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Da geht’s nicht mehr lang, denn für Enel Paul ist beim Sportclub Schluss.
Da geht’s nicht mehr lang, denn für Enel Paul ist beim Sportclub Schluss.
20.10.2015

Auf Ballhöhe: Lienzingen will die Wogen glätten

Hohe Wellen schlug der Spielabbruch vor einer Woche in der Kreisklasse B1 Pforzheim, als die Mannschaft des FC Alemannia Wilferdingen II beim Gastspiel in Lienzingen kurz vor Schluss (Spielstand 1:0 für Lienzingen) geschlossen den Platz verließ, weil man mit den Schiedsrichterentscheidungen (unter anderem zwei Platzverweise) nicht einverstanden war.

Nach der Berichterstattung an dieser Stelle vergangene Woche ging es bei Facebook und in einigen Foren der Vereine im Fußballkreis Pforzheim ab. Wie es halt so ist, zielten manche Kommentare auch unter die Gürtellinie, so dass sich der FV Lienzingen jetzt noch einmal zu Wort meldete und einiges richtigstellen wollte.

„Wir haben keinen Einfluss“

So hätten Lienzinger Spieler keineswegs zugegeben, dass das Tor aus einer Abseitsposition entstanden wäre. Die Kabinentüre, die laut Wilferdingens Spielertrainer Otto Kromer, der des Feldes verwiesen wurde, verschlossen war, wäre auch nicht verschlossen gewesen, denn sie wäre nie abgeschlossen. Und außerdem müsse sich die Konkurrenz keineswegs am Kopf kratzen wegen der fünf Platzverweise für gegnerische Teams in den letzten vier Heimspielen.

„Wir haben keinen Einfluss darauf, wenn der Schiedsrichter beleidigt wird oder einen Spieler wegen einer Notbremse vom Platz stellen muss“, sagt diesbezüglich Lothar Bergtold, Vorstand Sport des FV Lienzingen. Er bedauert, dass die Emotionen im Nachgang dieser Partie etwas hochgekocht sind, denn das Spiel an sich sei sehr fair gewesen. Nach der Begegnung habe man ja auch noch „gute Gespräche“ mit den Wilferdingern geführt, sagt er.

Urteil noch nicht bekannt

Wie das Spiel nun gewertet wird, hat das Sportgericht noch nicht mitgeteilt. „Wir hoffen jedenfalls, dass es keinen Nachteil für uns gibt“, sagt Bergtold. Und er hofft, dass trotz der jüngsten Vorfälle die Gegner künftig gerne und ohne Vor- behalte nach Lienzingen kommen. Schließlich stünde der Fairplay-Gedanke beim FV Lienzingen immer an oberster Stelle.

SCP: Wer folgt auf Trainer Enel Paul?

Der Sportclub Pforzheim muss sich einen neuen Trainer suchen. Coach Enel Paul hat überraschend seinen Rücktritt erklärt. Aus beruflichen Gründen, wie der 33-Jährige gegenüber der PZ erklärt. „Ich habe mir lange Gedanken gemacht, aber es geht einfach nicht mehr“, sagt der frühere Sportclub-Spieler, der nun seit zwei Jahren auch die Mannschaft trainiert.

In dieser Saison lässt der Erfolg allerdings etwas auf sich warten. Nach acht Spieltagen belegt das Team aus dem Würmtal mit zehn Punkten (3 Siege, 1 Remis, 4 Niederlagen) den zehnten Tabellenplatz. „Der Rücktritt kommt für uns überraschend“, sagt SCP-Sportvorstand Claus Böhm. Bei einer Sitzung gestern Abend wollte er sich mit Vereinsvertretern Gedanken über die Nachfolge von Paul machen. Eine interne Lösung scheint dabei, nicht unmöglich zu sein. Ob Enel Paul nochmal als Trainer einsteigen wird, ist dagegen fraglich. Vieles hänge von seiner beruflichen Beanspruchung ab, so der Fußballer.

„De Bruddler“ schaut genau hin

„De Bruddler“ im Stadionheft des 1. FC Bauschlott ist Kult. Schon seit Jahren nimmt ein Schreiberling inkognito – sein Name ist laut Trainer Alexander Günther das wohl bestgehütetste Geheimnis in Bauschlott – alles Wissenswerte aus Sport und Politik aufs Korn. Dabei ist ihm nichts und niemand heilig. Und so bekamen wir, also die PZ, in der letzten Ausgabe ihr Fett weg. Anlass war unsere Ernennung von Alexander „Joker“ Günther zum Sportler beziehungsweise Trainer der Woche, nachdem er sein Team im Topspiel gegen Buckenberg zum 5:1 geführt hatte. Blöd nur, dass Günther an diesem Spieltag gar nicht an der Seitenauslinie stand, sondern in Kanada die Niagara-Fälle fotografierte.

Wir gönnen ihm den Kurztrip und dem FCB die drei Punkte. Ein großes Lob geht natürlich nachträglich an Co-Trainer Oliver Bastian. Und dem sympathischen Bauschlotter Bruddler sei gesagt: Nimm doch mal euren Schriftführer auf die Schippe. Er vergaß auf dem Spielberichtsbogen gegen Buckenberg, Günther gegen Bastian zu tauschen. Lügenpresse – erwischt! ;-)

4Eisinger Frauen schwer enttäuscht

Die Fußball-Frauen des FSV Eisingen sind schwer enttäuscht. Vom Fußballverband – oder besser gesagt von den unumgänglichen Paragrafen in der Spielordnung. Denn drei Punkte wurden dem Team in der Landesliga Kleinfeld nicht anerkannt, obwohl man diese eigentlich haben müsste. Was war passiert?

Am 3. Oktober, einem Samstag, wollte die Eisinger Mannschaft gerade zum Auswärtsspiel (Anpfiff 16 Uhr) nach Neibsheim gegen die SG Neibsheim/Gölshausen aufbrechen, als Trainer Ulrich Waibel so gehen 13.50 Uhr einen Anruf vom SG-Trainer erhielt. Dieser teilte ihm mit, dass er nur vier Spielerinnen zur Verfügung habe (im Kleinfeld wird mit 7 Feldspielerinnen und 1 Torwart gespielt) und deshalb das Spiel absagen müsse. Alles klar, dachte sich Waibel. Man einigte sich darauf, dass der Neibsheimer Trainer den Staffelleiter sofort über die Spielabsage informiere, so dass die Eisinger sich den langen Weg nach Neibsheim sparen könnten. Gesagt, getan.

Kürzlich nun erhielt der FSV vom Verband die Nachricht, dass das Spiel für Eisingen wegen Nichtantretens als verloren gewertet wird. Eine Geldstrafe gab’s obendrauf.

Ulrich Waibel verstand die Welt nicht mehr: „Wir wären ja angetreten. Haben uns aber auf den SG-Trainer verlassen. Denn was sollen wir nach Neibsheim fahren uns dort zeigen und dann wieder heimfahren – da geht doch der ganze Samstag flöten, schließlich kommen einige unserer Spielerinnen auch aus Hohenwart.“

Grund des Ärgers: Der Neibsheimer Trainer hatte den Staffelleiter Christian Eiffler, der unter anderem beim Badischen Fußballverband (BFV) für den Spielbetrieb zuständig ist, per Mail (Geschäfts-Mail) von der Spielabsage informiert. Eiffler hat aber verständlicherweise Samstagmittags Besseres zu tun, als im Büro zu sitzen. Der Schiedsrichter war also in Neibsheim vor Ort, keine Mannschaften aber da. Laut Spielordnung des BFV sind demnach beide Teams nicht angetreten und kassieren somit beide eine 0:3-Niederlage.

Eiffler dazu: „Wir weisen auf den Staffeltagen immer wieder deutlich daraufhin, dass Spiele nur über den Staffelleiter abgesetzt werden können. Uli Waibel hat meine Handynummer, ein Anruf hätte genügt. Unglücklicherweise hat er sich aber auf seinen Trainerkollegen verlassen. Somit wusste ich nichts von der Absage.“

Waibel: „Die Statuten mögen schon richtig sein, aber kann man in diesem Fall nicht Gnade vor Recht walten lassen?“

Vom Verband kommt ein klares Nein! „Es tut mit leid, aber wir können kein Auge zudrücken“, so Eiffler. Wenn man damit anfange, käme man in Teufels Küche.

Einen Einspruch gegen das Spiel-Urteil will der FSV aus Kostengründen nicht einlegen. Mit der bitteren Niederlage muss man sich arrangieren. Im Kampf um die Meisterschaft fehlen aber wichtige Punkte. Eisingen ist derzeit Vierter – mit vier Punkten Rückstand auf Spitzenreiter 1.FC Ispringen.