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Ein Mann mit klaren Vorstellungen: Jan Schindelmeiser, der neue Sportvorstand des VfB Stuttgart. Foto: Baumann
Ein Mann mit klaren Vorstellungen: Jan Schindelmeiser, der neue Sportvorstand des VfB Stuttgart. Foto: Baumann
14.07.2016

Aufstieg noch kein Thema für VfB-Manager Schindelmeiser

Stuttgart. Die direkte Rückkehr in die Fußball-Bundesliga ist für Jan Schindelmeiser aktuell kein Thema. Drei Tage nach seinem Amtsantritt vermied es der neue Sportvorstand des VfB Stuttgart, überhöhte Erwartungen zu schüren. „Ich will nicht als Ankündigungs-Weltmeister in die Geschichte eingehen“, betonte der 52-Jährige am Donnerstag bei seinem ersten öffentlichen Auftritt für den schwäbischen Traditionsverein.

Das Wort „Aufstieg“ fiel während der einstündigen Medienrunde kein einziges Mal. Als seine wichtigste und dringlichste Aufgabe sieht Schindelmeiser die Zusammenstellung eines konkurrenzfähigen Kaders für die am 5. August beginnende Zweitliga-Saison. Und er ließ keinen Zweifel daran, dass dies eine große, durchaus problematische Herausforderung ist, die auch nicht nach dem Transferschluss Ende August bewältigt sei. Dem aktuellen Team traut der langjährige Manager von 1899 Hoffenheim den direkten Aufstieg jedenfalls nicht zu, zumal in Filip Kostic, Serey Dié und Emiliano Insúa drei weitere Leistungsträger der zurückliegenden Runde vor dem Weggang stehen (siehe Kasten).

Nur nicht überfordern

„Ich will nicht auf die Euphoriebremse treten, aber wir haben im Moment noch nicht die Mannschaft, der man dieses Ziel in den Rucksack legen kann. Wir würden sie mit dem Ziel Bundesliga überfordern“, sagte Schindelmeiser mit Verweis auf zahlreiche U 19- und U 23-Talente auf dem Trainingsplatz. Aktuell stehe der VfB „vor einer „extrem schwierigen Situation“. Dem Nachfolger von Robin Dutt schwebt „eine Kombination aus jungen, hochtalentierten Spielern und dem ein oder anderen erfahrenen Profi“ vor.

Schindelmeiser lobte in diesem Zusammenhang das Verhalten des neuen Trainers Jos Luhukay, der keine Forderungen nach namhaften Verpflichtungen stelle. Der Niederländer hatte sich während der mehrwöchigen Vakanz auf dem Managerposten mit um den Kader gekümmert.

Aufsichtsratsmitglied Wilfried Porth bezeichnete Schindelmeiser „mit seiner Erfahrung und Persönlichkeit als echte Bereicherung für den Vorstand“. Der Verein habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht: „Wir wollten eine überzeugende, nachhaltige Lösung präsentieren“. Nach der Besetzung des Managerpostens müssen die Verantwortlichen noch die Top-Personalie an der Spitze klären. Seit Bernd Wahlers Rücktritt nach dem Abstieg ist VfB ohne Präsident. Die Wahl eines „eher ehrenamtlichen“ – so Porth – Club-Chefs findet am 9. Oktober statt.

Schindelmeiser muss neben der Kaderplanung auch seine eigene Mannschaft strukturieren und mit klaren Aufgabengebieten versehen. „Es können nicht alle auf der Zehn spielen“, wies er mit Bezug auf die Spielmacherposition im Fußball auf mögliche Veränderungen hin. Er wolle „Profile nachschärfen“, betonte er.

Zugleich versicherte er: „Ich werde nicht sagen: ’Ich weiß, wie es geht.‘“ Einige Dinge müssten korrigiert werden, aber es gehe ihm nicht darum, „einen Schuldigen zu suchen“. Er schätze die Arbeit seines Vorgängers sehr, versicherte Schindelmeister: „Robin Dutt wird jederzeit ein gern gesehener Gast sein.“

Derweil bleibt der VfB auch nach dem Abstieg aus der Bundesliga ein Zuschauermagnet. Die Schwaben haben bereits 24 000 Dauerkarten verkauft. Seit dem verpassten Klassenerhalt seien außerdem etwa 1000 Mitglieder neu dazugekommen, sagte gestern ein Vereinssprecher. „Wir werden bald die 47 000er-Marke knacken.