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Mit dem VfB stehen Timo Baumgartl, Florian Klein, Daniel Ginczek und Alexandru Maxim (von links) kurz davor, den Abstieg auszubügeln. In der Bundesliga könnte es zum Wiedersehen mit dem zum Hamburger SV gewechselten Filip Kostic kommen.   Thissen, von Erichsen, Murat, Heimken
Mit dem VfB stehen Timo Baumgartl, Florian Klein, Daniel Ginczek und Alexandru Maxim (von links) kurz davor, den Abstieg auszubügeln. In der Bundesliga könnte es zum Wiedersehen mit dem zum Hamburger SV gewechselten Filip Kostic kommen. Thissen, von Erichsen, Murat, Heimken
Im zweiten Jahr in Stuttgart wurde der Australier Mitchell Langerak zur unumstrittenen Nummer eins. Foto: Heimken
Im zweiten Jahr in Stuttgart wurde der Australier Mitchell Langerak zur unumstrittenen Nummer eins. Foto: Heimken
Ein treuer und zuverlässiger Kapitän ist Christian Gentner.
Ein treuer und zuverlässiger Kapitän ist Christian Gentner.
16.05.2017

Auferstehung von Absteigern: Stuttgart kurz vor der Rückkehr in Liga Eins

Am kommenden Sonntag kann der VfB Stuttgart gegen Kickers Würzburg (15.30 Uhr/Sky) die sofortige Rückkehr in die Fußball-Bundesliga perfekt machen. Von der Mannschaft, die vor einem Jahr abgestiegen ist, sind einige Spieler noch da. Und die haben einen großen Anteil am Aufschwung.

Timo Baumgartl: Was immer mal wieder erwähnt werden muss: Der Innenverteidiger ist erst 21 Jahre alt. Trotzdem ist Timo Baumgartl der unangefochtene Abwehrchef des VfB – auch wenn er das, bescheidenen wie er ist, nicht gerne hört. Es ist in der laufenden Saison nicht die Frage, ob Baumgartl spielt, sondern, wer neben ihm spielt. Statt dem gleichaltrigen Timo Werner zu RB Leipzig zu folgen oder dem Werben eines anderen Clubs zu erliegen, verschrieb er seine Kraft und sein Talent dem Wiederaufstieg mit dem VfB.

Christian Gentner: Schon bevor der Abstieg feststand, hatte der VfB-Kapitän Christian Gentner seinen Vertrag um zwei weitere Jahre verlängert – ligaunabhängig. Der Mittelfeldspieler ist kein Lautsprecher, aber auf jeden Fall das, was man eine Führungspersönlichkeit nennt. Der 31-Jährige agiert unauffälliger als in den vergangenen Jahren. Oder, wie er selbst kürzlich sagte, er unterstützt die Jungen, „dass sie vorne risikoreich spielen können, während mein Part dann mehr auf Absicherung oder Nachsetzen ausgelegt ist.“ Gentner hält die Fäden in der Hand. Er führt.

Daniel Ginczek: Der Stürmer verlängerte gleichzeitig mit Gentner seinen Vertrag, sogar bis 2020. Daniel Ginczek weiß, was er dem VfB zu verdanken hat: Während der langen Verletzungspausen hielt der Verein zu ihm. Dabei hätten die Tore des 26-Jährigen den Verein vor einem Jahr retten können, so wie sie es in der Saison 2015/16 schon einmal taten. In der laufenden Runde haben die Stuttgarter Simon Terodde als Torjäger, weshalb Ginczek auch nach seiner Genesung meist nur zu Kurzeinsätzen kommt. Aber in den vergangenen Wochen hat er wieder drei Tore erzielt und damit einen Fingerzeig gegeben, wie wichtig er auch in der kommenden Saison sein kann.

Emiliano Insua: Am Argentinier auf der linken Abwehrseite führt kein Weg vorbei. Einmal wurde Emiliano Insua eine Viertelstunde vor Schluss ausgewechselt, sonst spielt er immer durch. Er löst in der Defensive seine Aufgaben und bereitet mit seinen Flanken regelmäßig Tore vor allem von Terodde vor. Vor einem Jahr galt er als Wechselkandidat – und blieb dann doch: „Wenn ich damals gewechselt wäre, hätte ich zu denen gehört, die nach dem Abstieg gegangen sind. Das wollte ich nicht“, sagt Insua.

Florian Klein: Der Österreicher blieb und stand anschließend viel seltener auf dem Platz, als er sich das gewünscht hatte. Trainer Hannes Wolf ist trotzdem voll des Lobes für Florian Klein – und bringt den 30-Jährigen just in dem Moment wieder, in dem klar ist, dass der im Sommer auslaufende Vertrag nicht verlängert wird. „Er hat es verdient. Auch wenn eine sportliche Entscheidung für die nächste Saison gefallen ist“, sagt Wolf. Klein bringt der Mannschaft Stabilität und mehr Torgefahr, als man es seinem Spiel auf den ersten Blick ansieht.

Mitchell Langerak: Der frühere Dortmunder verlor in der Vorsaison den Kampf zwischen den Pfosten gegen Przemyslaw Tyton, weil er lange verletzt war. In der laufenden Spielzeit aber ist Mitchell Langerak ein sicherer Rückhalt. Patzer des 28-jährigen Australiers sind selten. Viel öfter glänzt er mit guten Paraden, einer guten Spieleröffnung und viel Ausstrahlung.

Alexandru Maxim: Der Mittelfeldzauberer ist die wohl schillerndste Figur im Kader. Schon seit vier Jahren ist Alexandru Maxim beim VfB – und scheint immer zwischen Abwanderungsgedanken und Liebe zum Verein zu schwanken. Die Trainer beißen sich an dem Edeltechniker mit den Defensivschwächen die Zähne aus – und umgekehrt. Nach dem Weggang von Daniel Didavi schien der 26-jährige Rumäne gesetzt, war es dann aber nicht. Zurzeit verbringt er viel Zeit auf dem Spielfeld, auch weil er sich im Training angeboten und in Spielen wichtige Impulse gesetzt hat.