstellung:

Kobel – Stenzel, Phillips, Badstuber, Sosa – Karazor – Ascacibar, Castro – Didavi – Gonzalez, Al Ghaddioui

Trainer Walter muss wieder umbauen

Der VfB Stuttgart muss im Freitagsspiel bei Erzgebirge Aue in der Defensive auf Kapitän Marc Oliver Kempf sowie im Angriff auf Mario Gomez verzichten. Beide reisen wegen muskulärer Probleme erst gar nicht nach Sachsen, wie der Verein am Donnerstag nach dem Training mitteilte. Kempf war vorigen Samstag beim 2:1 gegen den FC St. Pauli wegen der Beschwerden ausgewechselt worden. Seit wann, wo und warum Gomez Probleme hat, wollte ein Sprecher des Clubs auf Nachfrage nicht beantworten. Orel Mangala muss wegen einer Innenbanddehnung im Knie erneut passen.

Angesichts der Ausfälle werden die Stuttgarter Fußballer im fünften Pflichtspiel der Saison wieder mit einer veränderten Startaufstellung auflaufen. Beim Gegner gibt es trotz sechs Punkten aus drei Spielen eine Veränderung auf der Trainerposition.

VfB-Tim Walter zuckte bei der Pressekonferenz mit den Schultern, als er auf die rätselhafte Beurlaubung von Daniel Meyer in Aue angesprochen wurde. Auch Meyer-Bruder André, der bisher Co-Trainer war, ist zumindest „vorerst“ nicht mehr für Aue tätig.

„Auch aus datenschutzrechtlichen Gründen“, werde man die Maßnahme nicht erläutern, sagte Aue-Präsident Helge Leonhardt. Interimscoach ist nun Marc Hensel. Da er nicht die erforderliche Fußball-Lehrer-Lizenz hat, darf er aber nur für einen begrenzten Zeitraum Chefcoach sein.

„Trotz der turbulenten Woche freuen wir uns riesig auf dieses Spiel. Der VfB ist die stärkste Mannschaft der Liga, dennoch wollen wir unsere Chance nach vorn suchen“, sagte Hensel am Donnerstag. In jedem Fall will der VfB wieder dominant auftreten.

„Uns muss es gelingen, die Stuttgarter in den entscheidenden Phasen zu überrumpeln und vor Probleme zu stellen“, erklärte Martin Männel, der Kapitän und Torhüter des VfB-Gegners.