760_0008_10438659_shared13
Riesenjubel: In zwei knallharten "Endspielen" gegen Durlach behielten die Knittlinger Handballer die Oberhand. 

Handballer des TSV Knittlingen feiern historischen Erfolg ausgerechnet im Jubiläumsjahr

Knittlingen. Dank eines 22:20-Sieges bei der Turnerschaft Durlach sicherten sich die Handballer des TSV Knittlingen den Aufstieg in die Verbandsliga Nordbaden und damit den bisher größten Erfolg in ihrer Vereinsgeschichte. Dass der Aufstieg mit dem 175-jährigen Jubiläum des Vereins und des 40-jährigen Bestehens der Handballer zusammenfällt, wird in der Fauststadt noch gebührend gefeiert werden.

Große Ernüchterung herrschte zunächst Ende März, als sich die ständig die Aufstiegsrunde zur Verbandsliga anführenden Fauststädter nach der Niederlage bei Post Karlsruhe plötzlich zwar noch immer an der Tabellenspitze – nach Minuspunkten bewertet – aber hinter dem hartnäckigsten Konkurrenten der Turnerschaft Durlach befanden.

Weil die Vorrundenbegegnung mit den Durlachern wegen Corona-Erkrankungen abgesetzt worden war, standen zur Ermittlung des Meisters und Aufsteiger nur noch zwei "Endspiele" mit den Durlachern um den Aufstieg aus – mit der Pflicht, aus diesen beiden Spielen zumindest drei Punkte zu verbuchen.

Spannung bis in die Schlusssekunde

Beim ersten "Endspiel" sah es in der vollbesetzten Sporthalle in Knittlingen bei einem 2:6-Rückstand gar nicht gut für die Geider-Schützlinge aus. Bis zur Pause war der Rückstand mit 9:9-Treffern aufgeholt.

Pari mit 21:21-Toren stand es auch noch in der Schlusssekunde, in der Knittlingen noch ein Freiwurf zugesprochen wurde, den der in der Schlussphase überragende Kai Rudolf den verdutzten Durlachern, am gestellten Abwehrblock vorbei zum 22:21-Siegtreffer ins Netz setzte und damit seinen Mannen vor dem entscheidenden Rückspiel in Durlach nicht nur wieder einen (nach Minuszählern bewertet) Ein-Punkt-Vorsprung, sondern auch einen zusätzlichen Adrenalinschub verschaffte.

Dieser schien beim Rückspiel in der proppenvollen Werner-Stegmaier-Halle in Durlach bei einer 7:2-Führung der Gastgeber nach dem ersten Spielviertel schnell verpufft, dann kam Knittlingen aber auf Betriebstemperatur, konnte bis zur Pause auf 9:12 verkürzen, um in Minute 42 durch Michael Hörandel mit 15:14 sogar erstmals in Front zu gehen.

Nachdem die Gastgeber die Führung bis zur 52. Minute zum 19:18 wieder gedreht hatten, war es erneut Hörandel, der Knittlingen mit 20:19 wieder nach vorne brachte. Zwei weitere Treffer zum 21:19 und zum 22:20-Endstand durch Spielertrainer Sebastian Geider gingen dann bereits in dem jetzt von den Fans der Fauststädter dominierten Tollhaus Stegmaier-Halle unter.

Planungen für neue Saison fast abgeschlossen

Den TSV Knittlingen wird man in der Verbandsliga allerdings nicht mehr in der Formation des Aufsteigers sehen. Jannick Nölle beendet seine Karriere, Niko Gerwig wechselt den Verein und Philipp Eberhard geht beruflich ins Ausland. Co-Trainer Michael Zeller wird nur noch der zweiten Mannschaft zur Verfügung stehen und Spielertrainer Sebastian Geider wird künftig nur noch auf der Trainerbank sitzen.

Um die Zukunft von Verbandsligisten TSV Knittlingen braucht man sich aber keine Sorgen zu machen. Heiko Mössner und Co. haben die Planungen für nächste Saison so gut wie abgeschlossen, indessen hält man sich bezüglich Spielerneuzugänge noch bedeckt.

Einer davon ist jedoch schon bekannt, es ist Sadka Choetchim von der Verbandsliga-Vertretung der TGS Pforzheim, Choetchim hat in den beiden "Endspielen" bereits mitgewirkt und dabei vier beziehungsweise fünf Treffer markiert, ganz wichtig, dass er bei fünf Siebenmeterexekutionen auch sicherer Vollstrecker war.

Aber nicht nur bei den Herren des TSV Knittlingen geht es derzeit bergauf, auch in der Jugendarbeit geht es in der Breite voran, die Frauen sind zuletzt ganz knapp am Aufstieg in die 1. Bezirksliga vorbeigeschrammt, ein klares Indiz, dass die neue vereinseigene Sporthalle, den Knittlinger Handballern nun endlich die erforderlichen Trainingseinheiten ermöglicht.