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24.02.2010

Anti-Konflikt-Teams für Hochrisikospiel beim KSC

KARLSRUHE. Am kommenden Sonntag spielt der Karlsruher SC gegen den 1. FC Kaiserslautern. Das traditionsreiche Südwest-Derby wird mit etwa 30.000 Zuschauern ausverkauft sein. Die Gastgeber erwarten bis zu 7.000 FCK-Fans. Im Wildpark läuten deshalb schon Tage vor dem fußballerischen Großereignis die Alarmglocken – es geht um die öffentliche Sicherheit

Vor dem Süd-West-Derby, das am Sonntag um 13.30 Uhr im Karlsruher Wildparkstadion angepfiffen wird, setzt die Polizei auf Transparenz ihrer Maßnahmen und auf Kommunikation mit den Anhängern beider Vereine. Aus diesem Grund hat sich Polizeieinsatzleiter Fritz Rüffel in den vergangenen Tagen entschieden, in offenen Briefen an die Karlsruher und Kaiserslauterer Fans Tipps und Empfehlungen rund um die Anreise und das Hochrisikospiel zu geben.

Diese Hinweise der Polizei werden auch auf den Internetseiten der Fußballvereine zu lesen sein. Um Randale und Gewalt erst gar nicht aufkommen zu lassen, setzt die Karlsruher Polizei bei einem Fußballspiel auch erstmals Anti-Konflikt-Teams ein, die mit ihren entsprechend beschrifteten gelben Warnwesten auch als solche erkennbar sein werden. Gute Erfahrungen hat die Polizei mit diesen speziell in Konfliktlösung und Kommunikation geschulten Beamten bereits bei zahlreichen Demonstrationen und zuletzt auch beim NATO-Gipfel sammeln können.

Bildergalerie: Polizei sichert Hochrisikospiel im Wildparkstadion

Darüber hinaus stellt Einsatzleiter Rüffel aber klar, dass die Polizei Randalierern und Straftätern mit aller Entschiedenheit entgegentreten wird. "Dies betrifft auch das Tragen von Vermummung und das Abbrennen von Pyrotechnik", so der Polizeioberrat. Zur Bewältigung des Einsatzes plant er derzeit mit mehreren Hundertschaften der Polizei aus dem ganzen Land, darunter auch mehrere Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten der Bereitschaftspolizei sowie Polizeireiter und -hundeführer. Die genaue Anzahl der eingesetzten Kräfte, mit der die Polizei vor, während und nach dem Spiel für einen friedlichen Verlauf sorgen will, steht derzeit noch nicht fest.

Um gewalttätige Auseinandersetzungen zu vermeiden, ist die strikte Fan-Trennung bei dieser als Hochrisikospiel eingestuften Begegnung ein absolutes Muss für die Karlsruher Polizei. Aus diesem Grund bittet die Polizei schon jetzt um Verständnis, falls nach dem Spiel eine vollständige Sperrung des Adenauerringes in Richtung Durlacher Tor erforderlich werden sollte. Dies träfe dann nicht nur wie gewohnt den Fahrzeugverkehr, sondern auch den gesamten Fußgängerverkehr. Die Sperrung mittels Gitter würde auf Höhe des Eingangs Mitte hinter der Gegentribüne erfolgen.

Die Polizei empfiehlt deshalb allen Fans des KSC, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Stadion kommen, nach Spielende über den Schlossgarten die Straßenbahn-Haltestellten Marktplatz oder Kronenplatz zu benutzen oder das Stadion über den Ausgang "Fasanengarten" zu verlassen. Für Stadionbesucher, die im Bereich Theodor-Heuss-Allee parken, besteht während der Sperrung des Adenauerrings die Möglichkeit, über die Stutenseer Allee und den Kanalweg zu ihren Fahrzeugen zu gelangen. Darüber hinaus bleibt für alle abwandernden KSC-Fans auch der Adenauerring in Richtung Mühlburger Tor geöffnet.

Für die mit der Bahn anreisenden FCK-Fans ist ein direkter Bustransfer vom Hauptbahnhof zum Wildparkstadion vorgesehen. Die Busse werden hierzu auf der Südseite beim Busbahnhof bereitstehen. Dort befinden sich für die ankommenden Fans auch Toiletten und Schließfächer. Weil in den Bussen und Bahnen der Verkehrsbetriebe weder Glasflaschen noch alkoholische Getränke mitgeführt werden dürfen, werden an den Ausgängen Glas- und Abfallcontainer bereitstehen. Nach dem Spiel erfolgt ein Bustransfer direkt vom Gäste-Fanbereich zum Hauptbahnhof. Die mit Bussen nach Karlsruhe kommenden Gästefans können unmittelbar beim Eingang Ost aus- und nach dem Spiel wieder dort einsteigen.

Schon bei der Terminierung des Spiels auf einen Nachmittag war die Deutsche Fußball Liga den Empfehlungen der Polizei gefolgt, die unbedingt ein Spiel bei Dunkelheit vermeiden wollte.