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Nah am Star: Die achtjährige Maja mit „Blacky“ Schwarzer. Foto: Fotomoment
Nah am Star: Die achtjährige Maja mit „Blacky“ Schwarzer. Foto: Fotomoment
Ein Großer trainiert die Kleinen: Ex-Handball-Weltmeister Christian Schwarzer hatte viel Freude am Training mit rund 70 Wiernsheimer Drittklässlern. Foto: Fotomoment
Ein Großer trainiert die Kleinen: Ex-Handball-Weltmeister Christian Schwarzer hatte viel Freude am Training mit rund 70 Wiernsheimer Drittklässlern. Foto: Fotomoment
20.10.2016

Auf Du und Du mit dem Weltmeister: Kindertraining mit Handball-Star Schwarzer

Wiernsheim. Beim Kinder-Training in Wiernsheim zeigt Christian Schwarzer viel Geschick. Ex-Handball-Star erfüllt bei seinem Besuch auch ungewöhnliche Wünsche.

Sportunterricht mit besonderen Effekten haben rund 70 Drittklässler aus Wiernsheim am gestrigen Donnerstag erlebt. Sie konnten sich in einem Parcours messen, Neues zum Thema Handball lernen und außerdem einen Weltmeister kennenlernen: Christian Schwarzer leitete das „AOK-Star-Training“, das die Heckengäuschule im Rahmen eines bundesweiten Wettbewerbs gewonnen hatte. Zur Unterstützung hatte der Wahl-Saarländer die Waiblinger Ex-Nationalspielerin Maren Baumbach mit dabei.

Mit seinen 1,98 Metern war Schwarzer der Leuchtturm in der Lindenhalle – und nahezu doppelt so groß wie die Kleinsten seiner Schützlinge. Gelegentlich verschaffte er sich mit einem kräftigen Pfiff Aufmerksamkeit, um mit lauter Stimme und doch lässig Kommandos zu geben: Schwarzer zeigte weder Star-Allüren noch einen autoritären Führungsstil. Wenn Einzelne im Hintergrund tuschelten oder ihren Ball prellten, während er zur Gruppe sprach, störte ihn das nicht.

Um keine Antwort verlegen

Schwarzer, den die Kinder Christian oder „Blacky“ nennen konnten, reagierte auf jede Frage und jede Äußerung – mal mit Witz, mal pädagogisch sehr geschickt. „Wie alt bist du?“ wollte zum Beispiel ein Junge wissen, worauf Schwarzer sagte, „ich bin 1969 geboren“ – verbunden mit dem Hinweis auf seinen Geburtstag kommenden Sonntag und der Aufforderung, sein Alter zu errechnen.

Als langjähriger Auswahlspieler und -trainer erkannte er, wer Handball-Erfahrung hatte, und nutzte das. „Ich mach’ mit Maja gerade mal die Übung vor: Maja du passt mir jetzt mal den Ball zu“, rief er, als es darum ging, paarweise passend und fangend Richtung zum Tor gegenüber zu laufen. Maja war dann eines der Kinder, die Schwarzer immer wieder mit Namen ansprach („Maja, Tempo“) oder auch mal frotzelte. „Maja, hat ihren ganzen Hausstand mitgebracht“, mutmaßte Schwarzer, als es ans Autogrammschreiben ging. Da lächelte die achtjährige Spielerin der Wiernsheimer Minis. Ganz geheuer war es ihr aber nicht, so in den Mittelpunkt gerückt zu werden. „Das ist auch ein bisschen peinlich“, sagte das Mädchen und zog sich mit Schwarzer-Autogrammkarte und signierter Jacke kurz zurück. Doch wenig später stand sie wieder bei Schwarzer und ließ ihn auch noch auf ihrer Vesperbüchse unterschreiben. Die Mobiltelefone, sofern vorhanden, hatten die Kinder immerhin brav zu Hause gelassen.

Ein besonderes Anliegen hatte Daniel Schäfer, Trainer der weiblichen B-Jugend des TSV Wiernsheim. Er bat für alle seine 17 Schützlinge um ein Autogramm mit persönlicher Widmung – und auch ihn enttäuschte Schwarzer nicht.

Über Pokale gefachsimpelt

Als die Kinder den 46-Jährigen bei der Fragerunde umringten, ging es nicht so sehr um Persönliches, dafür relativ stark um „Schüsseln“ und „Teller“, das heißt um Trophäen, die Schwarzer in seiner langen Karriere gewann. „Am liebsten ist uns eigentlich immer ein Pokal, den man mit etwas füllen kann“, sagte der 46-Jährige in dem Zusammenhang und setzte nach: „Das Schlimmste ist eigentlich der Weltmeisterpokal, damit kann man gar nichts anfangen, denn das ist so ein komisches Brett, das auch noch um die elf Kilo wiegt.“

Handlicher ist die Schale, die die deutschen Männer für ihren überraschenden EM-Sieg im Januar erhalten haben. Als diese mit einem Mal in einer Vitrine in die Lindenhalle geschoben wurde, interessierte die Kinder das erstmal wenig. Die meisten stürzten sich da lieber auf die Anlage, an der sie zum Ende des außergewöhnlichen Schultags ihre Wurfgeschwindigkeit messen lassen konnten.