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Viel Dampf machte 60 Minuten lang Moritz Stoppelkamp, der hier Bochums Peniel Mlapa abschüttelt. Doch danach war auch er platt. 

Außer Puste: Für 90 Minuten Powerfußball sind einige KSC-Spieler noch nicht fit genug

Karlsruhe. „Warum nicht gleich so?“, fragten sich viele badischen Fußballfans, als der Karlsruher SC den VfL Bochum ab der 46. Minute im 4-4-2 gehörig unter Druck setzte. Und eine Dreiviertelstunde später fragten sie sich auch: „Warum nicht bis zum Ende so?“ Denn in der letzten Viertelstunde war es dann doch wieder Schlussmann René Vollath zu verdanken, dass das Spiel zumindest 1:1 (0:1) endete.

Tomas Oral wartete nach seinem Heim-Debüt als Karlsruher Cheftrainer gar nicht erst ab, dass ihm diese Fragen gestellt wurden – sondern erklärte von sich aus: „Wir sind noch nicht so weit, dass wir das über 70, 80 Minuten spielen können.“ Es sei auch deswegen schwierig gewesen, das Spiel zu gestalten, „weil wir eine komplette Umstellung in der Viererkette hatten“. Da er zudem um Bochums Offensivstärke wusste, hatte sich der 43-Jährige zunächst für ein 4-2-3-1-System entschieden – mit zwei Sechsern, engeren Räumen, mehr Sicherheit.

Nach dem 0:1 in der 34. Minute sei man im 4-4-2 und mit nur noch einem Sechser mehr „Risiko gegangen, um das Feld etwas zu öffnen“, analysierte Oral. Mit dem 1:1 in der 65. Minute wurde dieser Aufwand belohnt. Doch danach schwanden bei vielen Karlsruhern – etwa Franck Kom, Jordi Figueras und Moritz Stoppelkamp – die Kräfte. Die Folge: Am Ende war es der VfL, der die Räume nutzte, um Chancen zu kreieren.

Da Innenverteidiger Bjarne Thoelke nach seiner Sprunggelenksverletzung wieder rund läuft, kann sich die Defensive am Samstag im DFB-Pokalspiel bei 1860 München erneut verändern. Definitiv wird es hinter den Innenverteidigern einen Wechsel geben: Vollath, der sich gegen Bochum eine Teilschädigung des Innenbandes im rechten Knie zuzog, fällt mindestens eine Woche aus. Eine schwerere Verletzung wurde jedoch gestern mittels Kernspintomografie ausgeschlossen.