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Sein Wort hat beim VfB Stuttgart jetzt Gewicht: Thomas Hitzlsperger. Foto: dpa
Sein Wort hat beim VfB Stuttgart jetzt Gewicht: Thomas Hitzlsperger. Foto: dpa
07.07.2017

Ausgliederung des VfB Stuttgart perfekt, Thomas Hitzlsperger im Präsidium

Stuttgart. Das neue VfB-Präsidiumsmitglied Thomas Hitzlsperger hielt sich lange zurück. Konzentriert schielte der ehemalige Nationalspieler in seine Unterlagen, als Präsident Wolfgang Dietrich nach der vollzogenen Ausgliederung seine neue Rolle beim VfB Stuttgart verkündete. Hitzlsperger ist neben Dietrich und dem Unternehmensberater Bernd Gaiser als das mit Abstand jüngste Mitglied in das Präsidiums-Trio eingestiegen und stärkt dort die sportliche Kompetenz.

„Ich habe nicht auf die Uhr geschaut, aber die Entscheidung hat nicht lange gedauert. Ich sehe die Möglichkeiten des Vereins“, sagte er. Der ehemalige Mittelfeldspieler und aktuelle DFB-Botschafter für Vielfalt ist das bekannte Gesicht für „das neue Kapitel, das der VfB Stuttgart aufgeschlagen hat“, wie es Präsident Dietrich gestern formulierte. Fünf Wochen nach der breiten Zustimmung bei der Mitgliederversammlung für die Ausgliederung der Fußball-Abteilung kann die VfB Stuttgart 1893 AG loslegen. Die Einträge im Vereins- und Handelsregister wurden am 4. Juli vorgenommen, die Personalien beim Bundesliga-Aufsteiger geregelt.

Das Geld von Daimler könne in den nächsten Tagen fließen, sagte Dietrich. 41,5 Millionen Euro vom Autobauer sind für 11,75 Prozent der Anteile bereits vereinbart. „Es ist die letzte Unsicherheit beseitigt. Die Handlungsfähigkeit ist gewährleistet“, sagte Dietrich auch mit Blick auf Transfers.

Nach den Verpflichtungen der Perspektivspieler Orel Mangala und Anastasios Donis sucht Sportvorstand Jan Schindelmeiser weitere Verstärkungen. Das Geld soll nicht komplett in die Profiabteilung investiert, sondern unter anderem auch in die Infrastruktur gesteckt werden, um den Verein insgesamt besser aufzustellen.

Dietrich wünscht sich weitere Investoren für die kommenden Jahre. „Es gibt aktuell noch null Überlegungen, wer die weiteren Investoren sein können“, sagte der 68-Jährige im Business Center der Mercedes-Benz-Arena. „Jetzt geht es erst einmal darum, die Liga souverän zu halten.“ In den nächsten drei, vier Jahren soll der Meister von 2007 wieder im oberen Drittel der Bundesliga mitspielen.

Stefan Heim, Jochen Röttgermann und Schindelmeiser bilden jetzt den Vorstand der AG. Weltmeister Guido Buchwald gehört zum neunköpfigen Aufsichtsrat, dessen Vorsitzender ebenfalls Dietrich ist. Hitzlsperger ist als neues Präsidiumsmitglied zunächst kommissarisch im Amt und muss sich bei der nächsten Mitgliederversammlung Anfang Dezember bestätigen lassen.

Der 35-jährige Hitzlsperger, zuvor Berater des Vorstands, arbeitet jetzt Vollzeit für die Schwaben. Er soll vorrangig den Nachwuchs fördern und helfen, dass Talente den Sprung in den Profi-Kader von Trainer Hannes Wolf schaffen. „Ziel ist, dass es nicht mehr heißt, ein Drittel der Nationalmannschaft war irgendwann mal beim VfB und spielt jetzt anderswo“, sagte Hitzlsperger.