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Zum zweiten Mal nach 2017 wird die Bertha-Benz-Halle am Samstag Schauplatz eines Finales der deutschen Spitzenclubs im Ringen sein. Foto: PZ-Archiv/Ripberger
Zum zweiten Mal nach 2017 wird die Bertha-Benz-Halle am Samstag Schauplatz eines Finales der deutschen Spitzenclubs im Ringen sein. Foto: PZ-Archiv/Ripberger
Aufmunterung vom Mattenrand: Alexander Leipold. Foto: PZ-Archiv/Becker
Aufmunterung vom Mattenrand: Alexander Leipold. Foto: PZ-Archiv/Becker
01.02.2018

Auftakt des Ringerfinales in DRL: Jeder Punkt zählt für den Gastgeber KSV Ispringen

Pforzheim/Ispringen. Noch zwei Finalkämpfe, dann ist die Premierensaison der Deutschen Ringerliga DRL Geschichte. Wenn der VfK Schifferstadt und der KSV Ispringen am Samstag (19.30 Uhr, Bertha-Benz-Halle Pforzheim) und am kommenden Freitag den ersten Meister der neuen Spitzenliga ermitteln, geht zugleich eine Saison zu Ende, die vom erbitterten Streit zwischen den beteiligten Vereinen und dem Deutschen Ringer-Bund geprägt war.

Es wurde mit harten Bandagen gekämpft, teilweise auch vor ordentlichen Gerichten. Am Ende bekam fast immer die DRL Recht, auch wenn die Nachwehen des Streits bis in das Finale hineinstrahlen.

Mit Schifferstadt und Ispringen stehen sich zwei Vereine gegenüber, die unterschiedlicher nicht sein können. Schifferstadt steht wie kaum ein anderer Club für die Ringertradition in Deutschland. Der Verein aus der Pfalz hat legendäre Griffkünstler wie Wilfried Dietrich („Kran von Schifferstadt“) hervorgebracht – nach dem Olympiasieger von 1960 ist die heimische Wettkampfarena des VfK benannt.

Der KSV Ispringen ist der Aufsteiger der vergangenen Jahre in der Ringerszene. Gefördert vom Unternehmer Werner Koch marschierte der Verein in wenigen Jahren aus den Niederungen der Amateurklassen in die deutsche Spitze. Schon im vergangenen Jahr stand der KSV im Finale, zog dabei knapp gegen Germania Weingarten den Kürzeren. Das passierte damals noch in der Bundesliga unter der Regie des Deutschen Ringer-Bundes (DRB).

Knappe Resultate

Jetzt also erstmals ein Finale der Deutschen Ringerliga, in der sich fünf Spitzenclubs zusammengeschlossen haben. Schifferstadt oder Ispringen – schaut man auf die Ergebnisse der regulären Saison, scheint das Duell offen. Schifferstadt gewann den ersten Saisonkampf daheim 11:10, den Rückkampf entschied Ispringen mit dem gleichen Resultat für sich. Der dritte Vergleich vor wenigen Wochen (14:11 für Schifferstadt) hatte nur bedingt Aussagekraft, denn zu diesem Zeitpunkt hatten sich schon beide Kontrahenten für das Finale qualifiziert.

Vor dem Hinkampf am Samstag sieht Alexander Leipold den Gegner, der die reguläre Saison als Tabellenerster abgeschlossen hat, in der Favoritenrolle. „Wir sind in den direkten Duellen eigentlich immer in Bestbesetzung angetreten, aber Schifferstadt kann in der einen oder anderen Gewichtsklasse noch nachlegen“, sagt Ispringens Trainer.

Nur keine zu große Hypothek

Doch klein beigeben will Leipold natürlich nicht: „Das Finale hat seine eigenen Gesetze. Wir werden versuchen, unsere Chance zu nutzen.“ Der Schlüssel liegt für ihn am morgigen Samstag im Schwergewicht, wo im Hinkampf im griechisch-römischen Stil gerungen wird, sowie im Freistilkampf in der Klasse bis 86 kg. Da habe man gegen Schifferstadt jeweils deutlich verloren. Und es sei eine große Hypothek, einen Rückstand von sieben oder acht Zählern in den anderen acht Kämpfen wieder aufzuholen. Leipold weiß: „Wir müssen um jeden Punkt kämpfen.“ Dabei sind vor allem Athleten wie Maxi Sacultan, Igor Besleaga und Yury Belonovskiy, die auch während der Saison eifrig für den KSV punkteten, gefordert.

Leipolds Vereinschef Werner Koch ist ein wenig optimistischer, als sein Trainer: „Die Mannschaft steht gut da. Mein Gefühl sagt mir, dass wir gewinnen.“ Koch ärgert sich immer noch über den andauernden Zwist mit dem Ringer-Bund, der auch das Finale überschattet. Gerade deutsche und türkische Ringer wollen noch nicht für die DRL-Clubs antreten, weil ihnen von Verbandsseite immer wieder mit Sanktionen gedroht wird. Dabei hätte der KSV gerade im Finale seine türkischen Stars Taha Akgül und Riza Kayaalp im Schwergewicht so gut gebrauchen können. Aber auch ohne diese Starringer will der KSV seinen Fans beste Unterhaltung bieten. Mit knapp 2000 Zuschauern war die Bertha-Benz-Halle beim Finale 2017 fast ausverkauft. Dieses Mal wird es wohl nicht ganz so voll. Aber mit bis zu 1500 Zuschauern rechnet Werner Koch schon. Alleine aus Schifferstadt seien vier Busse mit Fans angekündigt.