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In den entscheidenden Situationen habe das KSC-Team „das Falsche“ gemacht - so das Fazit von Trainer Alois Schwartz. Foto: dpa

Aus Fehlern noch nichts gelernt: Zum vierten Mal kassiert der KSC ein spätes Tor

Karlsruhe/Kiel. Der „Unterschiedsspieler“ beim Zweitligaspiel Kiel gegen Karlsruhe trug diesmal nicht das Trikot der Gäste. Weder Marvin Pourié oder Philipp Hofmann drückten dem erst zweiten Pflichtspiel zwischen den beiden Clubs ihren Stempel auf – und auch nicht Torschütze Lukas Grozurek.

Vielmehr war Jae-sung Lee beim ersten Saisonsieg der gastgebenden „Störche“ respektive der ersten Saisonniederlage der Wildparkprofis der Mann des Tages. Der 27-jährige Südkoreaner erzielte beim 2:1 (1:1) der Schleswig-Holsteiner nicht nur beide Treffer für die Hausherren, sondern verbuchte zwischen den Erfolgserlebnissen in der 45. und der 64. Minute auch noch einen Pfostenschuss (53.). In der 68. Minute scheiterte er bei einer weiteren Großchance an Benjamin Uphoff.

Dennoch meinte Alois Schwartz, „hätten wir mindestens einen Punkt mitnehmen müssen.“ Seine Mannschaft habe ein sehr gutes Auswärtsspiel gezeigt und „Vieles richtig gemacht“, meinte der KSC-Trainer. In den entscheidenden Situationen allerdings habe das KSC-Team „das Falsche“ gemacht. Vor allem als die Gegentore fielen, „hätten wir besser verteidigen können“. Beim Kieler Ausgleich kurz vor der Pause „darf das Spielfeld nie so offen sein“, stellte Schwartz heraus. So lange die Partie laufe, „müssen wir einfach alle Lampen anhaben“.

Es war schon das vierte Mal in der noch jungen Saison, dass Torhüter Uphoff ganz spät in einer Spielhälfte den Ball aus seinem Netz holen musste. Schon nach dem 2:1-Auftaktsieg in Wiesbaden und dem späten Gegentreffer des SVWW (90.+3) habe er, Schwartz, diese Schwäche angesprochen. Beim 4:2-Erfolg gegen Dynamo Dresden kassierten seine Schützlinge dann jedoch gleich zwei späte Tore (45.+1 und 90.). Dreimal wirkte sich das letztendlich nicht auf den Spielausgang aus – im Holstein-Stadion aber schon. Durch das 1:1 habe Kiel „eine breite Brust gekriegt“, räumte Schwartz ein.

Doch auch offensiv konnte der KSC-Coach insgesamt nicht zufrieden sein. Schon in der ersten Hälfte, nach ihrer 1:0-Führung, habe seine Mannschaft nach vorne, bei guten Umschaltmöglichkeiten, in drei, vier Aktionen „den falschen Ball“ gespielt. „Wir müssen einfach das 2:0 machen, dann bin ich mir sicher, gewinnen wir dieses Spiel.“ Eine gute Gelegenheit hatte in der 36. Minute Pourié.

Auch nach dem Seitenwechsel konnten die KSCler, zunächst beim Stande von 1:1, aber dann auch bei 1:2 in Rückstand, keine ihrer Chancen verwerten. Zum Beispiel hatte Marc Lorenz in der 62. Minute eine Torgelegenheit.

„Bis zum 1:1 war das unsere Spiel“, blickte der Karlsruher Angreifer Philipp Hofmann enttäuscht zurück und sprach von einer „sehr ärgerlichen Niederlage.“ Torschütze Grozurek fand es sogar „brutal ärgerlich“, mit leeren Händen die Heimreise anzutreten.

KSC-Trainer Schwartz verwies darauf, „wo wir herkommen. Fehler passieren – nur so fallen Tore. Wir müssen natürlich aus diesen Fehlern lernen. Aber: Wir haben immer noch einen Zweier-Schnitt.“ Nach drei Punktspielen bringt es der KSC ja bereits auf sechs Zähler.

Auf die Auslosung der zweiten Runde des DFB-Pokals angesprochen, der KSC muss am Dienstag 29. oder am Mittwoch 30. Oktober beim Ligakonkurrenten SV Darmstadt 98 antreten, meinte Schwartz nur: „Alles ist möglich.“