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Armin Veh ist nicht mehr Trainer beim Fußball-Bundesligisten und Tabellenletzten VfB Stuttgart. © dpa
24.11.2014

Armin Veh ist als Trainer des VfB Stuttgart zurückgetreten

Armin Veh hat aus der sportlichen Krise des VfB Stuttgart radikale Konsequenzen gezogen. Der einstige Meistertrainer trat noch am Sonntag wenige Stunden nach der Heimniederlage gegen den FC Augsburg zurück, wie der Tabellenletzte der Fußball-Bundesliga am Montag bekanntgab.

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«Dieser Schritt ist mir sehr schwer gefallen, weil mir der Verein und die Mannschaft am Herzen liegen», begründete Veh seine Entscheidung. «Letztlich musste ich aber so handeln, weil ich von der Richtigkeit dieses Schritts überzeugt bin.» Damit endete die zweite, mit so vielen Hoffnungen auf einen sportlichen Aufschwung verbundene Amtszeit des einst gefeierten Meistertrainers nach nur 146 Tagen.

VfB-Präsident Bernd Wahler erklärte, Veh habe die Vereinsverantwortlichen noch am Sonntagabend in einem persönlichen Gespräch über seine Demission informiert. «Er ist der Überzeugung, dass ein Wechsel auf der Trainerposition notwendig ist, um in die Erfolgsspur zurückzufinden», sagte Wahler. «Wir respektieren seine Entscheidung, obwohl wir auch nach dem gestrigen Spiel von ihm und seiner Arbeit überzeugt waren.»

Durch das 0:1 (0:0) gegen den FC Augsburg hatte sich die bedrohliche Lage des VfB weiter verschärft. Statt mit einem fest eingeplanten Sieg einen wichtigen Schritt aus dem Tabellenkeller zu machen, stecken die Stuttgarter nach einem Drittel der Saison tief im Abstiegskampf.

Der 2007 nach dem Titel-Triumph als «Zauber-Veh» gefeierte Coach hat es nicht vermocht, dem Team eine klare Struktur zu vermitteln. Veh hatte in der Vergangenheit mehrfach betont, dass die Probleme wesentlich größer seien, als er gedacht habe. Aber so einen Absturz hatte auch er nicht erwartet. «Nach dem zwölften Spieltag nur neun Punkte ist mir in meiner langjährigen Trainerlaufbahn noch nie passiert», sagte der noch immer von einer schweren Erkältung geplagte Routinier in einer Presserunde nach dem nächsten Rückschlag.

In der VfB-Mitteilung versicherte Veh nun erneut, die Mannschaft sei besser «als der Tabellenplatz». Das bislang Erreichte sei zu wenig. «Dafür bin ich verantwortlich», sagte der 53-Jährige. Dem Team und ihm habe «einfach auch das notwendige Quäntchen Glück in vielen knappen Spielen» gefehlt. Er sei sich sicher, dass der VfB schon bald wieder punkten werde, erklärte Veh.

Angesichts der zumeist uninspirierten und biederen Leistungen des VfB dürfte eine Wende zum Besseren unabhängig vom - momentan noch nicht feststehenden - Veh-Nachfolger auf absehbare Zeit eine schwierige Aufgabe zu werden. Der Kader hat allenfalls Durchschnittsformat; es fehlen herausragende Akteure, die den Rest der Mannschaft mitreißen und eine richtungweisende Spielkultur garantieren könnten.

Selbst im Vorjahr, als der VfB unter drei verschiedenen Trainern bis zum Schluss um den Klassenerhalt zittern musste, stand er zum vergleichbaren Zeitpunkt als Tabellenachter (16 Punkte) gut da. «Unsere Situation ist kritisch und schwierig, wir dürfen den Anschluss auf keinen Fall verlieren», forderte Kapitän Christian Gentner. «Wir dürfen nicht jammern, wir haben uns selbst in diese Lage gebracht.»

Veh hatte die bedrohliche Lage unmittelbar nach der siebten Saisonpleite offen thematisiert: «Wir stecken natürlich in der Krise. Als Tabellenletzter gibt es für unsere Situation kein anderes Wort.» Dass Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer mit zwei zumindest aus Stuttgarter Sicht sehr fragwürdigen Entscheidungen wesentlich zum 0:1 (0:0) beigetragen hat, hat letztlich auch zu Vehs Demission geführt.

Vor allem der Elfmeter nach einem Handspiel von Adam Hlousek hatte bei den Stuttgartern für viel Unverständnis und Empörung gesorgt. Augsburgs Kapitän Paul Verhaegh verwandelte sicher (72. Minute). «Das war nie und nimmer Elfmeter», echauffierte sich Veh. «Der Schiri hat uns heute um den Punkt gebracht», urteilte Torhüter Sven Ulreich.