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Auf die dynamischen Aktionen von Christian Heuberger am Kreis muss die TGS vorerst verzichten.  Gössele, PZ-Archiv
Auf die dynamischen Aktionen von Christian Heuberger am Kreis muss die TGS vorerst verzichten. Gössele, PZ-Archiv
17.02.2016

Aufregende Tage für den Neuzugang des TGS Pforzheim

Es war gar nicht so einfach, Christian Heuberger dieser Tage ans Telefon zu bekommen. Der Mann war schwer beschäftigt. Einerseits musste sich der Kreisläufer der TGS Pforzheim um seine schwere Verletzung kümmern, gleichzeitig erwartete seine hoch schwangere Frau Julia ihr erstes Kind. Am Ende ging alles gut. Die Operation am gerissenen Syndesmoseband verlief glatt und wenige Tage später war auch der kleine Luis da, exakt am Freitag vergangener Woche. „Mutter und Kind sind wohlauf, beide sind kerngesund, wir freuen uns riesig“, sagte Christian Heuberger gegenüber der PZ.

Wegen der schweren Verletzung des Syndesmosebandes (Verbindung zwischen Schien- und Wadenbein) fällt der 31-jährige Heuberger für den Rest der Saison aus. Bitter für den Handball-Drittligisten TGS Pforzheim, nicht schlecht für klein Luis und seine Mutter. „Wenn diese Verletzung irgend etwas Positives haben sollte, dann tatsächlich, dass ich mehr Zeit für Frau und Kind habe“, sagt Heuberger, betont aber sogleich: „Ich bin körperlich sehr eingeschränkt, gehe an Krücken und muss sechs Wochen lang einen Spezialschuh tragen.“ Wen es interessiert: Auf seiner Facebook-Seite hat der Handballer ein Foto von dem monströsen Schuh gepostet. Derart gehandicapt ist es sicher nicht ganz einfach, einen Kinderwagen zu schieben.

Rätselhafte Heimschwäche

In Gedanken ist Heuberger natürlich auch bei seiner TGS, für die er seit dieser Saison aktiv ist. Die spielt am Samstagabend in der heimischen Bertha-Benz-Sporthalle gegen das Spitzenteam der SG Leutershausen. Angesichts der mageren Heimbilanz der Wartberger reisen die „roten Teufel“ von der Bergstraße als Favorit an. Warum sein neuer Verein einen Heimkomplex hat, vermag Christian Heuberger nicht zu erklären. „Rätselhaft ist das. An der grünen Farbe liegt es sicher nicht“, schmunzelt Heuberger. Vielleicht schon eher daran, dass die Halle größer und die Atmosphäre eine andere ist, als in der Fritz-Erler-Sporthalle, wo die TGS zuvor spielte, mutmaßt Heuberger. Dort gab es im Oktober 2014 auch jenes denkwürdige Spiel gegen den damaligen Drittliga-Spitzenreiter Leutershausen, als die TGS entfesselt aufspielte und nach knapp 20 Minuten mit 10:0 führte. Ein Spielverlauf, der selbst für alte Hasen wie den Leutershausener Coach Marc Nagel ein Novum darstellte. Christian Heuberger, der im Sommer bei seinem Wechsel vom Zweitligisten Bietigheim nach Pforzheim einen Zweijahres-Vertrag unterschrieb, wird erst in der kommenden Saison wieder aktiv ins Geschehen eingreifen. Ob die TGS dann einen Anlauf Richtung 2. Liga unternehmen wird, vermag der Junioren-Europameister von 2004 nicht zu sagen. „Die Strukturen sind ähnlich wie in Bietigheim, als ich dort vor zehn Jahren in der 2. Liga anfing. Grundsätzlich kann ich mir 2. Liga in Pforzheim schon vorstellen. Das Umfeld muss mitwachsen“, betont der Kreisläufer und fügt hinzu: „Hilfreich wäre vielleicht auch, wenn man im Pforzheimer Handball die Kräfte bündeln könnte.“