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In dieser Szene kam der KSC ungeschoren davon, doch als Mario Vuskovic (Mitte) den Hamburger SV per Freistoß nach gut einer halben Stunde mit 2:0 in Führung brachte, war das Gastspiel im Volksparkstadion für Karlsruhe schon gelaufen.  Foto: Heimken/dpa 

Auf Oster-Pleite des Karlsruher SC folgen leichtere Gegner

Hamburg/Karlsruhe. Mit dem Abstieg wird Fußball-Zweitligist Karlsruher SC nichts mehr zu tun haben – zumindest nicht direkt. Indirekt aber schon, weil der Club im Saisonendspurt noch drei Gegner hat, die im Tabellenkeller stecken. Für den FC Ingolstadt, für Hannover 96 und für Dynamo Dresden könnte der KSC zum Zünglein an der Waage werden.

Am Samstag beim Hamburger SV ging es für die Karlsruher schnell nur um Schadensbegrenzung und nicht mehr um eine erfolgreiche Revanche fürs dramatische Pokal-Aus von Anfang März. Im Punktspiel ging der HSV dank Torjäger Robert Glatzel in der 23. Minute in Führung. Darüber hinaus handelte sich dann Karlsruhes Innenverteidiger Daniel Gordon nach einer halben Stunde per Gelb-Rot einen Platzverweis ein und verwandelte Mario Vuskovic den vom 27-jährigen KSC-Kicker verursachten Freistoß direkt zum 2:0 für die Hanseaten (32.).

Veränderung auf vier Positionen

Da sich der Karlsruher Stammtorhüter Marius Gersbeck am vergangenen Donnerstag wegen seiner Handverletzung einer schon länger fälligen Operation unterziehen musste, stand Markus Kuster zwischen den Pfosten. Links in der Abwehr ersetzte Kilian Jakob den Gelb-gesperrten Philip Heise und rechts Ricardo Van Rhijn den verletzten Marco Thiede. Auf der linken Außenbahn gehörte Fabio Kaufmann an Stelle von Marc Lorenz der Startelf an.

Gegenüber dem 2:2 beim SC Paderborn gab es also vier Veränderungen – und die Badener brauchten Zeit, um sich im Volksparkstadion  zurechtzufinden. Anschließend jedoch „haben wir ordentlich teilgenommen“, fand Coach Christian Eichner. Das galt bis eine Fehlerkette für den Rückstand sorgte: Zunächst konnte Bakery Jatta – von Jakob nicht gestört – von rechts flanken. Beim Hereinfliegen des Balles machte Schlussmann Kuster dann zumindest eine unglückliche Figur, so landete die Kugel nach schulbuchmäßigem Kopfball von Glatzel im Netz.

Nur wenig später ging der in der 18. Minute schon verwarnte Gordon erneut Gelb-würdig zur Sache, sah also die Ampelkarte (30.). „Für mich keine Fehlentscheidung“, kommentierte Trainer Eichner. Als eine Art „Doppelbestrafung“ noch ein Gegentor.

Josha Vagnoman gelang dann in der 68. Minute das 3:0. So schaffte es der KSC nicht einmal, die zweite Hälfte unentschieden zu gestalten. Eichner: „Das war nach dem Seitenwechsel das Ziel.“

Trotz allem sprach Eichner seinen Schützlingen für ihren Auftritt, für ihren Einsatz ein Kompliment aus. Nachdem der KSC nach dem Samstagabendspiel erst am Sonntagmorgen um 7 Uhr wieder in Karlsruhe war, geht es nun ab Dienstagmorgen darum, „Kopf und Körper frisch zu halten“. So jedenfalls formulierte es Trainer Eichner.

Gegen den Tabellenletzten Ingolstadt möchten die Karlsruher, die mit 39 Punkten auf dem zehnten Rang stehen, am Freitagabend (18.30 Uhr/Sky) endlich die 40-Punkte-Marke übertreffen, also doch noch vorzeitig das Saisonziel erreichen.

Heimbilanz bisher mau

Dass der KSC trotz niedrigem Etat nicht selbst in Abstiegsnot geriet, spricht für alle Beteiligten auf Karlsruher Seite. Die Heimbilanz könnte man aber noch aufhübschen. Nur fünf von bisher 15 Spielen im Wildpark haben die Karlsruher gewonnen. Zuhause gab es zuletzt im Februar ein 4:1 gegen den 1. FC Nürnberg. Der Abgang von Philipp Hofmann im Sommer scheint derweil beschlossene Sache und unter den Fans wird fleißig die Nachfolge diskutiert. Gegen Ingolstadt visiert der Torjäger bereits sein 18. Saisontor und damit eine Bestmarke im KSC-Trikot an.