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Mit neun Toren und sechs Vorlagen hat Anton Fink viel dazu beigetragen, dass der Karlsruher SC nach der Hälfte der Saison Tabellenerster ist.  Foto: dpa 

Anton Fink beim Karlsruher SC: Der Unterschiedsspieler

Karlsruhe. In den ersten vier Begegnungen der Saison schmorte Anton Fink beim KSC auf der Bank. Da brachte es der 31 Jahre alte Stürmer nur auf Teileinsätze – auf gerade einmal 73 Minuten.  Doch inzwischen ist „Toni“ aus der ersten Elf nicht mehr wegzudenken. Er hat an sich gearbeitet, ist topfit, torgefährlich und einfach auch sehr erfahren.

In der vergangenen Spielrunde waren die Sportchefs hin und wieder nicht so angetan von seiner Laufleistung. Doch was der gebürtige Bayer, der im Raum Pforzheim lebt, in dieser Spielrunde an Kilometern abspult, sei „unfassbar gut“, so die Ansicht der Verantwortlichen.

Fink steht in dieser Saison sinnbildlich für den Karlsruher Fußball-Drittligisten: Er ackert, er rackert, ist vorne gefährlich und hinten zweikampfstark. Vor allem ist er absolut abgezockt und zudem wohltuend realistisch. „Die erste Halbzeit in Halle war eine der schlechtesten in dieser Saison. Da haben wir Halle viel zu viele Möglichkeiten gegeben“, bekannte er nach dem 3:0-Auswärtssieg und traf mit der ehrlichen Analyse ins Schwarze: „Ich glaube, die abgezocktere und nicht unbedingt die bessere Mannschaft hat gewonnen.“

„Toni“ ist ein Phänomen. Trainer Alois Schwartz nennt ihn Freigeist! Ex-KSC Kapitän Maik Franz, der inzwischen Sportdirektor beim 1. FC Magdeburg ist, aber den KSC noch immer intensiv verfolgt, sagt über Fink: „Er ist einer der wenigen Unterschiedsspieler in Liga drei.“

„Toni“, der „Mister Eiskalt“ vor dem Tor, hat schon neun Treffer markiert und nebenbei sechs vorbereitet. Damit trug er wesentlich zur Herbstmeisterschaft des KSC bei. Doch das interessiert ihn nicht: „Herbstmeister – das bringt uns nichts, interessiert uns nicht. Eine Momentaufnahme, mehr nicht!“ Und der Aufstieg? Da lacht Fink. „Wir wollen unbedingt gegen Braunschweig am Samstag drei Punkte holen. Was sich am Ende der Saison für uns in Sachen Platzierung ergibt, wird man sehen. Wir werden daran arbeiten, dass wir da oben bleiben. Schaun wir mal, was rauskommt.“

Mit einem hat Fink aufgehört! Zum Glück für den KSC nicht mit Fußball, sondern nur damit, seine Drittligatreffer zu zählen. „Das mach ich schon einige Zeit so“, sagt der KSC-Torjäger, dem in Halle ein Doppelpack gelang. Es waren seine Treffer Nummer 129 und 130! Damit ist Fink mit großem, schier uneinholbarem Vorsprung der beste Torschütze aller Zeiten in Liga drei.

Abgezockt wie nur wenige

Zum zweiten Fink-Treffer in Halle sagt Trainer Schwartz: „Das war ein typischer Toni Fink – clever den Körper dazwischen gestellt, abgezockt den Ball ins Netz gemacht: Super!“

„Toni“ Fink – das ist ein Toptorjäger und ein Teamplayer in Reinform. Eigenschaften, die eigentlich nur schwer und selten zusammenpassen. Für den stolzen Vater einer Tochter steht – bei aller Individualität – das Team im Vordergrund. „Ich freue mich für die Mannschaft. Ob ich ein Tor schieße, ist letztendlich egal – Hauptsache wir gewinnen unsere Spiele.“ Für ihn ist klar, dass der KSC mit großem Selbstbewusstsein auftreten, dem Gegner aber auch mit großem Respekt begegnen soll.