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17.09.2017

Anton Fink macht den Unterschied - KSC-Stürmer erzielt gegen Lotte Tor des Tages

Karlsruhe. Wohl dem, der einen „Unterschiedsspieler“ in seinen Reihen hat. Einen Spieler also, der den Unterschied macht – zwischen, ganz grob gesagt, Sieg und Niederlage. Einen Spieler wie Anton Fink (30). Denn der sicherte dem Karlsruher SC mit einem gekonnten und sehenswerten Schlenzer aus 16 Metern und halblinker Position eine Viertelstunde vor Schluss einen 1:0-Erfolg gegen den VfL Sportfreunde Lotte. Mit ihrem zweiten Heim- und auch Saisonsieg verbesserten sich die Wildparkprofis von Tabellenplatz 17 auf Rang zwölf in der 3. Liga.

„Brutal bestraft“ worden

Gästecoach Marc Fascher gratulierte dem KSC deshalb einerseits zum Sieg – andererseits aber auch zu Anton Fink: „Der braucht halt nur einen Schuss aus der zweiten Reihe, dann fliegt der Ball da oben ins Dreieck rein.“ Seine Mannschaft hingegen habe zuvor zwei hundertprozentige Chancen liegengelassen und sei dafür „brutal bestraft“ worden.

Tatsächlich hätte sich auf Karlsruher Seite niemand beschweren können und dürfen, wenn die Sportfreunde im Wildpark gewonnen hätten. Die Gastgeber hatten außer Fink aber noch einen zweiten „Unterschiedsspieler“ auf ihrer Seite – und zwar zwischen den Pfosten. Wie schon eine Woche zuvor beim 0:0 in Chemnitz hielt Benjamin Uphoff seinen Kasten in drei ganz gefährlichen Situationen sauber. In der ersten Halbzeit drehte er einen satten Schrägschuss von Nico Neidhardt um den Pfosten (37.). Und nach dem Seitenwechsel behielt er gegen Lottes bisher dreifachen Torschützen Hamadi Al Ghaddioui in zwei Eins-gegen-Eins-Situationen die Oberhand (54. und 69.).

Nach der ersten dieser beiden hochkarätigen Tormöglichkeiten der Gäste mussten sich KSC-Kapitän Kai Bülow und seine Mitspieler die ersten Pfiffe gefallen lassen – zu Recht. Denn bis dahin lahmte das Spiel der Hausherren regelrecht. Das sah zwar bis 20 Meter vor dem gegnerischen Gehäuse zumindest nicht schlecht aus. „Im letzten Drittel aber haben wir nicht die richtigen Entscheidungen getroffen“, räumte Alois Schwartz nach seinem ersten Heimspiel als Karlsruher Cheftrainer ein. „Wir sind nicht richtig in die Box gekommen, und hatten keine richtigen Abschlüsse. Oftmals verdribbelt, den Pass zu früh, den Pass zu spät gespielt. Wir konnten unsere Stürmer nicht in Szene setzen.“

In der ersten Halbzeit entwickelten die KSCler aus dem Spiel heraus jedenfalls keine Gefahr für David Buchholz, den Keeper der Westfalen. Auch die „Halbchancen“, so nannte Gästecoach Fascher die Karlsruher Eckbälle und Freistöße, vermittelten den knapp 8500 Zuschauern nicht das Gefühl, dass ein Tor in der Luft liege.

Das Angriffsspiel des KSC blieb aber im Grunde genommen nicht nur vor der Pause, sondern über die gesamte Spielzeit ziemlich harm- und einfallslos und wurde auch nicht mit dem nötigen Tempo vorgetragen, um die Sportfreunde ernsthaft in Verlegenheit bringen zu können.

Es war nur Uphoff und Fink zu verdanken, der kurz vor seinem entscheidenden Treffer noch aus spitzem Winkel von rechts an Buchholz gescheitert war (71.), dass der KSC einen glücklichen Sieg feiern konnte.

„Letztendlich war für mich erst einmal wichtig, dass wir die A-Note, das Ergebnis, hinkriegen“, fasste Alois Schwartz die ernüchternden 90 Minuten zusammen. „Wir haben in Chemnitz den ersten Schritt getan, indem wir ohne Gegentor geblieben sind. Den zweiten Schritt haben wir jetzt hier gemacht, weil wir wieder kein Gegentor fressen mussten. Mit den drei Punkten, die wir hierbehalten haben, können wir zuversichtlicher ins nächste Spiel gehen.“ Schon morgen (19 Uhr) geht’s zur SG Sonnenhof Großaspach.