nach oben
Der Ex-Stuttgarter Filip Kostic vom HSV (rechts liegend) dämpfte mit einem Kopfballtreffer zum 2:1 die Hoffnungen der Gäste gewaltig. Am Ende holte der VfB auswärts wieder keinen Punkt. Foto: Charisius
Der Ex-Stuttgarter Filip Kostic vom HSV (rechts liegend) dämpfte mit einem Kopfballtreffer zum 2:1 die Hoffnungen der Gäste gewaltig. Am Ende holte der VfB auswärts wieder keinen Punkt. Foto: Charisius
05.11.2017

Auswärtsmisere des VfB Stuttgart dauert an

Hamburg. Nach der 1:3-Niederlage in Hamburg reisten die Stuttgarter nicht mit leerem Magen gen Süden. Eine kleine Pasta-Bar hatten die Gastgeber vor der Kabine der Schwaben aufgebaut. Die 90 Minuten zuvor waren weniger schmackhaft für den VfB.

„Ein Tag zum Vergessen“, sagte Ron-Robert Zieler, der Stuttgarter Keeper. Daniel Ginczek hatte nach drei Minuten die VfB-Führung auf dem Fuß. „Wenn ich da das 1:0 schieße, wäre alles nach Plan gelaufen, der HSV unsicher geworden“, haderte der Stürmer. Es gab noch wesentlich mehr Gründe für Stuttgarter Ärger: Nach 13 Minuten, der umstrittenen und zu harten Gelb-Roten Karte für Stuttgarts Mittelfeldmann Dzenis Burnic war der VfB nur noch zu zehnt. In der 20. Minute griff Zieler bei einem harmlosen Freistoß von Aaron Hunt daneben.

Der frühe Burnic-Platzverweis und der Zieler-Fauxpas standen sinnbildlich für die 90 Minuten: Der VfB machte einen verunsichert wirkenden und zuvor immer wieder sieglosen HSV stark.

Sechs Anläufe hat der VfB in der Bundesliga diese Saison in der Fremde genommen. jeder endete mit einem Salto Nullo. „Es ist das alte Lied: Unterm Strich steht nichts. Wir spielen daheim super Fußball, das müssen wir auswärts einfach auch mal machen“, sagte Verteidiger Timo Baumgartl.

Der nach seinem Patzer starke Zieler hielt fortan, was zu halten war. Der HSV ließ viele Chancen zum 2:0 liegen. Die Stuttgarter starteten trotz Unterzahl mutig in die zweite Hälfte. Da Dennis Diekmeier den Ball im Hamburger Strafraum mit der Hand spielte und der Video-Schiedsrichter das auch bemerkte, konnte VfB-Stürmer Daniel Ginczek nach 55 Minuten das 1:1 vom Elfmeterpunkt aus erzielen.

Die Crux: Als der VfB das Spiel und den nun verunsicherten HSV im Griff zu haben schien, sorgte der erste HSV-Angriff in Durchgang zwei fürs Hamburger 2:1. Andreas Beck verlor in Minute 65 das finale Duell gegen den Ex-Stuttgarter Filip Kostic, der zum 2:1 einköpfte. Der 17-jährige Jann-Fiete Arp sorgte mit dem 3:1 (69.) für die Entscheidung.

„Wir waren außer in Gladbach in keinem Auswärtsspiel unterlegen. Deshalb tut es sehr weh“, sagte Timo Baumgartl. Sein Trainer Hannes Wolf erinnerte daran, dass ausgerechnet die Partien bei jenen Auswärtsgegnern, mit denen man sich als Aufsteiger auf Augenhöhe wähnt, kuriose Verläufe nahmen. „Es gibt immer noch ein paar Mannschaften, die sich über unsere Punktzahl freuen würden“, betonte Trainer Hannes Wolf.

Über die 13 daheim gewonnenen Punkte ganz sicher. Die schwäbische Auswärts-Null, die möchte sicherlich kein Konkurrent.