760_0900_18206_.jpg Aufsteiger TGS Pforzheim hat Respekt, aber keine Angst vor 3. Liga
Meisterschaft und Aufstieg in die 3. Liga sind perfekt: So feierte die Mannschaft der TGS Pforzheim am Samstagabend eine erfolgreiche Saison, die noch gar nicht zu Ende ist.  Foto: Hennrich 

Aufsteiger TGS Pforzheim hat Respekt, aber keine Angst vor 3. Liga

Pforzheim. Wer frühzeitig als Meister und Aufsteiger feststeht, kann umso länger feiern. Das erleben derzeit Spieler, Fans und Offizielle der TGS Pforzheim. Vier Spiele vor Saisonende war der Aufstieg in die 3. Liga perfekt. Am Samstag holte die Mannschaft durch einen 34:25-Sieg gegen den TSV Altensteig auch noch die Meisterschaft in der Handball-Oberliga Baden-Württemberg.

Damit nicht genug für die Feierbiester vom Wartberg. Nach der Partie in Heiningen am Samstag steigt eine Woche später zum Saison-Halali in der Fritz-Erler-Sporthalle die große Meister- und Aufstiegsparty. Vor dem Spiel gegen die TSG Söflingen wird der Süddeutsche Handball-Verband die offizielle Meisterehrung vornehmen. Der Verein selbst will Florian Taafel auszeichnen, der höchstwahrscheinlich Torschützenkönig der BW-Oberliga wird. Nach der Schlusssirene wird den Fans ein etwa 20-minütiges Unterhaltungsprogramm geboten, bei dem es unter anderem einen bunten Rückblick auf die fantastische Saison der TGS – und 100 Liter Freibier – geben wird.

Nach dem erwarteten Heimsieg gegen Altensteig gab es wehmütige Blicke zurück – an die Zeit in der Benckinserhalle, die jetzt vorbei ist. Ab der kommenden Saison zieht die TGS komplett in die Fritz-Erler-Halle um. TGS-Macher Wolfgang Taafel, der als Vater des Erfolges von der TGS-Familie umjubelt wurde, warf schon mal einen Blick nach vorne. „Die Halle soll voll werden. Ich weiß, es braucht Zeit, um ein Stammpublikum von 300, 400 oder 500 Zuschauern zu bekommen. Wir müssen Werbung machen. Wir müssen uns im Sommer etwas einfallen lassen“, sagte Taafel. Es sei keinesfalls so, wie Hallensprecher Anton Schlebrowski scherzhaft kolportierte, dass die ersten TGS-Fans ihre Dauerkartenplätze in der Fritz-Erler-Halle bereits mit Handtüchern reserviert hätten.

Auf jeden Fall ist man bei der TGS mächtig stolz, als Meister den Aufstieg in die 3. Liga geschafft zu haben. Lokalrivale SG Pforzheim/Eutingen hatte den Sprung nach oben im Jahre 2010 ebenfalls geschafft, allerdings „nur“ als Tabellenzweiter. Weil es in dieser Premieren-Saison der 3. Liga einen vermehrten Abstieg gab, stieg die SG nach einem dramatischen Saisonfinale gleich wieder ab. Dieses Schicksal soll der TGS nicht widerfahren. Es wird schon deshalb einfacher, weil es weniger Absteiger gibt. „Mit zwei, drei Verstärkungen können wir den Klassenerhalt auf jeden Fall schaffen“, sagt Kapitän Florian Taafel, der vor einigen Jahren mit dem TSV Altensteig schon einmal in der damaligen Regionalliga, heute 3. Liga, spielte. „Diese Liga hat richtig Qualität“, freut sich der Topscorer auf die neue Herausforderung.

Zusammen mit Christian Streichsbier und Frederik Zergon ist Florian Taafel in den vergangenen sechs Jahren dreimal mit der TGS aufgestiegen – von der Landesliga in die 3. Liga. Eine bemerkenswerte Bilanz. Von Erfolgen verwöhnt sind im Kader der TGS auch Nils Brandt und Andrej Klimovets. Für Brandt ist der Sprung in die 3. Liga der dritte Aufstieg seiner Karriere. Höhepunkt war zweifellos der Aufstieg mit der TSG Ludwigshafen-Friesenheim in die Handball-Bundesliga im Jahre 2010. „Wir können uns in der 3. Liga halten“, glaubt Brandt.

Weltmeister, deutscher Meister, deutscher Pokalsieger und Europacupsieger ist Andrej Klimovets. Die Meisterschaft mit der TGS bedeutet ihm trotzdem viel: „Für mich ist es super, dass ich meinen Beitrag leisten und der Mannschaft helfen konnte“, freut sich der 38-jährige Kreisläufer.